Künftige Produkte und Dienstleistungen
Im laufenden Geschäftsjahr 2011 wollen wir etwa 105 MIO US $ für Forschung und Entwicklung aufwenden. Für 2012 gehen wir von Forschungs- und Entwicklungsaufwendungen in Höhe von etwa 115 MIO US $ aus. Die Zahl der in diesem Bereich beschäftigten Mitarbeiter (derzeit 503 durchschnittlich Vollzeitbeschäftigte) dürfte in den Jahren 2011 und 2012 nur geringfügig steigen.
Als vertikal integriertes Unternehmen, das sowohl Dialyseprodukte fertigt als auch eigene Dialysekliniken betreibt, wollen wir ein komplettes Portfolio hochwertiger Produkte und Dienstleistungen für die Behandlung des chronischen Nierenversagens anbieten, das sich flexibel an lokale Marktbedingungen und an die sich zum Teil dynamisch verändernden Gesundheitssysteme und Vergütungsstrukturen an passen lässt. Angesichts der wachsenden Herausforderung von Gesundheitssystemen, immer mehr Patienten umfassend, hochwertig und zugleich kosteneffizient zu versorgen, wollen wir dieses umfangreiche Portfolio zunehmend nutzen, um unseren Partnern im Gesundheitswesen ganzheitliche, oder integrierte, Konzepte zur Patientenversorgung anzubieten. Aufgrund unseres Geschäftsmodells und unserer langjährigen Erfahrung als Betreiber eines internationalen Kliniknetzes sind wir in einer besonders guten Position, solche Komplettlösungen aus einer Hand auf einem hohen Qualitätsniveau anzubieten; siehe dazu Abschnitt „Chancen“.
Ein Schwerpunkt unserer Arbeit in der Forschung und Entwicklung werden entsprechend Innovationen sein, die zusätzliche Behandlungselemente in unsere Angebote integrieren oder diese noch besser aufeinander abstimmen – immer mit dem Ziel, Qualität, Sicherheit und Kosteneffizienz der Therapie gleichermaßen zu verbessern. Zum Beispiel werden wir an Vorrichtungen für unsere Hämodialysegeräte arbeiten, die die Handhabung des Blutschlauchsystems sowie seiner Anschlüsse auf wenige Arbeitsschritte reduzieren und dadurch das Klinikpersonal entlasten sollen. Auch die Integration der Dosierung sowie der Verabreichung bestimmter Medikamente in den Ablauf des Dialysegeräts wird uns weiter beschäftigen, ebenso wie neue Zusatzfunktionen zur Steigerung der Behandlungsqualität und -sicherheit.
Im Sinne einer zunehmend ganzheitlichen Patientenversorgung werden wir auch in der Software-Entwicklung für das klinische Qualitätsdatenmanagement weiter an integrierten Systemlösungen arbeiten. Diese sollen dazu beitragen, dass eine größere Datenmenge rascher und einfacher erfasst wird, die Qualität der Daten steigt und so auch die Behandlung kontinuierlich verbessert werden kann. Langfristig denkbar ist zum Beispiel, dass nicht nur die vollständige Historie der Hämodialyse-Therapie eines Patienten erfasst wird, sondern das Datenmanagement bereits ab den Vorstadien des chronischen Nierenversagens eingesetzt wird, um die Behandlung besser zu koordinieren und dadurch gegebenenfalls auch Vorsorgemaßnahmen gezielter anzuwenden. Auch eine gemeinsame Datenmanagementlösung für Peritoneal- und Hämodialyse-Patienten könnte zu einer besseren Abstimmung und damit Qualität der Therapie beitragen. Diese beiden Patientengruppen werden derzeit in der Regel in getrennten IT-Systemen erfasst, obwohl viele PD-Patienten aufgrund der begrenzten Nutzbarkeit des menschlichen Bauchfells als Dialysemembran häufig nach einer gewissen Zeit zur Hämodialyse wechseln.
Weiterhin wird uns allgemein die Frage beschäftigen, wie wir neue wissenschaftliche und technologische Erkenntnisse nutzen können, um die Lebensqualität einer wachsenden Zahl von Patienten mit chronischem Nierenversagen weiter zu verbessern – etwa durch Innovationen in den Heimtherapien. Die Sicherheit der Behandlung wird ein Schwerpunkt der kontinuierlichen Verbesserung unserer Produkte und Dienstleistungen bleiben, und auch mit den Begleit erkrankungen des chronischen Nierenversagens werden wir uns weiter auseinandersetzen. Beispielsweise planen wir die Veröffentlichung einer Studie über die linksventrikuläre Hypertrophie (vergrößerte linke Herzkammer) bei Dialysepatienten, die wir mit Hilfe des Diagnoseinstruments Body Composition Monitor (BCM) durchführen; siehe dazu Kapitel „Forschung und Entwicklung“.
Darüber hinaus arbeiten wir weiter daran, das blutreinigende Verfahren der Dialyse für andere Krankheitsfelder nutzbar zu machen, etwa bei Erkrankungen der Leber, bei Sepsis oder bestimmten Autoimmun- und Stoffwechselleiden. Langfristig forschen wir auch an neuen Therapieansätzen für schwere Nieren- und Leberleiden auf der Grundlage der regenerativen Medizin. Dabei kooperieren wir mit international anerkannten wissenschaftlichen Einrichtungen und Universitäten, die auf der Grundlage von adulten Leber- und Nierenstammzellen forschen.
Nicht zuletzt wollen wir verstärkt dazu beitragen, dass unsere Produkte und Dienstleistungen während ihres Lebenszyklus die Umwelt so wenig wie möglich belasten.
Behandlungsmethode für Dialysepatienten, bei der das Blut des Patienten durch Blutschläuche aus Kunststoff in einen speziellen Filter, den Dialysator, fließt. Im Dialysator gelangen die Stoffwechselendprodukte und der Flüssigkeitsüberschuss aus dem Blut in die Dialyselösung. Das gereinigte Blut wird dem Patienten wieder zugeführt. Der Prozess wird durch eine Hämodialysemaschine gesteuert, die Blut pumpt, gerinnungshemmende Mittel zusetzt, den Reinigungsprozess reguliert sowie die Mischung der Dialyselösung und ihre Fließgeschwindigkeit durch das System steuert. Normalerweise erhält ein Patient drei Behandlungen pro Woche, die je drei bis sechs Stunden dauern.
Behandlungsmethode, bei der das Peritoneum (Bauchfell), das die Innenwand der Bauchhöhle auskleidet und die inneren Organe bedeckt, als Dialysemembran dient. Durch einen operativ eingesetzten Katheter wird sterile Dialyselösung in die Bauchhöhle eingebracht und wieder abgeführt, um Toxine (Schadstoffe) aufzunehmen und zusammen mit überschüssigem Wasser zu entfernen. Die meisten Behandlungen werden vom Patienten selbst zu Hause oder am Arbeitsplatz mehrmals am Tag oder in der Nacht mittels einer Maschine, des Cyclers, durchgeführt.