Glossar

AAdäquanz

Erlaubt Rückschlüsse auf die Qualität einer Dialysebehandlung. Zur Messung der Adäquanz werden verschiedene Tests durchgeführt, mit denen die Menge der aus dem Blut gefilterten Substanzen und des entzogenen Wassers überprüft wird.

AAkutes Nierenversagen

Akuter Verlust der Nierenfunktion. Es bestehen gute Chancen, die Nierenfunktion wiederherzustellen,wenn die Ursache des akuten Nierenversagens behoben werden kann. Je nach Schwere des Nierenfunktionsverlusts kann eine zwischenzeitliche Dialysebehandlung erforderlich sein.

AAlbumin

Ein Eiweiß (Protein), das Aufschluss über den allgemeinen Ernährungszustand eines Patienten gibt.

AAnämie

Herabgesetzte Fähigkeit des Blutes, Sauerstoff zu transportieren, gemessen als reduzierter Hämoglobngehalt im Blut.

AApherese

Verfahren der Blutentnahme von einem Spender oder auch Patienten, bei dem nach Abtrennung und Entfernung bestimmter Bestandteile (Thrombozyten, Plasma) das restliche Blut wieder zurückinfundiert wird.

AArterie

Ein Blutgefäß für den Transport des Blutes vom Herzen in den Körper.

AArteriovenöse (AV) Fistel

Eine direkte, operativ hergestellte Verbindung zwischen der Arterie und der Vene eines Patienten. Nach der Operation entwickelt sich ein großes Blutgefäß mit einem hohen Blutfluss, das als Zugang für die Hämodialyse dient.

AAutomatisierte Peritonealdialyse (APD)

Maschinenunterstützte Variante der Peritonealdialyse-Behandlung, die meist über Nacht angewendet wird.

BBioimpedanz

Verfahren, das Rückschlüsse auf den Wassergehalt des Körpers erlaubt. Am Körper ein- und ausleitend Wechselstromelektroden messen den Zusammenhang zwischen elektrischem Wechselstrom und Wechselspannung, die durch einen Körper fließen.

BBiokompatibilität

Qualität und Verträglichkeit eines Materials, eines Systems oder einer Lösung, die negative Reaktioen des Patientenorganismus verhindern.

BBlut

Im Körper zirkulierende Flüssigkeit, bestehend aus Blutplasma und Blutzellen (rote Blutzellen, weiß Blutzellen, Blutplättchen etc.). Die Hauptfunktion des Blutes ist der Transport von Sauerstoff, Nährstoffen und Hormonen zu den Zellen und der Abtransport von Ausscheidungsstoffen (wie Kohlenstoffdioxid und Harnstoff). Das Blut reguliert außerdem den Wasser- und Elektrolythaushalt und unterstützt als Teil des Immunsystems die Abwehr von Fremdstoffen.

BBlutdruck

Vom Blut auf die Blutgefäßwände ausgeübter Druck. Sofern nicht anders angezeigt, wird der Blutdruckals arterieller Blutdruck definiert, d.h. als Druck in den großen Arterien wie der Oberarmarterie. Der arterielle Blutdruck ist höher als der Blutdruck in den anderen Blutgefäßen.

BBlutgerinnung (Koagulation)

Ein komplexer Prozess, bei dem das Blut stabile Klümpchen bildet und dadurch zur Blutstillung beitrgt. Eine beschädigte Gefäßwand wird mit einem Fibringerinnsel bedeckt, das die Blutung unterbricht und die Heilung der Gefäßbeschädigung begünstigt. Gerinnungsstörungen können zu erhöhten Blutungen und / oder zu Thrombosen und Embolien führen. Bei der Dialysebehandlung wird die Gerinnung des Blutes durch Zugabe von Antikoagulanzien (z.B. Heparin) gehemmt.

BBlutplasma

Flüssiger Teil des Blutes, bestehend aus Wasser, Proteinen und weiteren Substanzen, z.B. Elektrolytn und Hormonen. Blutzellen sind nicht Teil des Blutplasmas.

BBlutplättchen (Thrombozyten)

Für die Wundheilung verantwortliche Bestandteile des Blutes. Durch das Verkleben der Blutplättchen miteinander wird eine Substanz abgesondert, die im Körper eine Reihe von chemischen Prozessen in Gang setzt und damit die Wundheilung ermöglicht.

BBlutschlauchsystem

Schlauchsystem, das den Blutkreislauf des Patienten während der Dialysebehandlung mit dem Dialysator verbindet.

BRote Blutzellen (Erythrozyten)

Für den Transport von Sauerstoff verantwortliche Blutzellen. Sie werden durch Erythropoietin produziert, ein in der Niere entstehendes Hormon.

BWeisse Blutzellen (Leukozyten)

Für die Infektionsabwehr im Körper verantwortliche Blutzellen. Sie sind an allergischen Reaktionen beteiligt und erneuern zerstörte, alte oder tote Zellen im Körper.

CCE-Zertifizierung

Nachweis darüber, dass medizinische Geräte den Richtlinien der Europäischen Union entsprechen.

CChronisches Nierenversagen

Langsamer und progressiver Verlust der Nierenfunktion über Jahre, der oft zu permanentem Nierenversgen führt. Da die Wiederherstellung der Nierenfunktion nicht mehr möglich ist, muss sich der Patient einer Nierenersatztherapie, d.h. einer Nierentransplantation oder einer Dialyse, unterziehen.

CClearance

Eine quantitative Größe zur Darstellung der Reinigungsleistung des Dialysators im Hinblick auf die Entfernung urämischer Toxine.

CComposite rate

Die von Medicare (siehe auch „Medicare / Medicaid“) für die Dialysebehandlung angesetzte Erstattungsrate.

DDiabetes

Ein hoher Blutzuckerhaushalt durch die Unfähigkeit des Körpers, den Glukosehaushalt in den Körperzelen effizient zu regulieren. Insulin hilft normalerweise bei der Regulierung des Glukosehaushaltes.

DDialysator

Spezieller Filter, der in der Hämodialyse zur Entfernung toxischer Substanzen und zur Abscheidung überschüssigen Wassers aus dem Blut verwendet wird. Häufig als „künstliche Niere“ bezeichnet.

DDialysatormembran

Eine halbdurchlässige Barriere zwischen dem Blut und der Dialysierflüssigkeit im Dialysator.

DDialyse

Form der Nierenersatztherapie, bei der eine halbdurchlässige Membran – in der Peritonealdialyse das Peritoneum (Bauchfell), in der Hämodialyse die Membran des Dialysators – zur Kontrolle des Stoffaustauschs zwischen dem Blut des Patienten und einer Dialysierflüssigkeit verwendet wird.

DDialysierflüssigkeit

Bei der Dialyse verwendete Flüssigkeit.

DDiffusion

Konzentrationsaustausch von zwei Flüssigkeiten, die durch eine halbdurchlässige Membran getrennt sind. Die Molekülewandern von einer Flüssigkeit in die andere; Stoffwechselgifte treten somit durch die Membran in die Dialysierflüssigkeit.

DDisease Management

Ganzheitliches Konzept der Patientenbehandlung unter Berücksichtigung aller mit der Krankheit verbundenen medizinischen Aspekte.

EEnd-Stage Renal Disease (ESRD)

Chronisches Nierenversagen, das einhergeht mit lang anhaltenden Komplikationen, wie der renalen Anämie, Bluthochdruck und anderen kardiovaskulären Problemen, sowie Knochenerkrankungen, Appetitverlust und Unterernährung (siehe auch „Chronisches Nierenversagen“).

EErythropoese-Stimulierende Substanzen

(Erythropoiesis-Stimulating Agents, ESA) Rekombinantes, also künstlich hergestelltes, Human-EPO; wird üblicherweise Dialysepatienten verschrieben, die an Anämie leiden.

EErythropoietin (EPO)

Hormon, das die Produktion roter Blutkörperchen anregt.

EExtrakorporale Verfahren

Behandlungsverfahren, die außerhalb des Körpers stattfinden, z.B. die Hämodialyse.

FFood and Drug Administration (FDA)

Behandlungsverfahren, die außerhalb des Körpers stattfinden, wie z.B. in der Hämodialyse.

GGerinnungshemmer

Ein Mittel (z.B. Heparin), das die Blutgerinnung verhindert (siehe „Blutgerinnung“).

GGlomeruläre Filtrationsrate (GFR)

Die nationale Nierenstiftung der USA (National Kidney Foundation) teilt Nierenerkrankungen anhand dr sogenannten glomerulären Filtrationsrate (GFR) in fünf Stufen ein. Die GFR gibt die Flüssigkeitsmenge an, die von den Nieren pro Minute aus dem Blut gefiltert wird (Primärharn). Bei gesunden Nieren beläuft sie sich auf mehr als 90 ml / Min (Stufe 1). Bei einer GFR von weniger als 15 ml / Min (Stufe 5) ist eine Dialysetherapie oder Organtransplantation notwendig. Bei Erkrankungen der Stufe 4 (GFR von 15 bis 29 ml / Min) sind die Nieren bereits schwer geschädigt; mit hoher Wahrscheinlichkeit wird in diesen Fällen in naher Zukunft eine Dialysetherapie oder eine Organtransplantation notwendig.

HHämodiafiltration (HDF)

Spezielle Form der Behandlung von Patienten mit chronischem Nierenversagen (ESRD), in der die Vorteile der Hämodialyse und der Hämofiltration kombiniert genutzt werden, d.h. es werden hohe Eliminationsraten für Substanzen mit niedrigem und hohem Molekulargewicht mittels Diffusion bzw. Konvektion erzielt.

HHämodialyse (HD)

Behandlungsmethode für Dialysepatienten, bei der das Blut des Patienten durch Blutschläuche aus Kunststoff in einen speziellen Filter, den Dialysator, fließt. Im Dialysator gelangen die Stoffwechselendprodukte und der Flüssigkeitsüberschuss aus dem Blut in die Dialyselösung. Das gereinigte Blut wird dem Patienten wieder zugeführt. Der Prozess wird durch eine Hämodialysemaschine gesteuert, die Blut pumpt, gerinnungshemmende Mittel zusetzt, den Reinigungsprozess reguliert sowie die Mischung der Dialyselösung und ihre Fließgeschwindigkeit durch das System steuert. Normalerweise erhält ein Patient drei Behandlungen pro Woche, die je drei bis sechs Stunden dauern.

HHämofiltration (HF)

Behandlungsmethode für Patienten mit chronischem Nierenversagen (ESRD), bei der keine Dialysierflüsigkeit verwendet wird. Die gelösten Teilchen werden mittels konvektiver Kräfte bei der Filterung des Plasmawassers durch eine halbdurchlässige Membran entfernt. Das durch den Filtervorgang fehlende Volumen wird durch die Infusion einer Ersatzlösung (Substitutionslösung) ausgeglichen.

HHämoglobin

Bestandteil der roten Blutzellen, die Sauerstoff durch den Körper transportieren.

HHealth Maintenance Organization (HMO)

Besondere Form der privaten Krankenversicherung in den USA, bei der die versicherten Personen Mitglieder sind und die Behandlung Vertragsärzten (oder Mitgliedsärzten) der Organisation vorbehalten ist.

HHeparin

Universell gerinnungshemmende Substanz, die bei der Hämodialyse verabreicht wird, um die Blutgerinnung zu verlangsamen.

HHigh-Flux-Dialysatoren

Dialysatoren mit hoch durchlässigen Membranen, die eine effektive Abscheidung von Wasser und die Enfernung großer urämischer Toxine, in der Größe von z.B. ß2-Mikroglobulin, ermöglichen.

HHypervolämie

Erhöhtes Blutvolumen.

IInternational Organization for Standardization (ISO)

Internationale Normierungsorganisation.

IInzidenz

Anzahl von Patienten, bei denen in einem bestimmten Zeitraum eine Krankheit neu diagnostiziert wurde.

KKatheter

Flexibler Schlauch, der durch die Haut in ein Blutgefäß eingeführtwird und Flüssigkeiten in oder au dem Körper transportiert. Bei der Peritonealdialyse wird die Dialysierflüssigkeit mit Hilfe eines Katheters in die Bauchhöhle infundiert.

KKontinuierliche ambulante PeritonealdialysE

(Continuous Ambulatory Peritoneal Dialysis, CAPD) Behandlungsmethode, bei der die Dialyselösung üblicherweise viermal täglich manuell ausgetauscht wird.

KKT / V

Indikator bei der Bewertung der Behandlungsqualität. Dabei wird das Produkt aus Reinigungsleistung er Dialysebehandlung (K) und Behandlungsdauer (t) ins Verhältnis gesetzt zur Rate der Reinigung von bestimmten giftigen Molekülen (V).

LLean Six Sigma

System des Qualitätsmanagements zur Beschreibung, Messung, Analyse, Verbesserung und Überwachung vo Prozessen mit dem Ziel der Qualitätssteigerung.

LLow-Flux-Dialysatoren

Dialysatoren mit einer niedrigen Durchlässigkeit, etwa für Wasser.

MMedicare (Medicaid)

Gesundheitsfürsorgeprogramm der US-amerikanischen Social Security Administration, das Krankenkassenund medizinischen Einrichtungen Kosten für die medizinische Versorgung von Patienten im Alter von über 65 Jahren, von Patienten mit chronischem Nierenversagen und von behinderten Menschen sowie Bedürftigen erstattet.

MMembranpermeabilität

Durchlässigkeit einer Dialysatormembran für Blut oder Stoffe der Dialysierflüssigkeit.

NNieren

Befinden sich in der hinteren Bauchhöhle, jeweils rechts und links neben der Wirbelsäule. Die jeweis rund 11 cm langen und nur 160 g wiegenden Organe sind für den Körper lebenswichtig. Durch die Filtration von Ausscheidungsstoffen und die Produktion von Urin gewährleisten die Nieren einen ausgeglichenen Säure-Basen-Haushalt. Innerhalb von 24 Stundenwerden ca. 1.700 Liter Blut durch die Nieren transportiert.

NNierentransplantation

Chirurgische Implantation einer Spenderniere.

OOsmose

Einseitiger Übertritt von Wasser aus dem Blut durch eine halbdurchlässige Filtermembran. Im Gegensaz zur Diffusionwandern die Moleküle bei der Osmose nur in eine Richtung.

PPeritonealdialyse (PD)

Behandlungsmethode, bei der das Peritoneum (Bauchfell), das die Innenwand der Bauchhöhle auskleidetund die inneren Organe bedeckt, als Dialysemembran dient. Durch einen operativ eingesetzten Katheter wird sterile Dialyselösung in die Bauchhöhle eingebracht und wieder abgeführt, um Toxine aufzunehmen und zusammen mit überschüssigem Wasser zu entfernen. Die meisten Behandlungen werden vom Patienten selbst zu Hause oder am Arbeitsplatz mehrmals am Tag oder in der Nacht mittels einer Maschine, des Cyclers, durchgeführt.

PPolysulfon

Ein Polymer, aus dem Dialysatormembranen hergestellt werden. Es zeichnet sich durch eine äußerst hoe Wärmestabilität, chemische Beständigkeit und Blutverträglichkeit aus.

PPrävalenz

Anzahl der Patienten, die innerhalb eines bestimmten Zeitraums eine spezifische Krankheit haben.

PPuffer

Substanz, die pH-Veränderungen reduziert, die in einem System entstehen, dem eine saure oder basisce Komponente beigefügt wird.

SSupply-Chain-Management

Lieferkettenmanagement zur Planung aller Aufgaben von der Lieferantenwahl, über die Beschaffung, di Lagerung und den Transport zum Kunden mit dem Ziel der Effizienzsteigerung in der Wertschöpfungskette.

TTerminales Nierenversagen

Liegt dann vor, wenn die Nieren den Körper nicht mehr entgiften, diese Funktion endgültig verloren st und Nierenersatztherapien notwendig werden.

TTransplantation

Entnahme eines Organs oder Gewebes aus dem Körper zur Verpflanzung an eine andere Stelle oder in eien anderen Körper.

TTrockengewicht

Optimales Gewicht des Patienten, das durch die Entfernung überschüssigen Wassers während der Dialysbehandlung angestrebt wird.

UUltrafiltration

Der konvektive Transport von gelösten Substanzen durch einen Dialysator oder eine Hämofiltermembranaufgrund eines hydrostatischen Druckabfalls.

UUltrafiltrationsrate

Menge der Flüssigkeit in ml / Min, die dem Blutkreislauf des Patienten entzogen wird. Die jeweiligeMenge ist sehr sorgfältig zu bestimmen. Ist sie zu hoch, wird die Herz-Kreislauf-Stabilität des Patienten gefährdet; ist sie zu niedrig, kann dem Patienten das überschüssige Wasser nicht entzogen werden.

VVaskulärer Zugang (Shunt)

Methode, den Blutkreislauf des Patienten am Dialysegerät anzuschließen. Der vaskuläre Zugang muss enen ausreichenden Blutdurchfluss ermöglichen sowie den Anschluss an das Gerät, normalerweise dreimal wöchentlich, gewährleisten. Ein funktionierender Gefäßzugang ist für die Durchführung der Hämodialyse unerlässlich. Die frühzeitige Erkennung von Problemen am Gefäßzugang ist essenziell für den dortigen Blutfluss.

VVene

Ein Blutgefäß für den Transport des Blutes zum Herzen hin.

VVerweilzeit (dwell time)

Bei der Peritonealdialyse benötigte Zeit, in der die Dialysierflüssigkeit in der Bauchhöhle des Patenten verbleibt.

XXenotransplantation

Transplantation von Organen oder Gewebe von einer Art zur anderen.

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