Finanzierungstätigkeit
Die Mittelverwendung für die Finanzierungstätigkeit betrug im Jahr 2010 netto 15 MIO US $ verglichen mit 558 MIO US $ im Jahr 2009.
Im Laufe des Jahres 2010 wurden die Mittel zur Reduzierung von Verbindlichkeiten und zur Zahlung von Dividenden verwendet. Dies wurde teilweise durch die Begebung einer vorrangigen Anleihe im Januar 2010 und Inanspruchnahmen unter dem Forderungsverkaufsprogramm sowie weiterer kurzfristiger Finanzverbindlichkeiten ausgeglichen. Im Jahr 2009 wurden die Mittel im Wesentlichen für die Tilgung des kurzfristig fälligen Anteils langfristiger Finanzverbindlichkeiten inklusive der Euro-Schuldscheindarlehen in Höhe von 279 MIO US $ (200 MIO €), die am 27. Juli 2009 fällig und zurückgezahlt wurden, zur Reduzierung des ausstehenden Betrages aus dem Forderungsverkaufsprogramm sowie zur Zahlung von Dividenden verwendet. Teilweise wurde dies durch die Aufnahme langfristiger Finanzverbindlichkeiten ausgeglichen.
Die folgende Tabelle enthält eine Übersicht über die der Gesellschaft zur Verfügung stehenden Liquiditätsquellen zum 31. Dezember 2010:
VERFÜGBARE LIQUIDITÄTSQUELLEN |
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|---|---|---|---|
in MIO US $ |
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Gesamt |
Laufzeit |
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1 Jahr |
2 - 5 Jahren |
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| 1Abhängig von der Verfügbarkeit eines ausreichenden Bestandes an Forderungen, die die festgelegten Kriterien erfüllen. | |||
| Forderungsverkaufsprogramm1 | 190 | 190 | — |
| Kreditvereinbarung 2006 | 997 | — | 997 |
| Sonstige nicht genutzte Kreditlinien | 234 | 234 | — |
GESAMT |
1.421 | 424 | 997 |
Der Betrag an Garantien und sonstigen finanziellen Verpflichtungen ist zum 31. Dezember 2010 nicht wesentlich.
Ohne den kurzfristig fälligen Anteil langfristiger Verbindlichkeiten bestanden zum 31. Dezember 2010 kurzfristige Finanzverbindlichkeiten in Höhe von 671 MIO US $.
Die folgende Tabelle zeigt die Verpflichtungen zum 31. Dezember 2010 hinsichtlich zukünftiger Zahlungen im Rahmen langfristiger Kredite, der genussscheinähnlichen Wertpapiere und sonstiger langfristiger Verpflichtungen sowie Verpflichtungen aus der Nutzung von Kreditlinien und Garantiegewährungen.
VERTRAGLICHE ZAHLUNGSVERPFLICHTUNGEN |
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|---|---|---|---|---|
in MIO US $ |
||||
Gesamt |
Zahlung fällig in |
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1 Jahr |
2 - 5 Jahren |
über 5 Jahren |
||
| 1Die Zinszahlungen wurden - unter Einbeziehung der Tilgungspläne - auf Basis fixierter oder angenommener variabler Zinssätze ermittelt. Dafür wurden die maßgeblichen Zinssätze (z.B. Libor, Prime), die entsprechenden Margen und die Effekte der jeweiligen Zinsswaps berücksichtigt. 2Beinhaltet nicht die am 3. Februar 2011 ausgegebenen und 2021 fälligen 5,75% und 5,25% Anleihen. | ||||
| Genussscheinähnliche Wertpapiere | 650 | 650 | — | — |
| Langfristige Schulden1,2 | 5.142 | 435 | 3.770 | 937 |
| Finanzleasing-Verpflichtungen | 16 | 5 | 8 | 3 |
| Mietverträge | 2.796 | 490 | 1.396 | 910 |
| Unwiderrufbare Kaufverpflichtungen | 2.164 | 374 | 1.071 | 719 |
| Sonstige langfristige Verpflichtungen | 33 | 24 | 9 | — |
| Garantien | 122 | — | 122 | — |
GESAMT |
10.923 | 1.978 | 6.376 | 2.569 |
Zur Besicherung der Verbindlichkeiten aus der Kreditvereinbarung 2006 sind die Anteile am Stammkapital wesentlicher Tochtergesellschaften, darunter die Anteile an FMCH und an Fresenius Medical Care Deutschland GmbH (D-GmbH), an die Gläubiger verpfändet worden. Die Kreditvereinbarung 2006, die Kreditvereinbarungen mit der EIB, die Euro-Schuldscheindarlehen, die Anleihen und die Schuldverschreibungen der Gesellschaft im Zusammenhang mit den genussscheinähnlichen Wertpapieren enthalten Verpflichtungen, die der Gesellschaft die Einhaltung bestimmter finanzieller Kennzahlen und anderer finanzieller Kriterien vorschreiben. Die Kreditvereinbarung 2006 verpflichtet die Gesellschaft zur Einhaltung eines bestimmten konsolidierten Fixkostendeckungsgrads (Verhältnis des konsolidierten EBITDAR (Summe aus EBITDA und Mietaufwendungen für Leasingverträge) zu konzernbezogenen fixen Kosten gemäß der Definition in der Kreditvereinbarung 2006) sowie eines maximalen Konzern-Verschuldungsgrads (Verhältnis der Finanzverbindlichkeiten zum EBITDA entsprechend der Festlegung in der Kreditvereinbarung 2006). Weitere Verpflichtungen in einem oder mehreren der genannten Verträge beschränken die Möglichkeiten der Gesellschaft zur Veräußerung von Vermögenswerten, zur Aufnahme weiterer Verbindlichkeiten sowie zur Zahlung von Dividenden. Darüber hinaus ist die Gesellschaft Beschränkungen in Bezug auf bestimmte Zahlungen, die Gewährung von Sicherungsrechten sowie in Bezug auf den Abschluss von Sale-und-Leaseback-Transaktionen unterworfen.
Die Verletzung der Verpflichtungen aus einem der Verträge für unsere langfristigen Verbindlichkeiten wie z.B. der Kreditvereinbarung 2006, der Kreditvereinbarungen mit der eib, der Euro-Schuldscheindarlehen, der Anleihen oder der genussscheinähnlichen Wertpapiere könnte wiederum zu weiteren Kündigungsgründen in einem oder mehreren anderen Finanzierungsverträgen der Gesellschaft führen. Bei Vertragsverletzung kann der ausstehende Saldo der Kreditvereinbarung 2006 auf Verlangen der Gläubiger dieser Kredite fällig gestellt werden. In diesem Fall wäre es – aufgrund von sogenannten „Cross-Default“-Klauseln – den Gläubigern der Gesellschaft gestattet, ihre Darlehen vorzeitig fällig zu stellen. Zum 31. Dezember 2010 hat die Gesellschaft alle in der Kreditvereinbarung 2006 und sonstigen Kreditvereinbarungen festgelegten Verpflichtungen erfüllt. Für Information bezüglich der vorrangigen Kreditvereinbarung 2006, der Kreditvereinbarungen mit der eib, des Euro-Schuldscheindarlehens, der Anleihen siehe Anmerkung 9. Für eine Beschreibung der Genussscheinähnlichen Wertpapiere siehe Anmerkung 11.
Obwohl die Gesellschaft gegen die weltweite Finanzmarktkrise nicht immun ist, geht sie davon aus, dass sie gut positioniert ist, um ihr Geschäft kontinuierlich auszuweiten und gleichzeitig ihren finanziellen Verpflichtungen bei Fälligkeit nachzukommen. Das Geschäft der Gesellschaft ist im Allgemeinen nicht zyklisch. Ein wesentlicher Anteil ihrer Forderungen besteht gegenüber staatlichen Stellen. Obwohl Zahlungsmoral und Einzugspraktiken nicht nur zwischen einzelnen Ländern, sondern auch zwischen einzelnen Behörden eines Landes variieren, stellen staatliche Schuldner meist ein geringes Kreditrisiko dar. Ein begrenzter Zugang zu Kapital oder steigende Finanzierungskosten könnten es jedoch den Kunden der Gesellschaft erschweren, Geschäfte mit der Gesellschaft und im Allgemeinen zu tätigen. Eine hierdurch verursachte Zurückhaltung oder Verzögerung beim Bezug der Dialyseprodukte der Gesellschaft durch die Kunden kann die Geschäftstätigkeit der Gesellschaft beeinträchtigen siehe „Operative Entwicklungen“. Sofern die aktuelle Lage auf den Finanz- und Kreditmärkten anhält oder sich verschlechtert, könnten sich auch die Finanzierungskosten der Gesellschaft erhöhen und die finanzielle Flexibilität der Gesellschaft einschränken.
Im Rahmen seiner ergebnisorientierten Ausschüttungspolitik wird der Vorstand der persönlich haftenden Gesellschafterin der Hauptversammlung am 12. Mai 2011 eine im Jahr 2011 zu zahlende Dividende für das Geschäftsjahr 2010 von 0,65 € je Stammaktie (2010 für 2009 gezahlt: 0,61 €) und von 0,67 € je Vorzugsaktie (2010 für 2009 gezahlt: 0,63 €) vorschlagen. Die erwartete Dividendenzahlung liegt insgesamt bei etwa 197 MIO € (schätzungsweise 263 MIO US $ basierend auf dem Stichtagskurs vom 31. Dezember 2010) für das Jahr 2010, im Vergleich zu einer Dividendenzahlung von 183 MIO € (232 MIO US $), die für das Jahr 2009 gezahlt wurde. Die Kreditvereinbarung 2006 beschränkt die Dividendenausschüttung und bestimmte andere Zahlungen der Gesellschaft für den Erwerb eigener Aktien im Jahr 2011 auf insgesamt 330 MIO US $.
Am 3. Februar 2011 haben Fresenius Medical Care US Finance, Inc. und die FMC Finance VII S.A. vorrangige, unbesicherte Anleihen in Höhe von 650 MIO US $ und 300 MIO € (circa 412 MIO US $ am Ausgabetag) platziert. Die Anleihen werden am 15. Februar 2021 fällig. Der Coupon der von der Fresenius Medical Care US Finance, Inc. begebenen Anleihe beträgt 5,75%. Bei einem Ausgabekurs von 99,06% liegt die Rückzahlungsrendite bei 5,875%. Die Anleihe der FMC Finance VII S.A. hat einen Coupon von 5,25% und wurde zum Nennwert ausgegeben. Der Emissionserlös wurde bzw. wird zur Rückzahlung von Finanzverbindlichkeiten unter dem Forderungsverkaufsprogramm und der Kreditvereinbarung 2006 verwendet. Ausserdem wird die Verwendung für Akquisitionen einschliesslich der am 4. Januar 2011 verkündeten Übernahme von International Dialysis Centers und für allgemeine Geschäftszwecke erfolgen. Die Anleihen der Fresenius Medical Care US Finance, Inc. und der FMC Finance VII S.A. werden durch die Gesellschaften FMC AG & Co. KGaA, Fresenius Medical Care Holdings, Inc. und Fresenius Medical Care Deutschland GmbH gesamtschuldnerisch garantiert.
Am 29. September 2010 hat die Gesellschaft die Kreditvereinbarung 2006 angepasst und verlängert. Im Wesentlichen wurden die folgenden Änderungen vereinbart:
- Die revolvierende Kreditfazilität wurde von 1.000 MIO US $ auf 1.200 MIO US $ erhöht und die Laufzeit wurde vom 31. März 2011 auf den 31. März 2013 verlängert.
- Das Darlehen A wurde um 50 MIO US $ auf 1.365 MIO US $ erhöht, und die Laufzeit wurde ebenfalls um 2 Jahre verlängert. Die Tilgung erfolgt vierteljährlich in Höhe von 30 MIO US $ und begann am 31. Dezember 2010. Der Restbetrag ist am 31. März 2013 fällig.
- Die Verpflichtung zur vorzeitigen Tilgung des Darlehens B wurde aufgehoben. Diese Verpflichtung sah vor, dass das Darlehen B bereits am 1. März 2011 zurückzuzahlen ist, falls die Trust Preferred Securities, die am 15. Juni 2011 fällig sind, bis zu diesem Zeitpunkt weder zurückgezahlt noch refinanziert sind oder falls deren Laufzeit nicht verlängert worden ist.
- Die Definition des Verschuldungsgrads, der für die Ermittlung der anwendbaren Marge verwendet wird, wurde so angepasst, dass für die Berechnung der Finanzverbindlichkeiten zukünftig liquide Mittel von bis zu 250 MIO US $ (bisher 30 MIO US $) abgezogen werden dürfen. Zur Bestimmung des Zinssatzes für die entsprechende Zinsperiode wird die anwendbare Marge auf den libor aufgeschlagen. Außerdem wurden Höchstbeträge für bestimmte außerhalb der Kreditvereinbarung 2006 erlaubte Kreditaufnahmen angehoben und zusätzliche Flexibilität für bestimmte Arten von Finanzanlagen eingeräumt.
- Die Beschränkungen in Bezug auf Dividendenausschüttungen und andere festgelegte Zahlungen wurden von 300 MIO US $ für 2010 auf 330 MIO US $ für 2011 angehoben und steigen danach bis zum Jahr 2013 pro Jahr um 30 MIO US $ an.
Am 28. September 2010 wurde das Forderungsverkaufsprogramm um ein Jahr verlängert und der Rahmen von 650 MIO US $ auf 700 MIO US $ erhöht.
Am 17. Februar 2010 wurde im Rahmen der Vereinbarung mit der Europäischen Investitionsbank (EIB) aus dem Jahr 2009 ein Darlehen in Höhe von 50 MIO € (67 MIO US $ zum Stichtagskurs 31. Dezember 2010) ausgezahlt (Darlehen 2009). Das Darlehen ist im Jahr 2014 zur Rückzahlung fällig. Des Weiteren hat die Gesellschaft am 15. März 2010 die verbleibenden 80,8 MIO US $ aus der 2005 von der EIB bereitgestellten revolvierenden Kreditlinie (Revolvierende Kreditlinie 2005) in Anspruch genommen. Das Darlehen ist 2013 fällig. Die Verzinsung beider Darlehen ist variabel und an den EURIBOR bzw. den LIBOR mit einem Aufschlag gebunden. Die Zinssätze werden alle drei Monate angepasst.
Am 20. Januar 2010 hat die FMC Finance VI S.A., eine hundertprozentige Tochtergesellschaft der Gesellschaft, eine vorrangige, unbesicherte Anleihe in Höhe von 250 MIO € mit einem Coupon von 5,50% und einem Ausgabekurs von 98,6636% platziert. Diese Anleihe wird am 15. Juli 2016 fällig; die Rückzahlungsrendite lag bei 5,75%. Der Emissionserlös wurde zur Rückzahlung kurzfristiger Finanzverbindlichkeiten und für allgemeine Geschäftszwecke verwendet. Die Anleihe wird durch Fresenius Medical Care AG & Co. KGaA, Fresenius Medical Care Holdings, Inc. und Fresenius Medical Care Deutschland GmbH gesamtschuldnerisch garantiert.
Zusätzlich zu der oben beschriebenen jährlichen Verlängerung des Forderungsverkaufsprogramms entsteht der Finanzierungsbedarf der Gesellschaft im Jahr 2011 aus der Kaufpreiszahlung in Höhe von 485 MIO € für die am 4. Januar 2011 bekannt gegebene Übernahme des International Dialysis Centers von Euromedic International, der Dividendenzahlung von schätzungsweise 263 MIO US $ im Mai 2011 sowie der Rückzahlung der fälligen genussscheinähnlichen Wertpapiere in Höhe von circa 626 MIO US $ siehe Anmerkung 11. Die Gesellschaft geht davon aus, dass die erwartete Dividendenzahlung sowie die Zahlung für die Übernahme des International Dialysis Centers von Euromedic International aus dem Cash Flow und den zu diesem Zeitpunkt bestehenden Kreditfazilitäten bezahlt wird. Die Rückzahlung der im Juni 2011 fälligen genussscheinähnlichen Wertpapiere soll durch Kapitalmarkttransaktionen finanziert werden. Die Verpflichtungen aus den Finanzierungsverträgen der Gesellschaft räumen gegenwärtig ausreichend Flexibilität zur Deckung des Finanzierungsbedarfs der Gesellschaft ein. Generell geht die Gesellschaft davon aus, dass sie auch künftig über eine angemessene Finanzierung verfügen wird, um ihre Ziele und ihr Wachstum erreichen zu können.