02.6
Prognosebericht
Nachdem wir im vergangenen Geschäftsjahr erneut unsere Ziele erreicht und teilweise übertroffen haben, erwarten wir auch für das Geschäftsjahr 2009 eine Fortsetzung des nachhaltigen Wachstumskurses und damit auch neue Rekordwerte bei Umsatz und Ertrag. Trotz der ungünstigen weltweiten wirtschaftlichen Rahmenbedingungen sehen wir uns auf gutem Weg, auch die für das Jahr 2010 avisierten Ziele zu erreichen.
GESCHÄFTSPOLITIK
Fresenius Medical Care ist Weltmarktführer in der Dialyse. Diese Position wollen wir auch in den kommenden Jahren weiter stärken, deshalb bauen wir unter anderem unser Geschäftsfeld Dialysemedikamente aus. Wir werden unser vertikal integriertes Geschäftsmodell beibehalten. Wesentliche Änderungen der Geschäftspolitik sind derzeit nicht vorgesehen.
GESAMTWIRTSCHAFTLICHE RAHMENBEDINGUNGEN
Das konjunkturelle Umfeld hat sich bereits im abgelaufenen Geschäftsjahr im Zuge der internationalen Finanzkrise spürbar verschlechtert. In den vergangenen Monaten haben alle renommierten Wirtschaftsforschungsinstitute ihre Prognosen für die wirtschaftliche Entwicklung im Jahr 2009 noch einmal stark nach unten korrigiert. Der Ausblick für das weltweite Wirtschaftswachstum ist unverändert mit hoher Unsicherheit behaftet, das Risiko weiterer Abwärtsrevisionen erscheint sehr hoch. Für das laufende Jahr wird im Durchschnitt mit einem weltweiten Wachstum des Bruttoinlandsprodukts von deutlich weniger als 1 % gerechnet, nach einem Plus von etwa 3,6 % im Vorjahr. Anders als in vergangenen Abschwungphasen verläuft der Konjunktureinbruch derzeit synchron in allen Regionen, sodass sich einzelne negative Effekte auf breiter Ebene potenzieren. Sollten die eingeleiteten Programme zur Stabilisierung des Finanzsektors und zur Mobilisierung der Kreditnachfrage erfolgreich sein, könnte die Weltwirtschaft im Jahr 2010 wieder auf den Wachstumspfad zurückkehren.
USA. Nach dem Rückgang der Investitionstätigkeit und der Industrieproduktion zeichnet sich in den USA im laufenden Jahr, bedingt durch die nachlassende Dynamik am Arbeitsmarkt, auch ein stärkerer und länger anhaltender Rückgang des privaten Konsums ab. Damit dürfte das Bruttoinlandsprodukt im aktuellen Jahr deutlich um 1,5 % (2008: +1,3 %) zurückgehen.
EUROPA. In der Euro-Zone ist eine ähnliche Entwicklung wie in den USA zu erkennen. Auch hier wirken speziell die rückläufige Investitionstätigkeit und der schwache private Konsum belastend auf die Entwicklung des Bruttoinlandsprodukts, das 2009 um 2,7 % zurückgehen dürfte. Die Inflationsrate dürfte auf ein Niveau von unter 1 % fallen - dies unter der Annahme, dass sich der Ölpreis und das derzeitige Wechselkursniveau des US-Dollar zum Euro stabilisieren.
| Tabelle 02.6.1 | REALES BRUTTOINLANDSPRODUKT |
| Erwartete Veränderung gegenüber dem Vorjahr in % | 2008 | 2009 | 2010 | |
|---|---|---|---|---|
| USA | 1,3 |
(1,5) |
1,0 |
|
| Deutschland | 1,3 |
(2,7) |
0,3 |
|
| Euro-Raum | 0,9 |
(2,7) |
0,1 |
|
| Großbritannien | 0,8 |
(2,3) |
(0,4) |
|
| Neue EU-Mitgliedsländer | 4,5 |
0,5 |
1,7 |
|
| EU 27 | 1,2 |
(2,3) |
0,2 |
|
| Russland | 6,8 |
1,5 |
(1,0) |
|
| Japan | 0,1 |
(1,5) |
0,6 |
|
| China und Hongkong | 9,6 |
5,8 |
6,5 |
|
| Ostasien | 4,4 |
1,9 |
3,3 |
|
| Lateinamerika | 4,4 |
0,3 |
1,6 |
|
| WELTWEIT | 3,6 |
0,4 |
1,9 |
|
| Quellen: Institut für Weltwirtschaft an der Universität Kiel „Weltkonjunktur im Winter 2008; 19. Dezember 2008“, Monatsberichte der Deutschen Bundesbank und Europäischen Zentralbank, Statistisches Bundesamt | ||||
Die deutsche Wirtschaft befindet sich seit Ende des Jahres 2008 in einer Rezession. In den vergangenen Monaten haben sich nahezu alle Konjunkturindikatoren signifikant verschlechtert. Besonders bei den Exporten macht sich die Abschwächung der Weltkonjunktur negativ bemerkbar; daneben dürften auch die Unternehmensinvestitionen deutlich rückläufig sein. Dies kann nicht durch eine noch vergleichsweise stabile Binnennachfrage und die expansive Finanzpolitik ausgeglichen werden. Im Jahr 2009 dürfte das Bruttoinlandsprodukt um 2,7 % schrumpfen.
In Großbritannien ist das Wirtschaftswachstum seit dem dritten Quartal 2008 negativ. Mit einem anhaltend rückläufigen privaten Konsum und steigender Arbeitslosigkeit sowie schwacher Investitionstätigkeit dürfte das Bruttoinlandsprodukt im laufenden Jahr ebenfalls deutlich um 2,3 % zurückgehen
ASIEN. Besonders in China, aber auch in Japan schwächt sich im Zuge der weltweit sinkenden Nachfrage und speziell aufgrund der Wechselkursentwicklungen die Exportwirtschaft stark ab. Trotzdem bleibt China mit einem erwarteten Plus beim Bruttoinlandsprodukt von 5,8 % im Jahr 2009 (2008: +9,6 %) unverändert einer der wichtigsten Wachstumstreiber der Welt. Japans Bruttoinlandsprodukt dürfte 2009 dagegen ein Minus von 1,5 % zeigen.
LATEINAMERIKA. In Lateinamerika dürfte sich die wirtschaftliche Entwicklung 2009 deutlich abschwächen. Die niedrigeren Rohstoffpreise wirken für die Länder, die Rohstoffe exportieren, belastend. Insgesamt dürfte das Bruttoinlandsprodukt in dieser Region im Jahr 2009 stagnieren.
absatzMärkte
Schon heute bieten wir unsere Palette von Dialyseprodukten und -dienstleistungen in über 115 Ländern an. Aufgrund unterschiedlicher regionaler und rechtlicher Rahmenbedingungen agieren wir in einigen Ländern ausschließlich als Anbieter von Dialyseprodukten, ohne eigene Dialysekliniken zu betreiben. Sollten sich in diesen Ländern, zu denen beispielsweise Japan zählt, die Rahmenbedingungen ändern, würden sich uns möglicherweise neue Absatzmärkte für unsere Dialysedienstleistungen eröffnen. Mehr Informationen dazu finden Sie im Abschnitt „Risiko- und Chancenmanagement“.
Generell erwarten wir zum jetzigen Zeitpunkt für die Berichtsjahre 2009 und 2010 keine wesentlichen Änderungen in der Dialysebranche. Der bereits seit einigen Jahren zu beobachtende Trend einer zunehmenden Marktkonsolidierung und Privatisierung in der Gesundheitsbranche und hier speziell in weiter industrialisierten Ländern dürfte sich auch künftig fortsetzen. In einigen Märkten – wie im US-amerikanischen Dialyseservicesektor, in dem die beiden großen Anbieter Fresenius Medical Care und DaVita bereits über einen Marktanteil von 63 % verfügen – ist dieser Prozess schon weiter vorangeschritten. Die Marktkonsolidierung außerhalb Nordamerikas hat jedoch erst begonnen. In diesen Regionen werden Akquisitionen für Fresenius Medical Care eine wichtigere Rolle bei der weiteren Erschließung der Absatzmärkte spielen.
BRANCHENSPEZIFISCHE RAHMENBEDINGUNGEN – DIALYSEMARKT
Fresenius Medical Care erwartet für das Geschäftsjahr 2009 einen Anstieg der weltweiten Patientenzahlen von etwa 6 %. Dabei sollten die zum Teil erheblichen regionalen Unterschiede unverändert bestehen bleiben: Für die USA, Japan, West- und Mitteleuropa rechnen wir mit leicht unterdurchschnittlichen Zuwachsraten bei der Zahl der Patienten. In diesen Regionen ist die Prävalenz der Patienten mit terminaler Niereninsuffizienz bereits relativ hoch und der Zugang zu einer entsprechenden Behandlung, zumeist der Dialyse, sichergestellt. In ökonomisch schwächeren Regionen liegen die Zuwachsraten noch deutlich höher, bei bis zu 10 %, in einzelnen Ländern sogar noch darüber.
Wir sind davon überzeugt, dass auch in den nächsten Jahren der Trend zu steigenden Patientenzahlen ungebrochen sein wird, und rechnen mit ähnlich hohen jährlichen Zuwachsraten von etwa 6 %. Weltweit wird die wachsende Zahl der an Bluthochdruck und Diabetes erkrankten Menschen voraussichtlich zu nachhaltig höheren Dialysepatientenzahlen führen.
Die jährlichen Wachstumsraten und die Unterschiede zwischen wirtschaftlich starken Regionen und Schwellen- bzw. Entwicklungsländern deuten auf die künftige Verteilung der Patientenzahlen hin. Infolge der erwarteten unterschiedlichen Wachstumsraten wird in Zukunft ein höherer Anteil der Dialysepatienten in Asien, Lateinamerika, Osteuropa, dem Nahen Osten und Afrika behandelt werden. Hierin offenbart sich das große Potenzial für das gesamte Spektrum der Dialysedienstleistungen und -produkte, da mehr als 80 % der Weltbevölkerung in diesen Regionen lebt.
Hinsichtlich der Behandlungsmodalitäten erwarten wir in den Jahren 2009 und 2010 keine wesentlichen Änderungen. Die Hämodialyse wird auch in Zukunft mit rund 90 % die vorherrschende Behandlungsmethode sein. Die Peritonealdialyse sollte die Behandlungsart der Wahl von rund 10 % aller Dialysepatienten bleiben.
Das Volumen des weltweiten Dialysemarktes, das im vergangenen Jahr nach vorläufigen Schätzungen etwa 65 Milliarden US-Dollar betrug, sollte sich nach unseren Erwartungen jährlich um etwa 5 % erhöhen. Damit könnte sich der Gesamtmarkt bis 2010 auf mehr als 70 Milliarden US-Dollar belaufen, was nahezu einer Verdopplung innerhalb eines Zeitraums von etwa zehn Jahren gleichkäme.
Unsere führende Marktposition bei den wichtigsten Produktgruppen, zum Beispiel bei Dialysatoren und Dialysemaschinen, wollen wir auf dem in einzelnen Segmenten bereits sehr hohen Niveau halten und, wo dies möglich ist, sogar verbessern.
GESCHÄFTLICHE ENTWICKLUNG VON FRESENIUS MEDICAL CARE 2009 UND 2010
WÄHRUNGSKURSRELATIONEN
Die Prognosen von Fresenius Medical Care zum Geschäftsverlauf im Jahr 2009 basieren auf einem durchschnittlichen Wechselkurs von 1,36 US-Dollar je Euro.
Dieser Wert orientiert sich am Stichtagskurs vom 31. Dezember 2008 in Höhe von 1,39 US-Dollar je Euro. Wie im Abschnitt „Wirtschaftliches Umfeld“ dargelegt, ist die Währungsrelation des US-Dollar zum Euro für Fresenius Medical Care die wichtigste. Daneben berücksichtigt der Konzern in seinen Prognosen auch weitere für die wirtschaftliche Entwicklung der Tochtergesellschaften relevante Wechselkurse, etwa die Relationen Yen zu US-Dollar und Yen zu Euro. Die derzeit sehr volatilen Wechselkurse beeinflussen sowohl die Prognose der von den Tochtergesellschaften erzielten lokalen Ergebnisse als auch die Umrechnung dieser Ergebnisse in US-Dollar sehr stark und führen somit zu höheren Unsicherheiten und Schwankungsbreiten.
UMSATZ
Im laufenden Geschäftsjahr wollen wir unseren Umsatz weiter deutlich erhöhen: Er soll auf über 11,1 Milliarden US-Dollar steigen. Währungsbereinigt dürfte das Umsatzplus bei mehr als 8 % liegen. Damit können wir bereits 2009 unser GOAL 10“- Ziel von mehr als 11,5 Milliarden US-Dollar annähernd erreichen. Auch im Jahr 2010 wollen wir die positive Entwicklung fortsetzen: Das währungsbereinigte Umsatzwachstum dürfte zwischen 6 % und 9 % liegen.
JAHRESÜBERSCHUSS
Im Geschäftsjahr 2009 wollen wir einen Jahresüberschuss zwischen 850 und 890 Millionen US-Dollar erwirtschaften. Die im rahmen unserer Wachstumsstrategie GOAL 10 formulierten Ziele (siehe hier) sehen ein jährliches Wachstum des Jahresüberschusses von mehr als 10 % vor, basierend auf stabilen Wechselkursrelationen für 2009 und 2010. Zum Zeitpunkt der Drucklegung des Geschäftsberichts erwarten wir keine Einmaleffekte, die einen wesentlichen Einfluss auf den Jahresüberschuss im Jahr 2009 nehmen könnten.
| Tabelle 02.6.2 | ERWARTETES WACHSTUM DER PATIENTENZAHL 20091 |
| Veränderung | |
|---|---|
| Nordamerika | 4 – 5 % |
| USA | 3 – 4 % |
| Europa / Nahost / Afrika | 5 – 6 % |
| EU | 3 – 4 % |
| Asien-Pazifik | 10 – 11 % |
| Japan | 3 – 4 % |
| Lateinamerika | 7 – 8 % |
| WELTWEIT | 6 – 7 % |
| 1 Interne Schätzung | |
GEWINN JE AKTIE
Für das Geschäftsjahr 2009 gehen wir parallel zur erwarteten Entwicklung des Jahresüberschusses von einem Wachstum des Gewinns je Aktie aus. Auch für das darauffolgende Geschäftsjahr erwarten wir, dass sich der Gewinn je Aktie parallel zur erwarteten Verbesserung des Jahresüberschusses entwickelt.
DIVIDENDE
Wir werden unsere langfristige, ergebnisorientierte Dividendenpolitik fortsetzen. Informationen zur vorgeschlagenen Dividendenerhöhung finden Sie im Kapitel „An unsere Aktionäre“. Wir wollen diese Dividendenkontinuität auch für 2009 und 2010 beibehalten. Die Ausschüttungsquote soll in beiden Jahren konstant bei knapp einem Drittel des Jahresüberschusses und damit auf Vorjahresniveau bleiben.
INVESTITIONEN UND AKQUISITIONEN
Wir streben an, im Geschäftsjahr 2009 etwa 7 % bis 9 % des Umsatzes und damit absolut insgesamt etwa 750 bis 950 Millionen US-Dollar für Investitionen in Sachanlagen und Akquisitionen aufzuwenden. Während wir Investitionen von etwa 550 bis 650 Millionen US-Dollar planen, liegt das Budget für Akquisitionen bei 200 bis 300 Millionen US-Dollar. Auch 2010 soll dieses Investitions- und Akquisitionsniveau beibehalten werden.
Der Konzern plant, die Mehrheit dieser Mittel wie in den Vorjahren nach Nordamerika und Europa – und damit in unsere größten Geschäftsregionen – fließen zu lassen. Neben der ständigen Modernisierung unserer Dialysekliniken und Produktionsanlagen sollten die Investitionen insbesondere für die Eröffnung neuer Kliniken, die Erweiterung der weltweiten Produktionskapazitäten und für Dialysemaschinen im Rahmen langfristiger Lieferverträge verwendet werden. Weitere Investitionen dienen der Rationalisierung der Produktion und der verbesserten Verwaltung von Patientendaten sowie der Leistungsabrechnung.
STEUERN
Für das Geschäftsjahr 2009 rechnen wir mit einer effektiven Steuerquote zwischen 36 % und 37 %, die auch 2010 nicht überschritten werden soll.
| Tabelle 02.6.3 | ZIELE 2009/2010 |
| Ergebnisse 2008 | Ziele 2009 | Ziele 2010 | ||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Umsatz | 10,61 Mrd. US-$ |
> 11,1 Mrd. US-$ |
Steigerung + 6 % – 9 % |
|||||
| Jahresüberschuss | 818 Mio. US-$ |
850 – 890 Mio. US-$ |
Steigerung > +10 % |
|||||
| Gewinn je Aktie | 2,75 US-$ |
2,89 – 3,03 US-$ |
Steigerung > +10 % |
|||||
| Dividende | 7 % auf 0,58 € je Stammaktie1 |
kontinuierlicher Anstieg |
kontinuierlicher Anstieg |
|||||
| Investitionen (netto) | 673 Mio. US-$ |
550 – 650 Mio. US-$ |
– |
|||||
| Akquisitionen (netto) | 215 Mio. US-$ |
200 – 300 Mio. US-$ |
– |
|||||
| Steuerquote | 36,6 % |
36 % – 37 % |
36 % – 37 % |
|||||
| Debt / EBITDA-Verhältnis | 2,69 |
unter 2,7 |
unter 2,7 |
|||||
| Mitarbeiter2 | 64.666 |
über 67.000 |
über 70.000 |
|||||
| Aufwendungen für Forschung und Entwicklung | 80 Mio. US-$ |
~ 95 Mio. US-$ |
~ 105 Mio. US-$ |
|||||
| Produkteinführungen | u. a. Dialysemaschine 5008S |
Weiterer Ausbau der Produkt- und Dienstleistungspalette |
Weiterer Ausbau der Produkt- und Dienstleistungspalette |
|||||
| 1 Vorschlag zur Beschlussfassung auf der Hauptversammlung
2 Durchschnittlich Vollzeitbeschäftigte |
||||||||
CASH FLOW
Der operative Cash Flow soll sowohl im Jahr 2009 wie auch im Jahr 2010 ein Niveau von 10 % vom Umsatz erreichen. Dabei ist berücksichtigt, dass es aufgrund der schwierigen wirtschaftlichen Lage einiger Länder zu längeren Forderungslaufzeiten kommen kann. Ein weiterhin fokussiertes Management des Umlaufvermögens soll die Erreichung der Cash-Flow-Ziele sicherstellen. Bei einem prognostizierten Umsatz von mehr als 11,1 Milliarden US-Dollar würde der operative Cash Flow im Geschäftsjahr 2009 bei mehr als 1,1 Milliarden US-Dollar liegen.
DEBT / EBITDA-VERHÄLTNIS
Fresenius Medical Care orientiert sich in seiner Finanzplanung am Debt / EBITDA-Verhältnis, das zum Ende des Jahres 2008 bei 2,69 lag. Auch für die Bilanzstichtage 2009 und 2010 streben wir einen Wert von weniger als 2,7 an.
FINANZIERUNG
Obwohl Fresenius Medical Care gegen die anhaltende weltweite Finanzkrise nicht vollständig immun ist, gehen wir davon aus, dass wir unser Geschäft kontinuierlich ausweiten und den finanziellen Verpflichtungen bei Fälligkeit nachkommen werden. Die syndizierte Kreditfazilität der Gesellschaft verteilt sich auf 60 Darlehensgeber, von denen keiner mehr als 4 % der Darlehen aus der Kreditvereinbarung 2006 der Gesellschaft bereitstellt.
Mit den nur teilweise genutzten bilateralen und syndizierten Kreditlinien sowie dem Forderungsverkaufsprogramm verfügen wir über einen ausreichenden zusätzlichen Finanzierungsspielraum, den wir auch in den kommenden Jahren beibehalten werden. Unser Ziel ist, dass die zugesicherten und nicht genutzten Kreditfazilitäten mindestens 10 % bis 15 % unseres Finanzierungsportfolios betragen.
Unsere Finanzierungsaktivitäten werden in den nächsten Jahren auch darauf ausgerichtet sein, den Bestand an nachrangigen Finanzierungsinstrumenten zu verringern. So wurden beispielsweise die im Februar 2008 fälligen nachrangigen genussscheinähnlichen Wertpapiere des Fresenius Medical Care Capital Trust II und III nicht durch die Ausgabe von neuen nachrangigen Wertpapieren finanziert, sondern durch die Nutzung bestehender erstrangiger Kreditfazilitäten.
Mittelfristig verfolgen wir außerdem das Ziel, dass unser Finanzierungsportfolio ausschließlich aus erstrangigen unbesicherten Finanzverbindlichkeiten besteht.
Der Refinanzierungsbedarf in den Jahren 2009 und 2010 beschränkt sich auf die Refinanzierung der Euro-Schuldscheindarlehen in Höhe von 200 Millionen Euro im Juli 2009 sowie die jährliche Verlängerung des Forderungsverkaufsprogramms in Höhe von 550 Millionen US-Dollar (etwa 395 Millionen Euro). Dieser Refinanzierungsbedarf sowie die Dividendenausschüttung von etwa 173 Millionen Euro im Mai 2009 und die erwartete Dividendenzahlung im Jahr 2010 wollen wir aus den Mittelzuflüssen der Gesellschaft und aus bestehenden Kreditfazilitäten abdecken. Die vertraglichen Verpflichtungen aus Finanzverbindlichkeiten bieten genügend Flexibilität zur Abdeckung des Finanzierungsbedarfs. Insgesamt gehen wir davon aus, dass wir auch künftig über eine angemessene Finanzierung verfügen werden, um unsere Ziele erreichen und das weitere Wachstum des Unternehmens begleiten zu können.
Weitere Informationen hierzu finden Sie im Kapitel „Finanzlage“ sowie im Abschnitt „Risiko- und Chancenmanagement“.
VERFAHREN, PRODUKTE UND DIENSTLEISTUNGEN
Die Forschung an und Entwicklung von neuen Behandlungstherapien und Produkten sind langfristige Prozesse und die Grundlage für beständiges Unternehmenswachstum. Die im Abschnitt „Forschung und Entwicklung“ ausführlich beschriebenen Aktivitäten werden auch künftig im Mittelpunkt unserer Arbeit stehen, immer mit dem Ziel im Blick, die Behandlungsverträglichkeit kontinuierlich zu optimieren und damit die Lebensqualität unserer Patienten zu erhöhen. Die Nutzung der Plattformtechnologie – wie bei der Arbeit an der Dialysemaschine 5008S – wird eine große Rolle spielen, um unsere Produkte weiter zu verbessern oder ihre Funktionen zu erweitern. Gleichzeitig bleiben wir offen für Projekte, die sich aus unternehmerischen Entscheidungen und aktuellen Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten ableiten, und verfolgen wichtige Trends am Markt und in der Medizin generell, um unsere Produkte und Projekte stets an die dynamischen Veränderungen dieses Umfelds anpassen zu können.
Wir sind bestens für künftige Herausforderungen gerüstet, da wir über Kernkompetenzen bei immer mehr Technologien verfügen, die sich in den kommenden Jahren als unverzichtbar für die Behandlung chronisch Nierenkranker herausstellen werden. Diese Kompetenzen erweitern wir stetig, den aktuellen Trends und Anforderungen des Marktes folgend. Die Akquisition der Gesellschaft Renal Solutions, Inc. (RSI) im November 2007 hat uns eine sehr gute Ausgangsposition im Wettbewerb verschafft. Und schließlich arbeiten die Synergien für uns, die sich aus dem Zusammenspiel der verschiedenen technischen, medizinischen und akademischen Einrichtungen innerhalb unseres Konzerns ergeben. Damit wir auch künftig unser Umfeld und unsere eigenen Leistungen nicht aus dem Blick verlieren, bewerten wir unsere Leistungen regelmäßig mittels eines Benchmarkings mit direkten Wettbewerbern und führenden Unternehmen anderer Branchen.
Im laufenden Geschäftsjahr 2009 wollen wir etwa 95 Millionen US-Dollar für Forschung und Entwicklung aufwenden. Die Zahl der in diesem Bereich beschäftigten Mitarbeiter dürfte nach der Integration von RSI mit 415 durchschnittlich Vollzeitbeschäftigten nun in etwa stabil bleiben. Für 2010 gehen wir von Forschungs- und Entwicklungsaufwendungen in Höhe von etwa 105 Millionen US-Dollar aus.
MITARBEITERINNEN UND MITARBEITER
Fresenius Medical Care rechnet infolge der erwarteten Geschäftsausweitung mit weiter steigenden Mitarbeiterzahlen speziell in den Dialysekliniken und Produktionsstätten. Zum Ende des Geschäftsjahres 2009 werden wir voraussichtlich mehr als 67.000 Mitarbeiter (durchschnittlich Vollzeitbeschäftigte) beschäftigen. Damit würde die Zahl der Mitarbeiter gegenüber dem Geschäftsjahr 2008 um etwa 4 % steigen. Auch für das Jahr 2010 erwarten wir ein weiteres Belegschaftswachstum auf dann über 70.000 Beschäftigte.
Entsprechend unserer Wachstumsstrategie sehen wir besonders vielversprechende Möglichkeiten in Asien; deswegen werden die Mitarbeiterzahlen dort zum Teil kräftig zulegen. Dennoch erwarten wir keine wesentlichen Änderungen bei der weltweiten Verteilung unserer Mitarbeiter – die meisten unserer Beschäftigten werden auch künftig in Nordamerika tätig sein.
Unverändert hoch bleibt unser Engagement bei der Ausbildung von Jugendlichen in Deutschland. Wir wollen auch in den kommenden Jahren über den eigenen Bedarf hinaus ausbilden und tragen dadurch wie bisher unserer gesellschaftlichen Verantwortung Rechnung.
RECHTLICHE UNTERNEHMENSSTRUKTUR UND ORGANISATION
Fresenius Medical Care ist seit dem Geschäftsjahr 2006 eine Kommanditgesellschaft auf Aktien. Auf absehbare Zeit planen wir keine Änderung der Rechtsform. Wie bereits im Abschnitt „Geschäftstätigkeit und Konzernstruktur“ beschrieben, ist Fresenius Medical Care regional organisiert und gliedert sich in drei operative Segmente - Nordamerika, International und Asien-Pazifik -, wobei die beiden letztgenannten für Berichtszwecke zum Segment International zusammengefasst sind. Wir beabsichtigen, diese Organisationsstruktur in den Jahren 2009 und 2010 beizubehalten. Den Anforderungen der jeweiligen Märkte begegnen wir mit einer dezentralen Organisationsstruktur, die größtmögliche Flexibilität gewährleistet. Dieses Prinzip des „Unternehmens im Unternehmen“ mit klar definierten Verantwortlichkeiten hat sich seit vielen Jahren bewährt, deshalb werden wir daran festhalten.
PRODUKTION
Der Ausbau unserer Fertigungskapazitäten steht auch im laufenden Geschäftsjahr ganz oben auf unserer Agenda. Anfang 2010 wird eine sechste Produktionslinie im Werk Ogden, Utah, in Betrieb gehen. So ausgestattet, werden wir unsere Produktion dort auf 45 Millionen Dialysatoren pro Jahr steigern. 2010 und 2011 werden in Ogden außerdem zwei zusätzliche Fertigungslinien für Faserbündel in Betrieb genommen. Neben dem Ausbau der Kapazitäten werden wir die Prozesse zwischen den Fertigungsstätten und der Zuliefererkette noch besser aufeinander abstimmen.
Für 2009 haben wir uns zum Ziel gesetzt, in allen asiatischen Werken Six-Sigma-Qualitätsstandards und eine entsprechend hohe Effizienz zu erreichen. Unsere Kapazitäten werden wir auf 7,5 Millionen Dialysatoren pro Jahr verdoppeln; in fünf Jahren wollen wir dort knapp 20 Millionen Dialysatoren im Jahr herstellen.
Der chinesische Markt und weitere asiatische Märkte werden auch in den nächsten Jahren stark wachsen, deshalb wollen wir dort vermehrt Produkte neu einführen und auch vor Ort fertigen. In unserem Werk in Jiangsu werden wir künftig auch Konzentrate für die Hämodialyse und Peritonealdialyse-Lösungen für den chinesischen Markt herstellen. Die Kapazitäten in Japan werden wir ebenfalls erweitern. Zunehmend interessant wird für uns auch Indien, das schätzungsweise in 15 Jahren eine ähnlich hohe Bevölkerungszahl wie China erreicht haben wird. Unser Motto für den Raum Asien-Pazifik wird daher auch in den kommenden Jahren lauten: „Prepare for Growth“ – wir wollen jederzeit bereit sein für Nachfragesteigerungen in der Region.
Darüber hinaus werden wir 2009 unser Technical-Assistant-Management-System TAM (siehe hier) weiter umsetzen. Zu den neun Ländern, in denen wir tam heute schon nutzen, werden im kommenden Jahr zahlreiche weitere europäische Länder und große Teile von Südamerika hinzukommen. So werden wir auch dort eine neue Stufe der Qualität und Effizienz im Kundenservice erreichen.
BESCHAFFUNG UND LOGISTIK
In der Beschaffung innerhalb unseres Segments International werden wir im laufenden Geschäftsjahr vor allem die Maßnahmen umsetzen, die wir in unseren Projekten, etwa zum Lieferantenmanagement, und in der Initiative „Purchasing Excellence“ erarbeitet haben (siehe hier). Hieraus werden sich weitere Kosteneinsparungen im Bereich Beschaffung und Logistik ergeben. Außerdem steht die Einführung eines einheitlichen Informationssystems auf Basis des bestehenden SAP-Systems für den Einkauf auf unserer Agenda. Es wird unter anderem Module für elektronische Ausschreibungen und ein weiterentwickeltes Einkaufscontrolling umfassen, um ein harmonisiertes Lieferanten- und Vertragsmanagement zu ermöglichen.
Insgesamt wird das Thema Supply-Chain-Management (siehe hier) künftig eine zunehmend strategische Bedeutung im Fresenius Medical Care-Konzern bekommen, da das Management der Lieferkette der optimale Stellhebel für Verbesserungen bei Qualität, Kosten und Service ist. Das ist auch einer der Gründe dafür, dass wir das Supply-Chain-Management für die Region Europa / Mittlerer Osten /Afrika künftig stärker zentralisieren werden.
Auch 2009 bleiben die Materialkosten eine Herausforderung für uns. Deshalb werden wir künftig unsere Aktivitäten zur weltweiten Suche neuer, qualifizierter Lieferanten verstärken. Inwieweit angesichts der allgemein ungünstigen wirtschaftlichen Perspektive mit einer insgesamt sinkenden Nachfrage nach Rohstoffen und Materialien sowie mit entsprechend sinkenden Preisen zu rechnen sein wird, bleibt abzuwarten. Die weiter wachsenden Märkte in der Region Asien-Pazifik werden in einzelnen Materialgruppen anhaltend Druck auf die Lieferantenkapazitäten ausüben. Deshalb steht auch 2009 neben höheren Kosteneinsparungszielen die Absicherung der erforderlichen Produktionskapazitäten auf unserer Agenda. Die Potenziale in Nordamerika und in Asien-Pazifik werden dabei eine zunehmende Rolle spielen, entsprechende Initiativen wurden bereits gestartet.
Im Mittelpunkt unserer Logistikaktivitäten in Europa steht 2009 die Integration unseres Lagers Darmstadt in das neue Verteilzentrum in Biebesheim. Weitere Informationen zu unserem Verteilzentrum finden Sie im Kapitel „Beschaffung und Logistik“. Außerdem wollen wir die Lagerhaltung in Zentraleuropa und Asien-Pazifik harmonisieren.
In Nordamerika werden wir im laufenden Geschäftsjahr unsere Transportleistungen für Dritte unter einem eigenen Markennamen zusammenfassen und so zusätzlichen Umsatz generieren. Außerdem beabsichtigen wir, die grenzüberschreitende Zusammenarbeit der Logistikbereiche in den USA, Kanada und Mexiko zu verstärken. Unser Verteilnetz werden wir durch Erweiterungsbauten und Standortverlegungen noch mehr an den Kundenbedürfnissen ausrichten. Eine wesentliche Herausforderung wird auch die Integration neuer Produkte in die Lieferkette sowie die Entwicklung von Logistiklösungen für immer höhere Lager- und Transportvolumina sein.
QUALITÄTS- UND UMWELTMANAGEMENT
Die Effektivität und Effizienz unseres Qualitätsmanagementsystems wollen wir auch 2009 weiter ausbauen. Dazu werden wir verstärkt Audits, Trainings und Coaching in unseren Tochtergesellschaften anbieten, vor allem zu den Themen Einhaltung gesetzlicher Bestimmungen, Verbesserung des Managementsystems und Risikomanagement. Außerdem wollen wir mit entsprechend wirksamen Maßnahmen und Systemen kontinuierliche Verbesserungen in allen Geschäftsprozessen anstoßen.
Ein wichtiger Aspekt des Qualitätsmanagements ist das Qualitätsrisiko, das künftig stärker an das Finanzrisiko gekoppelt betrachtet werden soll. Hintergrund ist, dass alle Aktivitäten des Unternehmens finanzielle Auswirkungen haben. Entsprechend sollen im Risikomanagement des Unternehmens Finanz- und Qualitätsmanagement zusammengeführt werden.
Im laufenden Geschäftsjahr werden wir unser Umweltmanagementsystem auf der Grundlage von ISO 14001 ausbauen und weitere Dialysezentren zertifizieren (siehe hier); im Mittelpunkt werden 2009 Spanien und Rumänien stehen. Für unsere erste Dialyseklinik in Schweden streben wir die Zertifizierung nach ISO 9001 an. Unser Ziel lautet, dass bis Ende des Jahres mehr als 75 % unserer Kliniken nach ISO 9001 zertifiziert sind und die Hälfte unserer Kliniken ein ISO 14001-Zertifikat haben. Dazu sollen insgesamt 45 neue Zertifizierungen nach ISO 9001 und 65 nach ISO 14001 beitragen. Ein weiterer Schwerpunkt wird deshalb auch 2009 die Qualifizierung von Mitarbeitern sein, die interne Audits durchführen können, insbesondere in Osteuropa. Zusätzlich wollen wir unsere Produktionsstätte für Dialysekonzentrat in Ober-Erlenbach und unser serbisches Werk, in dem Dialysatoren, Schläuche und Konzentrat hergestellt werden, zertifizieren lassen.
2009 wird auch die Umsetzung unserer Effizienzinitiative „Energy squeeze“ auf der Agenda unserer wichtigsten europäischen Werke stehen. Das Ziel ist, 5 % der dort bisher verbrauchten Energie einzusparen, was Kostensenkungen in Höhe von knapp einer Millionen Euro allein im laufenden Geschäftsjahr entsprechen würde. Dies ist ein weiterer wesentlicher Beitrag zur Umsetzung der Ziele unseres Umweltprogramms (siehe hier).
Im vergangenen Jahr haben wir – aufbauend auf unserer klinischen Datenbank EuCliD5 – die integrierte Softwarelösung „e-con 5“ für das Öko-Controlling in unseren Kliniken entwickelt. Sie dient dazu, umweltschutzrelevante Daten, etwa zum Energieverbrauch oder zur Abfallentsorgung, effizienter zu erfassen, diese Daten in hoher Qualität vorzuhalten und komfortable Möglichkeiten der Datenanalyse zu bieten. Der Piloteinsatz in Slowenien war erfolgreich, sodass die dortigen Kliniken bereits seit Januar 2008 mit der Software arbeiten. Sie wird im laufenden Geschäftsjahr in weiteren Ländern eingeführt, sodass unsere Vision eines umfangreichen Datenmanagementsystems in Europa schrittweise Wirklichkeit wird.
CHANCEN
Einige demografische Trends tragen entscheidend zu den Wachstumsmöglichkeiten von Fresenius Medical Care bei. Weitere Informationen hierzu finden Sie auch im Abschnitt „Geschäftstätigkeit und Konzernstruktur“. Dazu zählen die älter werdende Bevölkerung und die steigende Zahl der Menschen, die an Diabetes und Bluthochdruck leiden - den beiden Erkrankungen, die häufig dem terminalen Nierenversagen vorausgehen. Mit diesen Entwicklungen steigt auch der Bedarf an Dialyseprodukten und -dienstleistungen. Wir wollen zur Deckung dieses Bedarfs wesentlich beitragen und nierenkranke Patienten mit qualitativ hochwertigen Produkten und Dienstleistungen versorgen; gleichzeitig verfolgen wir sehr beharrlich unser Ziel, gewinnorientiert zu wirtschaften.
Wichtige Chancen für Fresenius Medical Care bieten sich mit der Erschließung weiterer Märkte, insbesondere in Osteuropa und in den Ländern Asiens. Zwar verkaufen wir in den meisten dieser Märkte bereits heute Dialyseprodukte über Distributoren oder eigene Vertriebsorganisationen, wir sind dort aber zum Teil nicht als Anbieter von Dialysedienstleistungen in eigenen Kliniken tätig. Dies ist zum einen auf rechtliche Restriktionen zurückzuführen; zum anderen sind oftmals die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen nicht gegeben, etwa die entsprechenden Vergütungsstrukturen oder funktionierende Gesundheitssysteme.
Grundlegend neue Chancen für Fresenius Medical Care könnten aufgrund veränderter rechtlicher Vorschriften in Japan entstehen. Sollten sich dort zum Beispiel die Rahmenbedingungen für den Betrieb von Dialysekliniken durch privatwirtschaftlich tätige Unternehmen wie Fresenius Medical Care ändern, ergäben sich hieraus wichtige neue Absatzmöglichkeiten. Japan ist der größte Markt in Asien: Dort leben rund 290.000 Dialysepatienten und damit annähernd die Hälfte aller Dialysepatienten in Asien. Auch bevölkerungsreiche Länder wie China und Indien bieten langfristig interessante Wachstumschancen. Deshalb wollen wir unsere Präsenz in den acht größten Städten Indiens künftig verstärken und dort Dialysedienstleistungen anbieten.
Deutschland ist – gemessen an der Zahl der Dialysepatienten – der viertgrößte Markt der Welt. Fresenius Medical Care nimmt hier aufgrund der Qualität seiner angebotenen Produkte schon heute eine führende Marktposition ein. Konnten bislang nur niedergelassene Ärzte, Krankenhäuser oder gemeinnützige Organisationen Dialysezentren betreiben, ist es Fresenius Medical Care nun möglich, Dialysedienstleistungen im Rahmen von Medizinischen Versorgungszentren (MVC) anzubieten – das sind fachübergreifende, ärztlich geleitete Einrichtungen, in denen Ärzte als Angestellte oder Vertragsärzte tätig sind. Wir verstehen uns als Partner unserer Kunden beim Aufbau von neuen Versorgungsstrukturen im deutschen Gesundheitswesen und werden sich bietende Gelegenheiten wahrnehmen, um unser Geschäft durch ein solches Engagement langfristig zu stärken. Ende 2008 waren wir an zwei Versorgungszentren beteiligt.
Chancen ergeben sich auch aus der Forschung und Entwicklung neuer Möglichkeiten für die Behandlung Nierenkranker. Langfristig vorstellbar ist zum Beispiel die Entwicklung von tragbaren künstlichen Nieren. Die Forschungsvorhaben dazu stehen allerdings noch am Anfang, die Behandlung signifikanter Patientengruppen ist daher kurz- und mittelfristig nicht vorstellbar. Fresenius Medical Care hat mit der Akquisition der Renal Solutions, Inc. im Jahr 2007 einen ersten wichtigen Schritt unternommen. Wenn solche Systeme entwickelt wären, würden aus deren Einsatz wesentliche Chancen für Fresenius Medical Care bei Dialyseprodukten und den mit der Heimdialyse verbundenen Dienstleistungen erwachsen.
Ein weiteres Geschäftsfeld mit langfristig herausragenden Wachstumschancen sind Dialysemedikamente. Die Integration des Phosphatbinders PhosLo in das Produktportfolio im Herbst 2006 sowie die Erweiterung um intravenös zu verabreichende Eisenpräparate im vergangenen Geschäftsjahr sind hier wesentliche Schritte gewesen. Zu den Dialysemedikamenten zählen neben Phosphatbindern unter anderem auch Vitamin-D- und Eisenpräparate sowie Kalzimimetika. Die Gesellschaft schätzt die für den Dialysemarkt relevante Marktgröße für diese vier Produktgruppen auf insgesamt mehr als 2,5 Milliarden US-Dollar für das Jahr 2008.
Darüber hinaus verfügt Fresenius Medical Care über eine Reihe von leistungswirtschaftlichen Chancen, die sich aus dem operativen Geschäft ergeben. Dazu gehören unter anderem ein kontinuierlich optimierter Beschaffungsprozess und die kosteneffiziente Produktion.
GESAMTAUSSAGE ZUR VORAUSSICHTLICHEN ENTWICKLUNG
Wir beurteilen die Aussichten von Fresenius Medical Care auch für die kommenden Jahre als sehr positiv. Auf währungsbereinigter Basis dürften aus heutiger Sicht alle Regionen zum Umsatz- und Ergebniswachstum beitragen.
Im Geschäftsjahr 2009 wollen wir unsere Marktposition in sämtlichen Segmenten stärken und unsere Wachstumspläne konsequent verfolgen. Dazu gehören der Aufbau neuer Kliniken und die gezielte Akquisition von Dialysekliniken in weltweit allen Regionen sowie der weitere Ausbau unserer Produktionskapazitäten.
Die Prognose berücksichtigt alle zum Zeitpunkt der Bilanzaufstellung bekannten Ereignisse, die unsere Geschäftsentwicklung im Jahr 2009 und darüber hinaus beeinflussen könnten. Wesentliche Risiken werden im Risikobericht erläutert. Fresenius Medical Care setzt alles daran, die oben genannten Ziele zu erreichen und – wenn möglich – zu übertreffen.








