Geschäftliche Entwicklungen von Fresenius Medical Care 2011 und 2012

Währungskursrelationen

Die Prognosen von Fresenius Medical Care zum Geschäftsverlauf im Jahr 2011 basieren auf einem Wechselkurs von 1,3326 US $ je Euro. Dieser Wert entspricht dem Stichtagskurs vom 31. Dezember 2010. Wie im Kapitel „Wirtschaftliches Umfeld“ dargelegt, ist die Währungsrelation des US-Dollar zum Euro für Fresenius Medical Care von besonderer Bedeutung. Darüber hinaus berücksichtigt Fresenius Medical Care in seinen Prognosen auch weitere – speziell für die wirtschaftliche Entwicklung der Tochtergesellschaften – relevante Wechselkurse, etwa des taiwanesischen Dollar zum US-Dollar oder des chinesischen Yuan zum Euro. Volatile Wechselkurse beeinflussen sowohl die Prognose der Ergebnisse, die die Tochtergesellschaften erzielen, als auch die Umrechnung dieser Ergebnisse in US-Dollar.

Umsatz

Im laufenden Geschäftsjahr wollen wir unseren Umsatz weiter deutlich erhöhen: Er soll um 6 bis 8% auf 12,8 bis 13,0 MRD US $ steigen. Wir wollen die positive Entwicklung auch danach fortsetzen und prognostizieren für das Jahr 2012 einen Anstieg des Umsatzes von noch einmal 6 bis 8% auf Basis konstanter Wechselkurse.

Konzernergebnis

Im Geschäftsjahr 2011 wollen wir ein Konzernergebnis (Ergebnis, das auf die Anteilseigner der Fresenius Medical Care AG & Co. KGaA entfällt) zwischen 1,035 und 1,055 MRD US $ erwirtschaften. Im darauffolgenden Jahr soll das Konzernergebnis stärker als der Umsatz ansteigen. Zum Zeitpunkt der Drucklegung dieses Geschäftsberichts erwarten wir keine Einmaleffekte, die einen wesentlichen Einfluss auf das Konzernergebnis im Jahr 2011 haben könnten.

Ergebnis je Aktie

Für die Geschäftsjahre 2011 und 2012 gehen wir parallel zur erwarteten Entwicklung des Konzernergebnisses von einem Wachstum des Ergebnisses je Aktie aus.

Dividende

Der Konzern verfolgt eine langfristige ergebnisorientierte Dividendenpolitik. Die Dividende wurde – vorbehaltlich der Beschlussfassung auf der Hauptversammlung am 12. Mai 2011 – 14 Mal in Folge erhöht. In diesem Zeitraum ist die Dividende je Stammaktie von 0,17 € auf vergleichbarer Basis auf 0,65 € für das Geschäftsjahr 2010 gestiegen. Auch für die Jahre 2011 und 2012 plant das Unternehmen, diesen Trend beizubehalten. Die Ausschüttungsquote soll in beiden Jahren konstant bei knapp einem Drittel des Konzernergebnisses liegen. Informationen zur vorgeschlagenen Dividendenerhöhung finden Sie im Abschnitt „Dividende“.

Investitionen und Akquisitionen

Wir streben an, für Investitionen in Sachanlagen und Akquisitionen im Geschäftsjahr 2011 etwa 14% des Umsatzes aufzuwenden. Davon sollten im Geschäftsjahr 2011 rund 5% auf Investitionen entfallen; 9% sollten für Akquisitionen und Beteiligungen verwendet werden, das entspricht absolut etwa 1,2 MRD US $. Im Geschäftsjahr 2012 planen wir rund 7% des Umsatzes für Investitionen in Sachanlagen und Akquisitionen einzusetzen.

Außer für die ständige Modernisierung unserer Dialysekliniken und Produktionsanlagen sollen die Investitionen insbesondere für die Eröffnung neuer Dialysekliniken, die Erweiterung der weltweiten Produktionskapazitäten und für Dialysemaschinen im Rahmen langfristiger Lieferverträge verwendet werden. Weitere Investitionen dienen der Rationalisierung der Produktion und der verbesserten Verwaltung von Patientendaten sowie der Leistungsabrechnung. Darüber hinaus beabsichtigt der Konzern, weiter gezielt – auch durch den Erwerb von Beteiligungen – zu akquirieren, um das weltweite Geschäft zu stärken. Der Fokus liegt auf der Ausweitung unseres Netzes von Dialysekliniken und der Kooperation mit Herstellern von Medikamenten für Dialysepatienten.

Steuern

Für das Geschäftsjahr 2011 rechnen wir mit einer Steuerquote zwischen 34,5 und 35% und für das Geschäftsjahr 2012 mit einer Steuerquote zwischen 35 und 36%.

Cash Flow

Der operative Cash Flow soll auch in den Jahren 2011 und 2012 ein Niveau von mehr als 10% vom Umsatz erreichen. In den am stärksten von der aktuellen globalen Finanzkrise betroffenen Ländern erwarten wir wie im vergangenen Jahr einen leichten Anstieg der Forderungslaufzeiten. Auch in den USA könnte die Einführung des neuen Vergütungssystems zu längeren Forderungslaufzeiten führen. Ein weiterhin zielorientiertes Management des Umlaufvermögens soll die Erreichung der Cash-Flow-Ziele sicherstellen. Bei einem prognostizierten Umsatz von 12,8 bis 13 MRD US $ würde der operative Cash Flow im Geschäftsjahr 2011 bei mindestens etwa 1,28 bis 1,3 MRD US $ liegen.

Debt-EBITDA-Verhältnis

Fresenius Medical Care orientiert sich in seiner langfristigen Finanzplanung am Verhältnis der Finanzverbindlichkeiten zum Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Debt-EBITDA-Verhältnis), das zum Ende des Jahres 2010 bei 2,38 lag. Aufgrund des erhöhten Akquisitionsvolumens erwarten wir einen Anstieg dieser Verhältniszahl auf bis zu 2,8 zum Jahresende 2011; für 2012 soll sie allerdings nicht weiter ansteigen.

Finanzierung

Sicherung der finanziellen Flexibilität hat höchste Priorität in der Finanzierungsstrategie von Fresenius Medical Care. Die Finanzierungsaktivitäten werden auch in den nächsten Jahren darauf ausgerichtet sein, den Einsatz nachrangiger Finanzierungsinstrumente zu reduzieren und diese gegebenenfalls durch vorrangige Anleihen zu ersetzen. Wir sehen unsere Refinanzierungsmöglichkeiten weiterhin als sehr stabil und flexibel an und beabsichtigen, unsere Investitionen plangemäß fortzusetzen. Neben den genutzten Instrumenten hat Fresenius Medical Care genügend Finanzierungsspielraum im Wesentlichen in Form einer syndizierten Kreditlinie, die bei Bedarf revolvierend in Anspruch genommen werden kann. Mittelfristig verfolgen wir das Ziel, dass unser Kreditportfolio ausschließlich aus erstrangigen unbesicherten Finanzverbindlichkeiten besteht. Mit den nur teilweise genutzten Kreditlinien sowie dem Forderungsverkaufsprogramm verfügt Fresenius Medical Care über ausreichende finanzielle Ressourcen, die wir in den kommenden Jahren stabil halten werden. Hierbei wird ein Zielwert von zugesicherten und nicht genutzten Kreditfazilitäten von mindestens 300 bis 500 MIO US $ verfolgt.

Unser kurzfristiger Refinanzierungsbedarf beschränkt sich auf die Zahlung in Höhe von 485 MIO € für unsere Akquisition der International Dialysis Centers, die Höhe der Dividendenzahlung von etwa 197 MIO € im Mai 2011, die Ablösung der Trust Preferred Securities im Juni 2011 in Höhe von 225 MIO US $ und 300 MIO € sowie die Verlängerung des Forderungsverkaufsprogramms im Oktober 2011.

Weitere Informationen hierzu finden Sie im Kapitel „Finanzlage“.

ZIELE 2011/2012


       
       
 
Ergebnisse 2010
Ziele 2011
Ziele 2012
1Ergebnis, das auf die Anteilseigner der Fresenius Medical Care AG & Co. KGaA entfällt. 2Vorschlag zur Beschlussfassung durch die Hauptversammlung am 12. Mai 2011. 3Bezogen auf Investitionen in Sachanlagen und Akquisitionen. 4Durchschnittlich Vollzeitbeschäftigte.
Umsatz 12,05 MRD US $ 12,8 – 13,0 MRD US $ Steigerung von 6 – 8%
währungsbereinigt
Konzernergebnis1 979 MIO US $ 1,035 – 1,055 MRD US $ Steigerung > Umsatzwachstum
Gewinn je Aktie 3,25 US $ Steigerung > Umsatzwachstum Steigerung > Umsatzwachstum
Dividende 0,65 € je Stammaktie2 kontinuierlicher Anstieg kontinuierlicher Anstieg
Investitionen, netto 507 MIO US $ ~ 5% des Umsatzes ~ 7% vom Umsatz3
Akquisitionen, netto 486 MIO US $ ~ 1,2 MRD US $ ~ 7% vom Umsatz3
Steuerquote 35,2% 34,5 – 35,0% 35 – 36%
Debt-EBITDA-Verhältnis 2,38 < 2,8 < 2,8
Mitarbeiter4 73.452 > 78.000 > 82.000
Aufwendungen für Forschung
und Entwicklung
97 MIO US $ ~ 105 MIO US $ ~ 115 MIO US $
Produkteinführungen u.a. Dialysemaschine 2008T weiterer Ausbau der Produkt-
und Dienstleistungspalette
weiterer Ausbau der Produkt-
und Dienstleistungspalette
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