Personalentwicklung

Unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sollen ihre individuellen Fähigkeiten optimal im Unternehmen einbringen und im Rahmen von Fach-, Führungs- oder Projektleiterlaufbahnen weiterentwickeln können. Lebenslanges Lernen, kontinuierliches Feedback zur eigenen Leistung und berufliche Herausforderungen, die den Eignungen der Mitarbeiter bestmöglich entsprechen – darunter auch die Chance, im Ausland zu arbeiten – sind die wichtigsten Elemente unserer Personalentwicklung. Das Personalmanagement unterstützt unsere Führungskräfte durch Beratung und umfassende Fortbildung darin, diese Instrumente unternehmensweit einzusetzen.

Bedarfsgerechte Förderung von Mitarbeitern

In Zusammenarbeit mit der Donau-Universität Krems in Österreich, mit der wir auch in der Forschung kooperieren (siehe dazu Kapitel „Forschung und Entwicklung“), bieten wir ein berufsbegleitendes mba-Programm (Managementstudium) für qualifizierte Mitarbeiter ohne wirtschaftswissenschaftliche Ausbildung an. Auf diese Weise bereiten wir als forschendes Dialyseunternehmen insbesondere Naturwissenschaftler und Mediziner auf Management- und Führungsaufgaben vor. Die berufliche Weiterentwicklung unserer Mitarbeiter in der Forschung und Entwicklung fördern wir mit einem Seminarprogramm, das vom Projektmanagement bis hin zu rechtlichen und wissenschaftlichtechnischen Themen vielfältige Lerninhalte bietet.

Als einer der größten Arbeitgeber für medizinisches Personal weltweit spielt die Aus- und Weiterbildung von Dialysefachkräften für uns eine wichtige Rolle. In den USA zum Beispiel haben wir 2008 das Ultra-Care Clinical Advancement Program (UCAP) als Personal­entwicklungs­programm eingeführt, zunächst als Pilotprojekt. Dieses Pilotprogramm haben wir in den vergangenen zwei Jahren auf zusätzliche Kliniken ausgeweitet und auf der Grundlage regelmäßiger Gruppendiskussionen (Fokusgruppen) mit Programmteilnehmern kontinuierlich weiterentwickelt. Ende 2010 waren für UCAP rund 300 Dialysefachkräfte registriert; wir rechnen bis Ende 2011 mit weiteren 400 Teilnehmern. UCAP richtet sich mit fünf verschiedenen Entwicklungsstufen sowohl an neue als auch an erfahrene Mitarbeiter in Kliniken sowie im Heimtherapie- und Akutdialysebereich. Das Programm unterstützt Dialyseschwestern und -pfleger beim Aufbau und der Erweiterung ihrer Fach- und Führungskenntnisse und fördert ihre Bindung an das Unternehmen – auch, indem es auf weitere Karriereschritte vorbereitet, etwa eine Position als Klinikleiter oder -leiterin, als Pädagoge für die gesundheitliche Schulung von Patienten, oder als Mentor für Klinikmitarbeiter. Mit seinen Ausbildungsinhalten zur klinischen Praxis und Behandlungsqualität vermittelt das Programm zudem Kerninhalte unseres ganzheitlichen Therapiekonzepts UltraCare (weitere Informationen dazu im Abschnitt „Unser Geschäft mit Dialysedienstleistungen“) und soll so auch dazu beitragen, die Qualität unserer Dialysedienstleistungen weiter zu erhöhen. Im Jahr 2011 werden wir UCAP in weiteren Kliniken in den USA einführen und schließlich allen Dialysefachkräften in Nordamerika anbieten. Wie schon im Jahr 2010 befragen wir Teilnehmer auch im aktuellen Geschäftsjahr, welche Erfahrungen sie mit UCAP gemacht haben – so können wir das Programm immer besser auf die Bedürfnisse unserer Mitarbeiter zuschneiden.

Um insbesondere Führungskräfte im Klinikumfeld zu fördern und sie in ihrer Vorbildfunktion zu motivieren, nutzen wir über die klassische Fortbildung hinaus auch Angebote wie unser Mentorenprogramm Mentor Connection in den USA, bei dem erfahrene Klinikleiter neuen Kollegen beratend zur Seite stehen. Zudem verleihen wir Auszeichnungen an Klinikleiter, die sich besonders stark für Patienten und Mitarbeiter einsetzen und sehr gute Behandlungsergebnisse in den von ihnen geführten Dialysezentren vorweisen können.

Das Top-Management von Fresenius Medical Care nimmt am Programm von Fresenius für die Entwicklung der oberen Führungskräfteebene – dem Fresenius Advanced Management Program – teil. Dieses Programm wird im Jahr 2011 neu ausgerichtet; als Kooperationspartner konnte die renommierte Harvard Business School gewonnen werden.

Weiterentwicklung des Fortbildungsangebots

Ein Medium, das für die Personalentwicklung von Fresenius Medical Care über alle Funktionsbereiche hinweg an Bedeutung gewinnt, ist das E-Learning – digitale Fortbildungsangebote über das Inter- und Intranet. Ende 2010 waren bereits rund 11.500 Mitarbeiter im Online Learning Center der Region EMEALA (Europa, Naher Osten, Afrika, Lateinamerika) angemeldet – fast doppelt so viele wie Ende 2009. Auch in den USA haben wir im Berichtsjahr ein E-Learning-Portal eingeführt: das Learning Management System. Es wird vorerst für die verpflichtende Compliance-Schulung aller Mitarbeiter eingesetzt und soll in den kommenden Jahren zu einem Bildungsangebot mit vielfältigen Inhalten ausgebaut werden. Fresenius Medical Care will elektronische Lernangebote im Sinne eines integrierten Lernens („Blended Learning“) stärker in die Personalentwicklung einbinden: Indem wir das E-Learning mit der direkten Kommunikation in Präsenzkursen und dem praktischen Lernen am Arbeitsplatz verknüpfen, können wir unsere Mitarbeiter effizient auf die zunehmende Komplexität unseres international tätigen, schnell wachsenden Unternehmens vorbereiten und zugleich ihren individuellen Ansprüchen an Lerntempo, Flexibilität und Mobilität besser gerecht werden.

Berufsausbildung junger Menschen

In Deutschland investieren wir in die Zukunftsfähig keit des Unternehmens auch, indem wir junge Menschen ausbilden. Fresenius Medical Care ist sehr international ausgerichtet und hat in Deutschland vergleichsweise wenige Mitarbeiter siehe hier. Da wir im Verbund mit dem Fresenius-Konzern ausbilden, können wir jungen Frauen und Männern jedoch vielseitige Perspektiven in den verschiedensten Ausbildungsberufen bieten – vom Elektroniker für Geräte und Systeme über den Fachinformatiker, Chemie- und Biologielaboranten bis hin zum Industriekaufmann und Industrie mechaniker. 2010 haben wir unser Angebot an Ausbildungsgängen erneut erweitert. In Schweinfurt zum Beispiel boten wir erstmals eine zweijährige Ausbildung zum Industrieelektriker an, die auch für sehr gute Hauptschüler geeignet ist; ab 2011 wird das Werk zudem Systeminformatiker ausbilden.

Im Berichtsjahr beschäftigten wir gemeinsam mit dem Fresenius-Konzern (ohne den Geschäftsbereich Helios Kliniken, deren Ausbildung separat koordiniert wird) 369 Auszubildende. An allen Ausbildungsstandorten in Deutschland hat sich damit die Anzahl der Ausbildungsplätze um 14% weiter erhöht (2009: +7%).

Darüber hinaus waren im Jahr 2010 49 Studenten in den dualen Studiengängen eingeschrieben, die wir im Verbund mit Fresenius und mehreren Hochschulen anbieten, zum Beispiel Wirtschaftsinformatik oder Internationale Betriebswirtschaft. 2011 kommen einige neue duale Studiengänge hinzu, beispielsweise Healthcare Management. Dieser Studiengang verbindet die internationale Betriebswirtschaftslehre mit naturwissenschaftlichen und gesundheitsökonomischen Inhalten wie Sozial- und Versicherungssysteme und bereitet auf eine Tätigkeit in der Gesundheitsbranche vor – zum Beispiel in einem pharmazeutischen oder Medizintechnik-Unternehmen.

Durch Initiativen wie ein jährliches Unternehmensplanspiel, bei dem Auszubildende aller Fachrichtungen, Jahrgänge und Standorte in die Rolle von Unternehmern schlüpfen, erwerben die jungen Menschen über die fachliche Ausbildung hinaus auch soziale Kompetenzen, die im Berufsleben wichtig sind, etwa Teamgeist und Verantwortungsbewusstsein. Im Berichtsjahr wurden erneut Auszubildende von Fresenius Medical Care für ihre herausragenden Leistungen mit Staats- und Kammerpreisen ausgezeichnet. In den vergangenen Jahren konnten wir alle Auszubildenden und Berufsakademie-Studenten mit einem guten Abschluss übernehmen – und viele auch an unser Unternehmen binden: Am Standort Schweinfurt zum Beispiel sind rund 60% aller ehemaligen Auszubildenden seit Beginn der Ausbildungsaktivitäten vor mehr als 25 Jahren noch heute im Unternehmen tätig. Alle dual Studierenden, die übernommen werden konnten, arbeiten auch nach drei Jahren noch in der Fresenius-Gruppe – rund die Hälfte davon bei Fresenius Medical Care.

In Zusammenarbeit mit Schulen bieten wir gemeinsam mit Fresenius Informationstage, Betriebserkundungen, Praktika und Bewerbungstrainings an, um auch weiterhin junge Menschen für einen Berufseinstieg bei Fresenius Medical Care zu interessieren. Nicht zuletzt dank dieser Initiativen – und gegen den allgemeinen Trend am Ausbildungsmarkt – sind für das Ausbildungsjahr 2010 erneut mehr gute Bewerbungen eingegangen als im Vorjahr. Zudem unterstützen wir Projekte, die die Chancen junger Menschen auf dem Arbeitsmarkt verbessern sollen: Ab 2011 bieten wir zum Beispiel Praktikumsplätze im Rahmen der bundesweiten „Joblinge-Initiative“ an, deren Ziel es ist, Hauptschülern einen Ausbildungsplatz zu vermitteln. Auch am Girls’ Day haben wir uns 2010 wieder beteiligt. Der bundesweite Aktionstag soll Mädchen für technische und naturwissenschaftliche Berufe begeistern, die noch immer als Männerdomäne gelten.

Vielfalt im Unternehmen (Diversity)

Fresenius Medical Care achtet und fördert Vielfalt (Diversity). Wir sind überzeugt, dass erst durch verschiedene Sichtweisen, Meinungen, kulturelle Prägungen und Erfahrungswerte die Potenziale ausgeschöpft werden können, die uns erfolgreich machen. Einer der wichtigsten Faktoren dabei ist die internationale Prägung vor allem unserer Führungskräfte. Vielfalt heißt für uns auch, dass wir etwaige Hürden für die Entwicklung und Förderung weiblicher Mitarbeiter identifizieren und weiter abbauen wollen. Die Berücksichtigung von Frauen wird auch bei zukünftigen Besetzungsentscheidungen für Führungspositionen angestrebt und durch konkrete Maßnahmen wie flexible Arbeitszeiten und Teilzeitprogramme gefördert. Dennoch werden wir dazu keine festen Quoten vorsehen, da diese die Auswahl geeigneter Kandidaten pauschal einschränken würde. Wir sind überzeugt, dass eine offene Unternehmenskultur nur dann Bestand hat, wenn alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter unter gleichen Voraussetzungen eingestellt und gefördert werden. Grundsätzlich richtet sich die Auswahl am Unternehmensinteresse aus, so dass es bei der Besetzung von Positionen vorrangig auf die Qualifikation des Einzelnen ankommt.

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