04.6
Quantitative und Qualitative Offenlegung von Marktrisiken
MARKTRISIKEN
Die Gesellschaft betreibt ihr Geschäft auf Märkten mit hoher Wettbewerbsintensität und unterliegt laufenden Veränderungen der Geschäfts-, Wirtschafts- und Wettbewerbsbedingungen. Das Geschäft wird insbesondere von folgenden Faktoren beeinflusst:
- Veränderungen in den Kostenerstattungssätzen
- intensiver Wettbewerb
- Wechselkursschwankungen
- unsichere Akzeptanz bei der Einführung neuer Produkte
- technologische Entwicklungen in der Branche
- Unsicherheiten über den Ausgang von Rechtsstreitigkeiten oder Ermittlungsverfahren sowie über die Entwicklung von staatlichen Regulierungen im Gesundheitssektor
- Verfügbarkeit von Finanzierungsmöglichkeiten.
Die Geschäftstätigkeit ist weiteren Risiken und Unsicherheiten ausgesetzt, die die Gesellschaft in zeitlichen Abständen im Rahmen der von ihr zu veröffentlichenden Berichte darstellt. Veränderungen in jedem dieser Bereiche können dazu führen, dass die Ergebnisse der Gesellschaft wesentlich von denen abweichen, die die Gesellschaft oder andere vorhergesagt haben oder vorhersagen könnten.
ERSTATTUNGSSÄTZE
Die Gesellschaft erwirtschaftete 2008 etwa 35 % ihrer weltweiten Umsatzerlöse aus Quellen, die den Regulierungen von staatlichen US-amerikanischen Gesundheitsprogrammen unterliegen. In der Vergangenheit haben sich die Erstattungssätze dieser Programme als Ergebnis von Kosteneinsparungen zum Abbau des US-Haushaltsdefizits und von Maßnahmen der Gesundheitsreform geändert. Dies betrifft insbesondere den Medicare-Pauschalsatz, den Erstattungssatz für EPO, die Erstattungssätze für andere Dialyse- und sonstige Leistungen und Produkte, sowie andere wesentliche Aspekte dieser Programme. Diese können sich in der Zukunft ändern.
Ein erheblicher Anteil der Umsätze der Gesellschaft stammt aus der Kostenerstattung durch nicht-staatliche Versicherungsträger. In der Vergangenheit lagen die Erstattungssätze dieser Versicherungsträger im Allgemeinen über denen vergleichbarer staatlicher Programme in den jeweiligen Ländern. Die nicht-staatlichen Versicherungsträger führen jedoch ebenfalls Maßnahmen zur Kostenbegrenzung durch, die einen erheblichen Druck auf die Höhe der Erstattungen zur Folge haben, die die Gesellschaft für ihre Leistungen und Produkte erhält.
INFLATION
Die Auswirkungen der Inflation auf das operative Ergebnis waren für die im Konzernabschluss dargestellten Zeiträume nicht wesentlich. Allerdings unterliegt der überwiegende Teil der Umsatzerlöse im Bereich der Dialysebehandlung bestimmten Erstattungssätzen, die von staatlicher Seite festgelegt werden. Ein weiterer beträchtlicher Anteil der Umsätze, vor allem in den USA, stammt von Kunden, deren Umsätze ebenfalls von den regulierten Erstattungssätzen abhängen. Private Versicherungsträger üben zusätzlichen Druck auf die Erstattungssätze aus. Gestiegene Betriebskosten, die der Inflation unterliegen, wie etwa für Löhne und für Verbrauchsmaterialien, können möglicherweise nicht durch Preissteigerungen ausgeglichen werden, wenn keine entsprechende Anhebung der an die Gesellschaft und ihre Kunden zu zahlenden Vergütungen erfolgt. Dadurch könnten wesentliche negative Auswirkungen auf das Geschäft, die finanzielle Lage und das operative Ergebnis der Gesellschaft eintreten.
MANAGEMENT VON WÄHRUNGS- UND ZINSRISIKEN
Die Gesellschaft ist hauptsächlich Marktrisiken aus der Veränderung von Wechselkursen und Zinssätzen ausgesetzt. Zur Steuerung der Risiken aus Veränderungen von Devisenkursen und Zinssätzen tritt die Gesellschaft im Rahmen der vom Vorstand der persönlich haftenden Gesellschafterin festgelegten Limite in Sicherungsgeschäfte mit Banken ein, deren Bonitätseinstufung im Allgemeinen mindestens der Kategorie „A“ entspricht. Die Gesellschaft geht keine Kontrakte über Finanzinstrumente für Handels- oder Spekulationszwecke ein.
Die Fresenius SE führt auf der Basis eines Dienstleistungsvertrags für die Gesellschaft und ihre anderen Tochtergesellschaften deren Aktivitäten auf dem Gebiet der Finanzinstrumente durch. Dies geschieht grundsätzlich unter der Kontrolle einer zentralen Abteilung. Die Fresenius SE hat im Einverständnis mit der Gesellschaft Richtlinien für die Risikobeurteilung und für die Kontrolle des Einsatzes von Finanzinstrumenten festgelegt. Sie beinhalten eine klare Trennung der Verantwortlichkeiten in Bezug auf die Ausführung auf der einen und die Abwicklung, Buchhaltung und Kontrolle auf der anderen Seite.
FREMDWÄHRUNGSRISIKEN. Die Gesellschaft betreibt das Geschäft weltweit in mehreren Währungen, obwohl ihre Geschäftstätigkeit hauptsächlich in Deutschland und in den USA stattfindet. Für die Finanzberichterstattung ist der US-Dollar die Berichtswährung. Daher beeinflussen Wechselkursänderungen zwischen dem US-Dollar und den lokalen Währungen, in denen die Jahresabschlüsse der internationalen Tochtergesellschaften erstellt werden, das im Konzernabschluss ausgewiesene Geschäftsergebnis und die finanzielle Lage der Gesellschaft. Die Gesellschaft hat bei der Konsolidierung der Bilanzen der nicht auf US-Dollar-Basis geführten Tochtergesellschaften die Umrechnung in US-Dollar mit dem Wechselkurs am Bilanzstichtag vorgenommen. Erträge und Aufwendungen werden mit dem Durchschnittskurs der Berichtsperiode umgerechnet.
Die Fremdwährungsrisiken ergeben sich aus Transaktionen wie Verkäufen und Einkäufen in fremder Währung. Die Gesellschaft fakturiert die Verkäufe von in ihren europäischen Produktionsstätten hergestellten Produkten an internationale Geschäftseinheiten überwiegend in Euro. Dadurch werden die Tochtergesellschaften von Wechselkursänderungen zwischen dem Euro und den Währungen betroffen, in denen sie ihre lokalen Geschäftstätigkeiten durchführen. Zur Sicherung der bestehenden oder zu erwartenden Transaktionsrisiken setzt die Gesellschaft Devisentermingeschäfte und in geringem Umfang Devisenoptionen ein. Es ist ein von der Gesellschaft konsequent verfolgter Grundsatz, derivative Finanzinstrumente ausschließlich zur Absicherung von Währungsrisiken einzusetzen. Die Gesellschaft hat solche Instrumente für keine anderen Zwecke als die Risikoabsicherung genutzt.
Im Zusammenhang mit Konzerndarlehen in fremder Währung tätigt die Gesellschaft in der Regel Devisenswapgeschäfte um sicherzustellen, dass aus diesen Darlehen keine Wechselkursrisiken entstehen.
Die Gesellschaft ist dem Risiko ausgesetzt, dass die Vertragspartner bei derivativen Finanzinstrumenten ihre Leistungsverpflichtungen nicht erfüllen. Es wird jedoch nicht erwartet, dass Vertragspartner ihren Verpflichtungen nicht nachkommen, da es sich bei den Vertragspartnern im Allgemeinen um Banken handelt, deren Bonitätseinstufung mindestens der Stufe „A“ entspricht. Das gegenwärtige Kreditrisiko der Gesellschaft aus Devisenterminkontrakten ergibt sich aus dem Marktwert der Kontrakte, die zum Berichtszeitpunkt einen positiven Marktwert haben. Die folgende Tabelle liefert Informationen über die Devisenterminkontrakte zum 31. Dezember 2008. Die Werte sind in den entsprechenden US-Dollar-Äquivalenten angegeben.
Die Tabelle zeigt die Nominalbeträge nach Fälligkeitsjahr, die Marktwerte der Kontrakte, die die unrealisierten Gewinne (Verluste) aus den zum 31. Dezember 2008 bestehenden Kontrakten darstellen, und das in den Kontrakten mit positiven Marktwerten enthaltene Kreditrisiko zum 31. Dezember 2008. Alle Kontrakte sind innerhalb von 25 Monaten nach dem Bilanzstichtag fällig.
| Tabelle 04.6.1 | FREMDWÄHRUNGSRISIKO |
| in Mio. US-$, 31. Dezember | Nominalwert | Marktwert | Kreditrisiko | |||
|---|---|---|---|---|---|---|
| 2009 | 2010 | 2011 | Gesamt | |||
| Kauf von € gegen US-$ | 113 |
41 |
– |
154 |
– |
7 |
| Verkauf von € gegen US-$ | 14 |
– |
– |
14 |
– |
– |
| Kauf von € gegen andere Währungen | 501 |
32 |
– |
533 |
12 |
38 |
| Verkauf von € gegen andere Währungen | 30 |
– |
– |
30 |
– |
– |
| Sonstige | 83 |
15 |
1 |
99 |
2 |
9 |
| GESAMT | 741 |
88 |
1 |
830 |
14 |
54 |
In der folgenden Tabelle sind die jährlichen Höchst- und Tiefstkurse der vergangenen fünf Jahre für den Euro gegenüber dem US-Dollar sowie die Durchschnittskurse angegeben.
| Tabelle 04.6.2 |
| US-$ je € | Jahreshöchstkurs | Jahrestiefstkurs | Jahresdurchschnittskurs | Jahresendkurs |
|---|---|---|---|---|
| 2008 | 1,5990 |
1,2460 |
1,4713 |
1,3917 |
| 2007 | 1,4874 |
1,2893 |
1,3705 |
1,4721 |
| 2006 | 1,3331 |
1,1826 |
1,2558 |
1,3170 |
| 2005 | 1,3507 |
1,1667 |
1,2442 |
1,1797 |
| 2004 | 1,3633 |
1,1802 |
1,2439 |
1,3621 |
SENSITIVITÄTSANALYSE FREMDWÄHRUNGSRISIKO. Für die Abschätzung und Quantifizierung der Transaktionsrisiken in fremder Währung betrachtet die Gesellschaft die mit hinreichender Wahrscheinlichkeit eintretenden Zahlungsströme der nächsten drei Monate als relevante Bemessungsgrundlage für die Durchführung einer Sensitivitätsanalyse. Für diese Analyse wird unterstellt, dass sich alle Wechselkurse, in denen der Konzern zum Stichtag ungesicherte Währungspositionen hatte, um 10 % negativ ändern. Durch Multiplikation der ermittelten ungesicherten Risikopositionen mit diesem Faktor ergibt sich ein maximal möglicher negativer Einfluss der Transaktionsrisiken auf die Ertragslage der Gesellschaft in Höhe von 11 Mio US-$.
ZINSENRISIKEN. Die Gesellschaft ist Zinsänderungsrisiken ausgesetzt, die ihre variabel verzinsten Darlehen beeinflussen. Die Gesellschaft geht Darlehens- und Anleiheverbindlichkeiten ein und hat ein Forderungsverkaufsprogramm aufgelegt, um ihre allgemeinen Unternehmenszwecke, die Investitionstätigkeit und ihren Betriebsmittelbedarf zu finanzieren. Infolgedessen setzt die Gesellschaft Finanzderivate, vor allem Zinsswaps, ein, um sich durch den Tausch von variablen Zinsen in Festzinssätze gegen Zinsänderungsrisiken aus variabel verzinsten Krediten abzusichern.
Die Gesellschaft nutzt als Cash Flow Hedges klassifizierte Zinsswaps, um bestimmte, in US-Dollar zu leistende Zinszahlungen aus der Kreditvereinbarung 2006 in fixe Zinszahlungen zu konvertieren. Diese Swap-Vereinbarungen mit einem Nominalwert von 2,85 Mrd. US-$ laufen zu verschiedenen Terminen zwischen 2009 und 2012 aus. Durch sie sind die variablen Zinssätze eines Großteils der revolvierenden US-$-Darlehen der Gesellschaft bei einem durchschnittlichen Zinssatz von 4,37 % zuzüglich Marge fixiert. Die aus den Swap-Vereinbarungen resultierenden Zinsverbindlichkeiten und Zinsforderungen werden abgegrenzt und als Anpassung des Zinsaufwands zum jeweiligen Bilanzstichtag erfasst. Diese Vereinbarungen hatten zum 31. Dezember 2008 einen Marktwert von -149 Mio. US-$.
Die nachstehende Tabelle zeigt für die wesentlichen Verbindlichkeiten und die entsprechenden Zinsswaps jeweils die Nominalbeträge sowie die entsprechend gewichteten durchschnittlichen Zinssätze nach dem Jahr der Fälligkeit.
| Tabelle 04.6.3 | ZINSÄNDERUNGSRISIKO |
| in Mio. US-$ | 2009 | 2010 | 2011 | 2012 | 2013 | Danach | Gesamt | Marktwert 31. Dez. 2008 |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Variabel verzinste US-$ Finanzierungen |
||||||||
| Tilgungszahlungen Kreditvereinbarung 2006 Variabler Zinssatz = 3,92 % |
134 |
134 |
1.410 |
1.142 |
379 |
3.199 |
3.199 |
|
| Forderungsverkaufsprogramm Variabler Zinssatz = 2,29 % |
539 |
539 |
539 |
|||||
| EIB Darlehen Variabler Zinssatz = 2,03 % |
49 |
49 |
49 |
|||||
| Variabel verzinste € Finanzierungen |
||||||||
| Tilgungszahlungen Kreditvereinbarung 2006 Variabler Zinssatz = 3,49 % |
167 |
167 |
167 |
|||||
| Schuldscheindarlehen 2005 / 2009 Variabler Zinssatz = 6,871 % |
103 |
103 |
103 |
|||||
| EIB Darlehen Variabler Zinssatz = 4,77 % |
125 |
125 | 125 |
|||||
| Festverzinsliche US-$ Finanzierungen |
||||||||
| Genussscheinähnliche Wertpapiere der Fresenius Medical Care Capital Trusts Festzins = 7,875 % / emittiert 2001 |
224 |
224 |
213 |
|||||
| Anleihe 2007/2017 Festzins = 6,875 % |
492 |
492 |
466 |
|||||
| Festverzinsliche € Finanzierungen |
||||||||
| Genussscheinähnliche Wertpapiere der Fresenius Medical Care Capital Trusts Festzins = 7,375 % / emittiert 2001 |
417 |
417 |
413 |
|||||
| Schuldscheindarlehen 2005 / 2009; Festzins = 4,57 % |
175 |
175 |
173 |
|||||
| Zinsderivate | ||||||||
| Nominalvolumen der US-$ Payer Swaps | 450 |
250 |
1.000 |
1.150 |
2.850 |
(149) |
||
| durchschnittlich gezahlter Festzins = 4,37 % 4,84 % | 4,28 % |
4,10 % |
4,45 % |
4,37 % |
||||
| erhaltener Zins = 3-Monats-$-LIBOR | ||||||||
| Die oben angegebenen variablen Zinssätze sind Zinssätze zum 31. Dezember 2008. | ||||||||
SENSITIVITÄTSANALYSE ZINSENRISIKO. Zur Analyse der Auswirkungen von Änderungen der für die Gesellschaft relevanten Referenzzinsen auf die Ertragslage der Gesellschaft wird der Anteil der Finanzverbindlichkeiten ermittelt, der originär zu variablen Sätzen verzinst wird und nicht durch den Einsatz von Zinsswaps oder Zinsoptionen gegen einen Anstieg der Referenzzinsen gesichert ist. Für den auf diese Weise ermittelten Teil der Finanzverbindlichkeiten wird unterstellt, dass die Referenzzinssätze am Berichtsstichtag jeweils einheitlich um 0,5 % höher gewesen wären als sie tatsächlich waren. Der daraus folgende zusätzliche jährliche Zinsaufwand wird zum Konzern-Jahresüberschuss ins Verhältnis gesetzt. Diese Analyse ergibt, dass ein Anstieg der für die Gesellschaft relevanten Referenzzinssätze um 0,5 % einen Einfluss auf den Konzern-Jahresüberschuss von weniger als 1 % hätte.








