Gesamtwirtschaftliche Rahmenbedingungen
Im Jahr 2010 belebte sich die Konjunktur rascher als von Experten erwartet. Diese Dynamik dürfte sich 2011 allerdings nicht fortsetzen, da die Konjunkturprogramme in vielen Ländern inzwischen ausgelaufen sind. Dennoch ist mit einem moderaten Aufwärtstrend der weltweiten gesamtwirtschaftlichen Entwicklung zu rechnen, da das niedrige Zinsniveau für eine anhaltende Investitionstätigkeit sorgt und die stabile Arbeitsmarktlage den privaten Konsum begünstigt. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) dürfte 2011 um etwa 3,6% zunehmen, nach einem Plus von 4,8% im Jahr zuvor.
REALES BRUTTOINLANDSPRODUKTUND VERBRAUCHERPREISE |
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Erwartete Veränderung gegenüber dem Vorjahr in % |
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Bruttoinlandsprodukt |
Verbraucherpreise |
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2010 |
2011 |
2012 |
2010 |
2011 |
2012 |
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| Quellen: Institut für Weltwirtschaft an der Universität Kiel, „Weltkonjunktur im Winter 2010", 15. Dezember 2010, Monatsberichte der Deutschen Bundesbank und Europäischen Zentralbank. | ||||||
| USA | 2,8 | 2,5 | 3,0 | 1,6 | 0,9 | 1,1 |
| Deutschland | 3,7 | 2,3 | 1,3 | 1,1 | 1,6 | 2,0 |
| Euro-Raum | 1,7 | 1,3 | 1,3 | 1,5 | 1,6 | 1,7 |
| Großbritannien | 1,7 | 1,3 | 1,6 | 3,2 | 2,7 | 1,5 |
| Neue EU-Mitgliedsländer | 1,8 | 1,4 | 1,4 | 1,7 | 1,8 | 1,6 |
| EU 27 | 1,8 | 1,4 | 1,5 | 1,8 | 1,9 | 1,7 |
| Russland | 3,8 | 4,0 | 4,5 | 6,9 | 7,5 | 6,8 |
| Japan | 3,3 | 1,5 | 1,6 | – 0,8 | – 0,4 | – 0,6 |
| China | 10,7 | 8,1 | 8,5 | 3,4 | 4,5 | 4,5 |
| Ostasien und Hongkong | 7,4 | 3,9 | 5,4 | 3,0 | 2,4 | 3,4 |
| Lateinamerika | 5,9 | 3,2 | 4,5 | 6,6 | 5,9 | 6,8 |
WELTWEIT |
4,8 | 3,6 | 4,0 | 4,4 | 3,9 | 4,0 |
USA
Im laufenden Jahr ist als Folge der sich abschwächenden Investitionstätigkeit mit einer nachlassenden wirtschaftlichen Expansion zu rechnen. Zudem befindet sich der Arbeits- und Immobilienmarkt weiterhin in einer Krise, was den privaten Konsum belastet. Per saldo dürfte das BIP der USA 2011 um 2,5% zunehmen.
Europa
Im Euro-Raum ist analog zur Entwicklung in den USA mit einem abgeschwächten Wachstum zu rechnen. Die deutsche Wirtschaft dürfte 2011 etwas stärker als der Durchschnitt des Euro-Raums zulegen. Ein stabiler Arbeitsmarkt und niedrige Zinsen begünstigen den privaten Konsum und die Investitionstätigkeit.
Asien
In Asien ist im laufenden Jahr mit einer uneinheitlichen Entwicklung der Konjunktur zu rechnen. Wachstumsimpulse gehen weiterhin von den Schwellenländern wie China und Indien aus. In Japan ist dagegen nur ein moderates Wachstum zu erwarten.
Lateinamerika
In Lateinamerika dürfte insbesondere die restriktive Geldpolitik zu einer Verringerung der Expansionsgeschwindigkeit führen. Getragen wird das Wachstum von einer guten Binnennachfrage und hohen Rohstoffpreisen. Insgesamt wird das BIP in dieser Region 2011 voraussichtlich ein Plus von 3,2% aufweisen, nach einem Wachstum von 5,9% im Jahr 2010.