04.4
Liquidität und Mittelherkunft
Wesentliche Quellen der Liquidität waren in der Vergangenheit Mittelzuflüsse aus laufender Geschäftstätigkeit, aus Darlehen von Dritten und von verbundenen Unternehmen sowie aus der Ausgabe von Aktien und Anleihen. Die Gesellschaft benötigt diese Liquidität vornehmlich zur Finanzierung des Nettoumlaufvermögens, zur Finanzierung von Akquisitionen und Entwicklung von eigenständigen Dialysezentren, zur Anschaffung von Ausrüstung für bestehende oder neue Dialysezentren und Produktionsstätten, zur Rückzahlung von Finanzverbindlichkeiten und für Dividendenausschüttungen.
Zum 31. Dezember 2008 verfügte die Gesellschaft über liquide Mittel in Höhe von 222 Mio. US-$. Des Weiteren standen der Gesellschaft nicht genutzte Kreditlinien – wie nachfolgend näher beschrieben – in Höhe von 820 Mio. US-$ zur Verfügung.
LAUFENDE GESCHÄFTSTÄTIGKEIT
In den vergangenen zwei Jahren 2008 und 2007 hat die Gesellschaft Mittelzuflüsse aus der laufenden Geschäftstätigkeit in Höhe von 1.016 Mio. US-$ bzw. 1.200 Mio. US-$ generiert. Die Mittelzuflüsse aus der laufenden Geschäftstätigkeit werden beeinflusst durch die Rentabilität des Geschäfts der Gesellschaft, durch die Entwicklung ihres Nettoumlaufvermögens, insbesondere des Forderungsbestands, und Zahlungsabflüsse aufgrund verschiedener Einzelsachverhalte (insbesondere Zahlungen im Zusammenhang mit nicht anerkannten steuerlichen Abzügen und rechtlichen Verfahren).
Die Rentabilität des Geschäfts der Gesellschaft hängt wesentlich von den Erstattungssätzen ab. Etwa 73 % der Umsätze der Gesellschaft entfallen auf Dialysebehandlungen, wobei ein erheblicher Anteil entweder von staatlichen Gesundheitsorganisationen oder von privaten Versicherungsgesellschaften erstattet wird. Im Geschäftsjahr 2008 resultierten etwa 35 % des Konzernumsatzes aus den Erstattungen von staatlichen US-Gesundheitsprogrammen wie Medicare und Medicaid. Gesetzesänderungen können alle Medicare-Erstattungssätze für die von der Gesellschaft erbrachten Dienstleistungen wie auch den Umfang der Medicare-Leistungen betreffen. Eine Senkung der Erstattungssätze oder eine Verringerung des Leistungsumfangs könnte wesentliche negative Auswirkungen auf das Geschäft, die Finanzlage und das operative Ergebnis der Gesellschaft haben und damit auf die Fähigkeit der Gesellschaft, Zahlungsmittelzuflüsse zu erzeugen. In der Vergangenheit erlebte die Gesellschaft im Allgemeinen stabile Erstattungen für ihre Dialysebehandlungen, und sie erwartet diese auch in der Zukunft. Das beinhaltet den Ausgleich von ungünstigen Änderungen der Erstattungssätze in gewissen Ländern durch günstige Änderungen in anderen Ländern. Der Abschnitt „Überblick“ enthält eine Darstellung von neuen Änderungen in Medicare-Erstattungssätzen, einschließlich der Vorschriften zur Implementierung eines gebündelten Erstattungssystems.
Des Weiteren hängen die Mittelzuflüsse aus der laufenden Geschäftstätigkeit von der Einziehung der Forderungen ab. Das Nettoumlaufvermögen betrug zum 31. Dezember 2008 1.068 Mio. US-$, ein Anstieg gegenüber 833 Mio. US-$ am 31. Dezember 2007. Ursache waren hauptsächlich die gestiegenen Forderungsbestände. Das Verhältnis von Umlaufvermögen zu kurzfristigen Verbindlichkeiten betrug 1,34. Die Gesellschaft könnte bei der Durchsetzung und Einziehung der Forderungen auf Schwierigkeiten mit den Rechtssystemen einiger Länder stoßen. Einige Kunden und staatliche Einrichtungen können längere Forderungslaufzeiten haben. Eine Verlängerung der Forderungslaufzeiten könnte einen wesentlichen negativen Effekt auf die Fähigkeit der Gesellschaft zur Generierung von Mittelzuflüssen haben. Im Geschäftsjahr 2008 verzeichnete die Gesellschaft weltweit Verzögerungen im Zahlungsverhalten ihrer Kunden. Der Forderungsbestand zum 31. Dezember 2008 bzw. 31. Dezember 2007 entsprach nach Wertberichtigungen etwa 77 bzw. 73 Nettotagesumsätzen mit gestiegenen Beständen in beiden Segmenten der Gesellschaft. Der Anstieg im Segment Nordamerika ist hauptsächlich zurückzuführen auf die Einführung von Venofer im Produktgeschäft Ende 2008 als auch auf Verzögerungen bei der Vergütung im Dialysedienstleistungsgeschäft, ausgelöst durch die Einführung einer neuen Identifikationsnummer für Anbieter von Dienstleistungen im Gesundheitswesen durch Medicare und Medicaid und durch andere Verzögerungen im Zusammenhang mit Identifikationsnummern für neueröffnete und erworbene Kliniken. Die Erhöhung im Segment International spiegelt im Wesentlichen Zahlungsverzögerungen bei staatlichen Stellen wider, die von der aktuellen weltweiten Finanzmarktkrise betroffen sind. Da die Gesellschaft einen Großteil ihrer Erstattungen von staatlichen Gesundheitsorganisationen und privaten Versicherungsgesellschaften erhält, geht sie davon aus, dass die meisten ihrer Forderungen einbringlich sind, wenn auch in unmittelbarer Zukunft etwas langsamer.
Die folgende Tabelle stellt eine Übersicht über die Entwicklung der Forderungslaufzeiten nach operativen Segmenten dar:
| Tabelle 04.4.1 | ENTWICKLUNG DER FORDERUNGSLAUFZEITEN |
| in Tagen, zum 31. Dezember | 2008 | 2007 |
|---|---|---|
| Nordamerika | 60 |
58 |
| International | 107 |
104 |
| GESAMT | 77 |
73 |
Zins- und Ertragsteuerzahlungen haben ebenfalls einen wesentlichen Einfluss auf die Mittelzuflüsse aus der laufenden Geschäftstätigkeit.
Die Gesellschaft hat mehrere steuerliche und andere Sachverhalte identifiziert, die ihre Mittelzuflüsse aus der laufenden Geschäftstätigkeit in unmittelbarer Zukunft wie folgt beeinflussen werden oder beeinflussen könnten:
Die deutschen Steuerbehörden haben im 3. Quartal 2006 ihre Betriebsprüfung der Steuerjahre 1998-2001 im Wesentlichen abgeschlossen und im 2. Quartal 2008 einen Prüfungsbericht erstellt. Die Gesellschaft hat die sich aus der Betriebsprüfung ergebenden zusätzlichen Aufwendungen im Geschäftsjahr 2006 bilanziert und in der Folge alle erforderlichen Beträge an die Finanzbehörden gezahlt. Die Gesellschaft hat gegen die Versagung der Abzugsfähigkeit der zivilrechtlichen Vergleichszahlungen in den Steuererklärungen der FMCH für Vorjahre durch den Internal Revenue Service („IRS“) Anträge auf Erstattung eingereicht. Die Gesellschaft hat mit dem IRS eine Vergleichsvereinbarung abgeschlossen, mit der der Einspruch der Gesellschaft gegen die Versagung der Abzugsfähigkeit von zivilrechtlichen Vergleichszahlungen, die im Zusammenhang mit dem Abschluss der Untersuchungen im Jahre 2000 an Initiatoren einer Klage nach dem Qui-tam-Verfahren geleistet wurden, beigelegt wird. Aufgrund dieser Vergleichsvereinbarung erhielt die Gesellschaft im September 2008 eine Erstattung in Höhe von 37 Mio. US-$ inklusive Zinsen. Mit dem Vergleich bleibt der Gesellschaft das Recht vorbehalten, vor den US-amerikanischen Bundesgerichten weiterhin das Ziel einer Erstattung für alle anderen versagten Abzüge zu verfolgen.
Die Gesellschaft hat im Steuerjahr 1997 eine Abschreibung auf eine ihrer Tochtergesellschaften vorgenommen, die die deutschen Steuerbehörden im Rahmen ihrer steuerlichen Betriebsprüfung der Jahre 1996 und 1997 nicht anerkannt haben. Die Gesellschaft stimmt mit dieser Entscheidung nicht überein und geht davon aus, dass ihre Argumente Gültigkeit haben. Daher hat sie beim zuständigen deutschen Finanzgericht Klage gegen diese Entscheidung der Finanzbehörden erhoben. Ein nachteiliger Ausgang dieser Rechtsstreitigkeit könnte erhebliche negative Auswirkungen auf das operative Ergebnis der Gesellschaft für den entsprechenden Berichtszeitraum haben. Die Gesellschaft hat für diesen Sachverhalt eine Verbindlichkeit gegenüber der Fresenius SE ausgewiesen (siehe Anmerkung 3 „Geschäftsbeziehungen mit nahestehenden Unternehmen und Personen – Sonstiges“).
Die steuerliche Betriebsprüfung der FMCH durch den IRS für die Jahre 2002 bis 2004 ist abgeschlossen worden. Mit Ausnahme der Nichtanerkennung der Abzugsfähigkeit der in dem Prüfungszeitraum für konzerninternes genussrechtsähnliches Kapital gezahlten Vergütungen handelt es sich um routinemäßige Anpassungen, die im Konzernabschluss berücksichtigt wurden. Die Gesellschaft hat gegen die Nichtanerkennung der Abzüge und einige der anderen Anpassungen Einspruch eingelegt und wird alle Rechtsmittel nutzen. Ein nachteiliger Ausgang dieser Rechtsstreitigkeit könnte erhebliche negative Auswirkungen auf das operative Ergebnis und die Liquidität haben.
Die Gesellschaft unterliegt derzeit steuerlichen Betriebsprüfungen in den USA, in Deutschland sowie in weiteren Ländern. Die Gesellschaft hat im Zusammenhang mit einigen dieser Betriebsprüfungen Mitteilungen über nachteilige Anpassungen und Nichtanerkennungen erhalten. Die Gesellschaft hat unter anderem Einsprüche gegen diese Festsetzungen eingelegt. Wenn die Einwände und Einsprüche der Gesellschaft nicht erfolgreich sein sollten, könnte die Gesellschaft gezwungen sein, zusätzliche Steuerzahlungen zu leisten, einschließlich Zahlungen an bundesstaatliche Behörden, die das Ergebnis der Anpassungen unserer Bundes-Steuererklärungen in den USA sind. Im Hinblick auf andere mögliche Anpassungen und Versagungen in steuerlichen Angelegenheiten, die gegenwärtig untersucht werden oder für die nur vorläufige Vereinbarungen getroffen wurden, wird nicht erwartet, dass eine nachteilige Entscheidung wesentliche Auswirkungen auf die Ertragslage der Gesellschaft haben würde. Die Gesellschaft ist gegenwärtig nicht in der Lage, den Zeitpunkt für diese potentiellen Steuernachzahlungen zu bestimmen.
Am 2. April 2001 beantragten die W.R. Grace & Co. und einige ihrer Tochtergesellschaften die Reorganisation nach Chapter 11 des US-amerikanischen Konkursrechts (das „Grace Chapter 11-Insolvenzverfahren“). Die Vergleichsvereinbarung mit den Asbest-Gläubigerausschüssen im Namen der W.R. Grace & Co.-Konkursmasse (siehe Anmerkung 18) sieht nach der stattgefundenen Genehmigung der Vergleichsvereinbarung durch das US-Bezirksgericht und der den Vergleich einschließenden Bestätigung des Sanierungsplans der W.R. Grace eine von der Gesellschaft zu leistende Zahlung in Höhe von 115 Mio. US-$ vor. Die Rückstellung, die im Jahr 2001 zur Abdeckung der Verpflichtungen der Gesellschaft aus mit dem Zusammenschluss von 1996 verbundenen Rechtsangelegenheiten gebucht wurde, beinhaltet die Zahlung von 115 Mio. US-$. Die Zahlungsverpflichtung ist unverzinslich.
Sollten alle potentiellen Steuernachzahlungen und die Vergleichszahlung für das Grace Chapter 11-Verfahren gleichzeitig fällig werden, könnte sich dies in der entsprechenden Berichtsperiode wesentlich negativ auf den Mittelzufluss aus der laufenden Geschäftstätigkeit auswirken. Die Gesellschaft erwartet jedoch, dass die Mittelzuflüsse aus der laufenden Geschäftstätigkeit und, wenn notwendig, die verfügbare Liquidität zur Erfüllung aller derartigen Verpflichtungen bei deren Fälligkeit ausreichen.
INVESTITIONSTÄTIGKEIT
Die Mittelabflüsse aus der Investitionstätigkeit der Gesellschaft in den Geschäftsjahren 2008 und 2007 betrugen 891 Mio. US-$ und 777 Mio. US-$.
Die Investitionen in Sachanlagen betrugen nach Abzug von Einnahmen aus Abgängen 673 Mio. US-$ für 2008 und 543 Mio. US-$ für 2007. 2008 betrugen die Investitionen in Sachanlagen 384 Mio. US-$ im Segment Nordamerika und 289 Mio. US-$ im Segment International. Die Investitionen in Sachanlagen im Geschäftsjahr 2007 betrugen 314 Mio. US-$ im Segment Nordamerika und 229 Mio. US-$ im Segment International. Der größte Teil der Investitionsausgaben wurde für die Ausrüstung neuer Kliniken, die Instandhaltung bestehender Kliniken, die Instandhaltung und den Ausbau der Produktionskapazitäten, vorwiegend in Nordamerika und Deutschland sowie in 2008 in Japan und Frankreich, in 2007 in Japan, verwendet. Des Weiteren verzeichnete die Gesellschaft gestiegene Investitionen in Geräte, die Kunden, vorwiegend im Segment International, zur Verfügung gestellt wurden, meist im Rahmen von Operating Leases. Die Investitionen in Sachanlagen machten etwa 6 % des Gesamtumsatzes der Geschäftsjahre 2008 und 2007 aus.
Für Akquisitionen, die vornehmlich aus Dialysekliniken und Lizenzvereinbarungen bestanden, investierte die Gesellschaft 2008 Mittel in Höhe von etwa 227 Mio. US-$ (113 Mio. US-$ im Segment Nordamerika, 57 Mio. US-$ im Segment International und 57 Mio. US-$ in den Zentralbereichen) und 2007 etwa 143 Mio. US-$ (63 Mio. US-$ im Segment Nordamerika und 80 Mio. US-$ im Segment International). Des Weiteren zahlte die Gesellschaft 2007 etwa 120 Mio. US-$ im Zusammenhang mit der Akquisition der Renal Solutions Inc. Die Gesellschaft verzeichnete außerdem in den Geschäftsjahren 2008 und 2007 Einzahlungen von 59 Mio. US-$ and 29 Mio. US-$ im Zusammenhang mit Veräußerungen.
2008 vergab die Gesellschaft ein Darlehen in Höhe von 50 Mio. US-$ an ihre Muttergesellschaft Fresenius SE (siehe Anmerkung 3 „Geschäftsbeziehungen mit nahestehenden Unternehmen und Personen“).
Für 2009 sind Investitionen in Sachanlagen in Höhe von etwa 550 Mio. US-$ bis 650 Mio. US-$ sowie Akquisitionen im Umfang von etwa 200 Mio. US-$ bis 300 Mio. US-$ vorgesehen.
FINANZIERUNGSTÄTIGKEIT
Aus der Finanzierungstätigkeit ergaben sich im Geschäftsjahr 2008 Mittelabflüsse in Höhe von 156 Mio. US-$ verglichen mit Mittelabflüssen von 341 Mio. US-$ im Jahr 2007.
Im Jahr 2008 wurden die Mittel hauptsächlich verwendet für die Rückzahlung der genussscheinähnlichen Wertpapiere (678 Mio. US-$), die Zahlung von Dividenden (252 Mio. US-$) sowie für die Zahlung im November 2008 der verbleibenden finanziellen Verbindlichkeiten aus der RSI Akquisition im Geschäftsjahr 2007 (56 Mio. US-$). Die Gesellschaft erzielte Mittelzuflüsse aus Erlösen aus dem Forderungsverkaufsprogramm und anderen bestehenden langfristigen Kreditfazilitäten. Im Jahr 2007 wurden die Mittel im Wesentlichen für die Rückführung des Forderungsverkaufsprogramms und anderer Darlehen sowie die Zahlung von Dividenden verwendet. Die Gesellschaft konnte 2007 Nettoerlöse in Höhe von 484 Mio. US-$ aus der Emission ihrer vorrangigen Anleihe mit Fälligkeit im Jahr 2017 erzielen.
Für eine Beschreibung der kurzfristigen Darlehen einschließlich der Verbindlichkeiten aus dem Forderungsverkaufsprogramm siehe auch Anmerkung 8 „Kurzfristige Darlehen, sonstige Finanzverbindlichkeiten und kurzfristige Darlehen von verbundenen Unternehmen“. Für eine Beschreibung der langfristigen Finanzierungsquellen der Gesellschaft einschließlich der Kreditvereinbarung 2006, der Anleihen und der Kreditvereinbarung mit der europäischen Investitionsbank („EIB“) der Gesellschaft siehe auch Anmerkung 9 „Langfristige Verbindlichkeiten und Verbindlichkeiten aus aktivierten Leasingverträgen“. Für eine Beschreibung der Genussscheinähnlichen Wertpapiere siehe auch Anmerkung 11 „Genussscheinähnliche Wertpapiere“.
Die folgende Tabelle bietet eine Übersicht über die der Gesellschaft zur Verfügung stehenden Liquiditätsquellen:
| Tabelle 04.4.2 | Liquiditätsreserven |
| in Mio. US-$ | Gesamt | Erlöschen nach | |||||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| 1 Jahr | 2 – 5 Jahren | über 5 Jahren | |||||||||
| Forderungsverkaufsprogramm1 | 11 |
11 |
– |
– |
|||||||
| Kreditvereinbarung | 583 |
– |
583 |
– |
|||||||
| Sonstige nicht genutzte Kreditlinien | 226 |
226 |
– |
– |
|||||||
| GESAMT | 820 |
237 |
583 |
– |
|||||||
| 1 Abhängig von der Verfügbarkeit eines ausreichenden Bestandes an Forderungen, die die festgelegten Kriterien erfüllen.
Der Betrag an Garantien und sonstigen finanziellen Verpflichtungen zum 31. Dezember 2008 ist nicht wesentlich. |
|||||||||||
Zum 31. Dezember 2008 bestanden bei der Gesellschaft kurzfristige Darlehen, ohne den kurzfristig fälligen Anteil langfristiger Verbindlichkeiten, in Höhe von 660 Mio. US-$.
Die folgende Tabelle zeigt die Verpflichtungen der Gesellschaft zum 31. Dezember 2008 hinsichtlich zukünftiger Zahlungen im Rahmen ihrer langfristigen Kredite, der genussscheinähnlichen Wertpapiere und sonstiger langfristiger Verpflichtungen sowie ihre Verpflichtungen aus der Nutzung von Kreditlinien und Garantien auf.
| Tabelle 04.4.3 | VERTRAGLICHE BARMITTELVERPFLICHTUNGEN |
| in Mio. US-$ | Gesamt | Zahlungen fällig in | |||
|---|---|---|---|---|---|
| 1 Jahr | 2 – 5 Jahren | über 5 Jahren | |||
| Genussscheinähnliche Wertpapiere1 | 765 |
50 |
715 |
– |
|
| Langfristige Schulden2 | 4.990 |
588 |
3.649 |
753 |
|
| Finanzleasing-Verpflichtungen | 13 |
3 |
9 |
1 |
|
| Mietverträge | 2.121 |
388 |
1.094 |
639 |
|
| Unwiderrufbare Kaufverpflichtungen | 2.557 |
358 |
1.002 |
1.197 |
|
| Sonstige langfristige Verpflichtungen | 63 |
57 |
6 |
– |
|
| Letters of Credit | 112 |
112 |
– |
– |
|
| GESAMT | 10.621 |
1.556 |
6.475 |
2.590 |
|
| 1 Die Zinszahlungen für diese Finanzierungsinstrumente basieren auf den ausstehenden Salden und den fixierten Zinssätzen für die jeweiligen Perioden bis zur Fälligkeit der Instrumente. Am 1. Februar 2008 hat die Gesellschaft Trust Preferred Securities in Höhe von 670 Mio. us - $ zurückgezahlt. Für die Rückzahlung wurden bestehende Kreditfazilitäten in Anspruch genommen.
2 Die Zinszahlungen wurden - unter Einbeziehung der Tilgungspläne – auf Basis fixierter oder angenommener variabler Zinssätze ermittelt. Dafür wurden die maßgeblichen Zinssätze (z. B. Libor, Prime), die entsprechenden Margen und die Effekte der jeweiligen Zinsswaps berücksichtigt. |
|||||
Zur Besicherung der Verbindlichkeiten aus der Kreditvereinbarung 2006 sind die Anteile am Stammkapital wesentlicher Tochtergesellschaften, darunter die Anteile an FMCH und D-GmbH, an die Gläubiger verpfändet worden. Die Kreditvereinbarung 2006, die Kreditvereinbarungen mit der EIB, das Euro-Schuldscheindarlehen, die vorrangige Anleihe und die Schuldverschreibungen der Gesellschaft im Zusammenhang mit den genussscheinähnlichen Wertpapieren enthalten Verpflichtungen, die der Gesellschaft die Einhaltung bestimmter finanzieller Kennzahlen und anderer finanzieller Kriterien vorschreiben. Die Kreditvereinbarung 2006 verpflichtet die Gesellschaft zur Einhaltung eines bestimmten konsolidierten Fixkostendeckungsgrad (Verhältnis des konsolidierten EBITDAR (Summe aus EBITDA und Mietaufwendungen für Leasingverträge) zu konzernbezogenen fixen Kosten gemäß der Definition in der Kreditvereinbarung 2006) sowie eines maximalen Konzern-Verschuldungsgrads (Verhältnis der Finanzverbindlichkeiten zum EBITDA entsprechend der Festlegung in der Kreditvereinbarung 2006). Weitere Verpflichtungen in einem oder mehreren der genannten Verträge beschränken die Möglichkeiten der Gesellschaft zur Veräußerung von Vermögensgegenständen, zur Aufnahme weiterer Verbindlichkeiten sowie zur Zahlung von Dividenden. Darüber hinaus ist die Gesellschaft Beschränkungen in Bezug auf bestimmte Zahlungen, die Gewährung von Sicherungsrechten sowie in Bezug auf den Abschluss von Sale-und-Leaseback-Transaktionen unterworfen.
Die Verletzung der Verpflichtungen aus einem der Verträge für unsere langfristigen Verbindlichkeiten wie z. B. der Kreditvereinbarung 2006, der Kreditvereinbarungen mit der EIB, des Euro-Schuldscheindarlehen, der vorrangigen Anleihe oder der genussscheinähnlichen Wertpapiere könnte wiederum zu weiteren Kündigungsgründen in einem oder mehreren anderen Finanzierungsverträgen der Gesellschaft führen. Bei Vertragsverletzung kann der ausstehende Saldo der Kreditvereinbarung 2006 auf Verlangen der Gläubiger dieser Kredite fällig gestellt werden. In diesem Fall wäre es – aufgrund von sogenannten „Cross-Default“ Klauseln – auch anderen Gläubigern der Gesellschaft gestattet, ihre Darlehen vorzeitig fällig zu stellen. Zum 31. Dezember 2008 hat die Gesellschaft alle in der Kreditvereinbarung 2006 und sonstigen Kreditvereinbarungen festgelegten Verpflichtungen erfüllt.
Obwohl die Gesellschaft gegen die weltweite Finanzmarktkrise des Jahres 2008 nicht immun ist, geht sie davon aus, dass sie sich in einer soliden finanziellen Lage befindet, die es ihr erlauben wird, ihr Geschäft kontinuierlich auszuweiten und gleichzeitig ihren finanziellen Verpflichtungen bei Fälligkeit nachzukommen. Das Geschäft der Gesellschaft ist im allgemeinen nicht zyklisch. Ein wesentlicher Anteil ihrer Forderungen besteht gegenüber staatlichen Stellen. Da Zahlungsmoral und Einzugspraktiken nicht nur zwischen einzelnen Ländern, sondern auch zwischen einzelnen Versicherungsgesellschaften eines Landes variieren, stellen staatliche Gläubiger ein verhältnismäßig geringes Risiko dar. Siehe hierzu „Kritische Rechnungslegungsgrundsätze – Wertberichtigungen auf Zweifelhafte Forderungen“. Die revolvierende Kreditlinie im Rahmen der Kreditvereinbarung 2006 der Gesellschaft wird von 60 Darlehensgebern bereitgestellt, von denen keiner mehr als 4 % der revolvierenden Darlehen trägt. Obwohl eine der 60 an dieser revolvierenden Fazilität partizipierenden Banken im 4. Quartal 2008 ihrer Verpflichtung zur Bereitstellung von Mitteln nicht nachgekommen ist, erwartet die Gesellschaft keine wesentlichen Probleme im Zusammenhang mit der Mittelverfügbarkeit bei der Inanspruchnahme dieser Kreditfazilität. Da die Gesellschaft den Betrag, der durch diesen Kreditgeber zur Verfügung gestellt werden sollte, als nicht wesentlich erachtet, wurden keine Maßnahmen zur Änderung der Kreditvereinbarung 2006 eingeleitet, um die vertragsbrüchige Bank zu ersetzen (siehe Angaben zur Kreditvereinbarung 2006 in Anmerkung 9 „Langfristige Verbindlichkeiten und Verbindlichkeiten aus aktivierten Leasingverträgen“). Ein begrenzter Zugang zu Kapital oder steigende Finanzierungskosten könnten es unseren Kunden erschweren, Geschäfte mit der Gesellschaft und im Allgemeinen zu tätigen. Die Geschäftstätigkeit der Gesellschaft kann hierdurch erheblich beeinträchtigt werden. Sofern sich die aktuelle Lage auf den Finanzund Kreditmärkten nicht ändert, könnten sich die Finanzierungskosten der Gesellschaft erhöhen und die finanzielle Flexibilität der Gesellschaft einschränken.
Im Rahmen seiner ergebnisorientierten Ausschüttungspolitik wird der Vorstand der persönlich haftenden Gesellschafterin der Hauptversammlung am 7. Mai 2009 eine im Jahr 2009 zu zahlende Dividende für das Geschäftsjahr 2008 von 0,58 € je Stammaktie (2008 für 2007 gezahlt: 0,54 €) und von 0,60 € je Vorzugsaktie (2008 für 2007 gezahlt: 0,56 €) vorschlagen. Die erwartete Dividendenzahlung liegt insgesamt bei etwa 173 Mio. € (schätzungsweise 240 Mio. US-$ basierend auf dem Stichtagskurs vom 31. Dezember 2008), im Vergleich zu 160 Mio. € (252 Mio. US-$), die 2008 für 2007 gezahlt wurden. Die Kreditvereinbarung 2006 beschränkt die Dividendenausschüttung und bestimmte andere Zahlungen der Gesellschaft für den Erwerb eigener Aktien (und Rechte, diese zu erwerben, wie Optionen oder Bezugsrechte) im Jahr 2009 auf insgesamt 280 Mio. US-$.
Die Muttergesellschaft der Gesellschaft, die Fresenius SE, erbringt aufgrund vertraglicher Vereinbarungen für die Gesellschaft Dienstleistungen im Bereich Treasury Management. Dadurch wird mit Hilfe eines effektiven Cash-Managements sowie einer vorausschauenden Evaluierung von Refinanzierungsalternativen zur Steuerung der Liquidität der Gesellschaft beigetragen. Mit den nur teilweise genutzten Kreditlinien sowie ihrem Forderungsverkaufsprogramm verfügt die Gesellschaft über ausreichende finanzielle Ressourcen, die sie beabsichtigt, in den kommenden Jahren beizubehalten. Hierbei wird eine Zielgröße von zugesicherten und nicht genutzten Kreditfazilitäten von mindestens 500 Mio. US-$ angestrebt.
Die Finanzierungsaktivitäten der Gesellschaft werden in den nächsten Jahren auch darauf ausgerichtet sein, nachrangige Finanzierungsinstrumente zu reduzieren. So wurden die im Februar 2008 fällig gewordenen nachrangigen genussscheinähnlichen Wertpapiere der Fresenius Medical Care Capital Trust II und III nicht durch die Ausgabe neuer nachrangiger Wertpapiere refinanziert, sondern durch die Nutzung bestehender erstrangiger Kreditfazilitäten. Das Ziel der Gesellschaft im Hinblick auf fällig werdende langfristige Verbindlichkeiten ist die Refinanzierung dieser Verbindlichkeiten ausschließlich mit erstrangigen und nicht besicherten Finanzverbindlichkeiten.
Der Refinanzierungsbedarf der Gesellschaft in den Jahren 2009 und 2010 beschränkt sich auf die Refinanzierung der Euro-Schuldscheindarlehen in Höhe von 278 Mio. US-$ (200 Mio. €) im Juli 2009 sowie die jährliche Verlängerung des Forderungsverkaufsprogramms in Höhe von 550 Mio. US-$. Dieser Refinanzierungsbedarf, sowie die Dividendenausschüttung von etwa 240 Mio. US-$ im Mai 2009 und die erwartete Dividendenzahlung im Jahr 2010 können falls erforderlich aus den Mittelzuflüssen der Gesellschaft und aus bestehenden Kreditfazilitäten abgedeckt werden. Die Verpflichtungen aus den Finanzierungsverträgen der Gesellschaft räumen ausreichend Flexibilität zur Deckung des Finanzierungsbedarfs der Gesellschaft ein. Generell geht die Gesellschaft davon aus, dass sie auch künftig über eine angemessene Finanzierung verfügen wird, um ihre Ziele zu erreichen und ihr Wachstum begleiten zu können.
Die Finanzierungsstrategie und das Geschäftsmodell der Gesellschaft spiegeln sich im Kreditrating wider. Die Gesellschaft wird von den Rating-Agenturen Moody's, und Standard & Poor's bewertet.
| Tabelle 04.4.4 | RATING |
| Rating | Ausblick | ||
|---|---|---|---|
| Standard & Poor’s | BB |
negativ |
|
| Moody’s | Ba1 |
stabil |
|
ANGABEN ZU VERPFLICHTUNGEN AUS FINANZIERUNGSVERBINDLICHKEITEN – EBITDA
Das EBITDA (Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen) betrug im Jahr 2008 2.088 Mio. US-$ oder 19,7 % vom Umsatz, im Jahr 2007 1.944 Mio. US-$ oder 20,0 % vom Umsatz. Die Kennzahl EBITDA ist die Basis für die Beurteilung der Einhaltung der Kennziffern, die der Gesellschaft im Rahmen der Kreditvereinbarung 2006, der vorrangigen Anleihe, des Euro-Schuldscheindarlehens und der Kreditvereinbarung mit der Europäischen Investitionsbank vorgegeben wurden, sowie Verpflichtungen im Zusammenhang mit den genussscheinähnlichen Wertpapieren. Das EBITDA sollte nicht als Alternative zu dem nach US-GAAP ermittelten Jahresüberschuss oder zum Cash Flow aus laufender Geschäftstätigkeit, Investitionstätigkeit oder Finanzierungstätigkeit ausgelegt werden. Außerdem steht nicht das gesamte EBITDA dem Vorstand zur freien Verfügung. Beispielsweise unterliegt ein wesentlicher Teil solcher Mittel vertraglichen Beschränkungen und wird benötigt, um Bankverbindlichkeiten zu bedienen, notwendige Investitionsausgaben zu tätigen und sonstige, an anderer Stelle in diesem Bericht in weiteren Einzelheiten beschriebene Verpflichtungen zu erfüllen. Es ist möglich, dass das hier berechnete EBITDA mit ähnlich benannten Kenngrößen anderer Gesellschaften nicht vergleichbar ist. Eine Überleitung des EBITDA zum Mittelzufluss aus der laufenden Geschäftstätigkeit stellt sich wie folgt dar:
| Tabelle 04.4.5 | ÜBERLEITUNG DES EBITDA ZUM MITTELZUFLUSS AUS LAUFENDER GESCHÄFTSTÄTIGKEIT |
| in Tsd. US-$ | 2008 | 2007 |
|---|---|---|
| EBITDA | 2.088.103 |
1.943.451 |
| Zinsaufwendungen, netto | (336.742) |
(371.047) |
| Ertragssteuern, netto | (489.142) |
(465.652) |
| Veränderung der latenten Steuern, netto | 133.047 |
1.177 |
| Veränderung bei operativen Aktiva und Passiva | (420.297) |
46.876 |
| Personalaufwand | 31.879 |
24.208 |
| Sonstiges, netto | 9.550 |
20.561 |
| MITTELZUFLUSS AUS LAUFENDER GESCHÄFTSTÄTIGKEIT | 1.016.398 |
1.199.574 |








