Kapitel 1.3

Kapitalmarkt und Aktie

Aktienmarkt

Nach deutlichen Kursgewinnen von zum Teil mehr als 20% im Jahr 2009 entwickelten sich die weltweiten Aktienmärkte – insbesondere die wichtigen Aktienindizes wie DAX und Dow Jones – Anfang 2010 zunächst noch sehr schwach und verzeichneten in den ersten beiden Monaten des Jahres zum Teil deutliche Kursverluste. Verantwortlich hierfür waren die anhaltende Unsicherheit über die allgemeine Verfassung des Finanzsektors sowie eine verhaltene Einschätzung zur gesamtwirtschaftlichen Entwicklung des Marktgeschehens. Gestützt durch positive Konjunktursignale setzte dann ab Anfang März eine kurzfristige Trendumkehr an den Aktienmärkten ein. Das zweite und dritte Quartal waren von einer Seitwärtsbewegung geprägt, hauptsächlich verursacht durch Unsicherheiten auf den internationalen Kapitalmärkten – allen voran die Ratingabstufungen für Griechenland, Irland und Portugal; zugleich verunsicherte die Besorgnis über die weitere Entwicklung der US-Konjunktur viele Marktteilnehmer. Zum Jahresende sorgten wiederum günstige Quartalsergebnisse und verbesserte Gewinnaussichten vieler Unternehmen sowie die überraschend kräftige Konjunkturerholung in der EU für steigende Notierungen und bescherten so einen positiven Jahresausklang an den Aktienmärkten.

Per saldo verzeichneten die weltweit führenden Aktienindizes 2010 unterschiedlich hohe Zuwachsraten: Der US-amerikanische Dow-Jones-Index lag zum Ende des Jahres 2010 bei 11.578 Punkten – ein Plus von 11% gegenüber dem Stand zu Jahresbeginn. Nach einer Steigerung um 24% im Jahr 2009 verbuchte der deutsche Aktienindex DAX im Jahresverlauf ein Plus von 16%; er zählte damit zu den Indizes, die sich 2010 am besten entwickelten. Mit einem Stand von 5.957 Punkten ins Jahr gestartet, fiel er allerdings bis Anfang Februar zunächst auf den Jahrestiefststand von 5.434 Punkten. Zum Jahresende lag der DAX schließlich bei 6.914 Zählern.

Auch an den anderen europäischen Börsen war der allgemeine Trend positiv; die Zuwächse erreichten dort allerdings nicht das hohe Niveau von Dow Jones und DAX. Die asiatischen Märkte zeigten eine überwiegend verhaltene Performance: Die Kursgewinne des Singapurer Straits-Times-Index sowie des Hongkonger Hang-Seng-Index lagen 2010 bei 2 bzw. 3%. Der japanische Nikkei-Index dagegen schloss das Jahr mit einem Minus von 3%. Weitere Informationen zur Entwicklung der Aktienindizes enthält die Tabelle 1.3.1.

Aktienindex/Aktie


             
             
 
Land/
Region
1.1.2010
31.12.2010
Veränderung
Hoch
Tief
Quelle: Reuters-Daten, eigene Berechnungen.
DAX DE 5.957 6.914 16% 7.078 5.434
Dow Jones USA 10.428 11.578 11% 11.585 9.686
Nikkei JP 10.546 10.229 – 3% 11.339 8.824
CAC FR 3.936 3.805 – 3% 4.066 3.331
FTSE GB 5.413 5.900 – 9% 6.009 4.806
DJ EURO STOXX 50 EU 2.965 2.807 – 5% 3.018 2.489
DJ EURO STOXX Healthcare EU 366 389 6% 397 347
             
Fresenius Medical Care-Stammaktie DE 36,94 43,23 17% 45,79 36,10
Fresenius Medical Care-ADR USA 53,01 57,69 9% 64,01 47,41

Das Börsenjahr 2010 wartete mit sehr heterogenen Entwicklungen für die einzelnen Branchen auf. Im Zuge der sich verbessernden Konjunkturaussichten verbuchten die Aktien, die gemeinhin als zyklisch eingestuft werden – zum Beispiel aus exportorientierten Sektoren – die stärksten Kursgewinne. Dagegen schnitten Werte aus der Finanzbranche überwiegend schwach ab; Werte der Gesundheitsbranche (Healthcare-Sektor) zeigten im oben skizzierten Umfeld eine durchschnittliche Entwicklung.

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