02.3

Nichtfinanzielle Leistungsindikatoren

MITARBEITERINNEN UND MITARBEITER

Zum Ende des Jahres 2008 stieg die Zahl der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter (durchschnittlich Vollzeitbeschäftigte) von Fresenius Medical Care auf 64.666. Das entspricht einer Zunahme der Beschäftigtenzahl um 3.260 bzw. 5,3 % gegenüber dem Vorjahr.

Die wesentlichen Gründe für den Anstieg der Mitarbeiterzahlen waren das fortgesetzte organische Wachstum im Dialyse-Dienstleistungsgeschäft in allen Regionen sowie zahlreiche Akquisitionen in Europa und Asien. Entlassungen, bedingt durch Werkschließungen oder ähnliche Maßnahmen wie z. B. Dekonsolidierungen, gab es nicht. Damit setzte sich der Trend der Vorjahre auch 2008 fort. Seit Gründung des Unternehmens im Jahr 1996 ist die Zahl der Mitarbeiter um durchschnittlich 8 % pro Jahr gestiegen.

Mit 15 % mehr Mitarbeitern als im Vorjahr erreichte die Region Asien-Pazifik erneut das stärkste prozentuale Belegschaftswachstum. Akquisitionen in Australien, Malaysia, Singapur, Taiwan, China und Korea im Bereich Kliniknetz und Produktion haben das organische Wachstum unterstützt. Auch in allen anderen Regionen hat sich die Anzahl unserer Kliniken und damit auch die Belegschaft vergrößert:

In Deutschland waren zum Ende des Jahres circa 3.600 Menschen für Fresenius Medical Care tätig; das entspricht fast 6 % der Gesamtbelegschaft und ist ein weiterer Beleg für unseren hohen Internationalisierungsgrad.

2008 war das Durchschnittsalter der bei Fresenius Medical Care in Deutschland beschäftigen Mitarbeiter 40,3 Jahre; es blieb damit nahezu auf dem Stand des Vorjahres. Die durchschnittliche Betriebszugehörigkeit erhöhte sich von 10 Jahren in 2007 auf 10,1 Jahr in 2008. Die Fluktuationsrate belief sich in Deutschland auf 2,8 % und bewegte sich damit erneut auf einem sehr niedrigen Niveau; im Vorjahr hatte die Fluktuation bei 2,3 % gelegen.

Der Personalaufwand bei Fresenius Medical Care betrug im Berichtsjahr 3,45 Milliarden US-Dollar, ein Zuwachs von rund 10 % gegenüber dem Jahr 2007 mit 3,13 Milliarden US-Dollar. Vom Umsatz flossen konstant wie im Vorjahr rund 32 % in den Personalaufwand. Pro Mitarbeiter wurden 2008 durchschnittlich 53,3 (2007: 50,8 ) Tsd. US-Dollar aufgewendet.

PERSONALENTWICKLUNG UND -MARKETING

Fresenius Medical Care erweitert kontinuierlich sein sehr breites Tätigkeitsspektrum in der Dialysebranche. Dadurch bieten sich für die Mitarbeiter des Konzerns sowohl anspruchsvolle Ziele in der beruflichen Weiterbildung als auch Chancen für die individuelle Entwicklung in zahlreichen medizinischen, kaufmännischen und technischen Betätigungsfeldern. Als Arbeitgeber verwendet Fresenius Medical Care besondere Sorgfalt darauf, die Zahl und inhaltliche Ausrichtung der Fachkräfte und Führungspersönlichkeiten auf die weitere Unternehmensentwicklung abzustimmen. Dabei spielen gezielte Maßnahmen der Personalentwicklung ebenso eine Rolle wie die Gewinnung neuer Kollegen.

In jedem der vielen Fachgebiete, die bei Fresenius Medical Care relevant sind, benötigen unsere Mitarbeiter in hohem Maße spezifische Kenntnisse – und eine Leidenschaft für Qualität, damit wir unseren Anspruch erfüllen können: den Dialysepatienten mit unseren medizinischen Leistungen und Produkten ein besseres Leben zu ermöglichen. Dass dieser Anspruch an allen unseren Standorten weltweit als maßgeblich für das eigene Handeln verstanden wird, zeigt sich in unseren Mitarbeiterumfragen immer wieder.

Für unsere Personalarbeit ist es besonders wichtig, dass die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ihre individuellen beruflichen Stärken und Neigungen bestmöglich einbringen und ausbauen können. Die Personalentwicklung unterstützt die Mitarbeiter dabei, ihre Fähigkeiten im Rahmen von Fach- und Führungskarrieren sowie Projektleiterlaufbahnen vollständig einzusetzen und stetig zu erweitern. Lebenslanges Lernen, kontinuierliches Feedback zu Leistung und Arbeitsqualität sowie das Bieten von beruflichen Herausforderungen, die den Eignungen der Mitarbeiter entsprechen, sind dabei die wichtigsten Instrumente. Das Management steht – unterstützt durch Personalfachleute – besonders in der Pflicht, diese Instrumente unternehmensweit einzusetzen. Zu Beginn des Jahres wurde erstmals eine weltweit verantwortliche Personalleitungsfunktion im Konzern eingerichtet. Sie übernimmt auch die Steuerung ausgewählter globaler Personalentwicklungsprojekte, sodass Synergien und lokale Erfahrungen genutzt und gezielt ausgebaut werden können.

2008 setzte Fresenius Medical Care in Nordamerika verstärkt auf neue Lernmodule für medizinisches Personal in den Kliniken und konnte dabei einmal mehr auf das hervorragende Engagement der Mitarbeiter zählen. Diese hatten sich in einer Mitarbeiterbefragung hoch motiviert gezeigt, bei der Neugestaltung oder Verbesserung von Abläufen mitzuwirken. Dadurch ergaben sich wichtige Impulse für den Ausbau der Weiterbildungsangebote.

Der Ideenreichtum der Mitarbeiter wurde deutlich bei Planungen in der Krisensituation im Südosten der Vereinigten Staaten, als die Hurrikans „Gustav“ und „Ike“ im Herbst die Golfküste bedrohten. Teams von Fresenius Medical Care mobilisierten in kürzester Zeit eine Notversorgung, sowohl für unsere Patienten als auch für die Mitarbeiter in den Katastrophengebieten. Das Unternehmen stellte Unterkünfte, Generatoren, Nahrungsmittel, Treibstoff und zusätzliche Mitarbeiter bereit. So konnten wir dank des hohen Engagements aller Beteiligten die lebensnotwendigen Dialysebehandlungen für bestehende und neue Patienten aufrechterhalten.

Erfolgreich gestartet ist auch unser innovatives Programm zur Personalentwicklung von Dialysefachkräften in Asien- Pazifik, das wir im Geschäftsbericht 2007 ausführlich vorgestellt hatten. Im Januar 2008 haben 25 junge Frauen und Männer ihre Ausbildung im Fresenius Medical Care Institute of Dialysis Nursing (F.I.D.N.) begonnen; 2009 werden schon mehr als 300 Schüler erwartet. Das weltweit führende Ausbildungszentrum dieser Art setzt auf höchste Standards in der Dialyse und übernimmt damit eine Vorreiterrolle in puncto Qualität in der Gesundheitsbranche.

Im abgeschlossenen Geschäftsjahr haben wir die Kooperation mit der internationalen Wirtschaftsakademie INSEAD (Fontainebleau und Singapur) erfolgreich fortgesetzt. Leitende Führungskräfte aus den unterschiedlichen Teilkonzernen kommen dabei auf internationaler Ebene zusammen. Weitere Ausbildungsmodule für Führungskräfte werden in den einzelnen Regionen organisiert. Zurzeit laufen Vorbereitungen, um ab dem kommenden Geschäftsjahr weltweit spezielle Module für das obere Management anzubieten. Diese Module sollen insbesondere den neuen Führungsanforderungen Rechnung tragen, die sich in einem global wachsenden und hoch integrierten Unternehmen ergeben.

Grafik 02.3.5 Zahl der Mitarbeiter
Zahl der Mitarbeiter
Tabelle 02.3.6 MITARBEITER NACH REGIONEN
Durchschnittlich Vollzeitbeschäftigte 2008 2007 Veränderung
       
Nordamerika
40.509
39.161
3,4 %
Europa / Naher Osten / Afrika
14.664
13.401
9,4 %
Lateinamerika
5.935
5.749
3,2 %
Asien-Pazifik
3.558
3.095
15,0 %
GESAMT
64.666
61.406
5,3 %
       
Grafik 02.3.6 Mitarbeiter nach Regionen
Mitarbeiter nach Regionen

Fresenius Medical Care gehört weltweit zu den größten Arbeitgebern für medizinisches Personal. Die richtigen Mitarbeiter für unser weiter expandierendes Unternehmen zu gewinnen, ist eine unserer wichtigsten Aufgaben im Personalbereich. Das Hauptziel bei unseren Auftritten auf Hochschulmessen, in Printmedien und in ausgewählten Universitäten ist daher, unsere Attraktivität als Arbeitgeber unter Beweis zu stellen.

In Nordamerika ist das Management nun dank einer einheitlichen technologischen Plattform in der Lage, Personalplanungen noch schneller und präziser durchzuführen.

AUSBILDUNG

Ein wichtiger Faktor, um die Zukunftsfähigkeit eines Unternehmens zu sichern, ist die professionelle Ausbildung junger Leute im Unternehmen. Deshalb engagieren wir uns beim Thema Berufsausbildung besonders stark. Die für das Ausbildungsjahr 2008 angebotenen Ausbildungsplätze wurden an allen Ausbildungsstandorten noch einmal um zusätzlich über 10 % erhöht – nachdem sie 2007 bereits um 30 % aufgestockt worden waren.

Grafik 02.3.7 Ausbildungsberufe (Auszug)
Ausbildungsberufe (Auszug)

Durch verstärkte Marketingaktionen in und mit Schulen wollen wir noch mehr Jugendliche für eine Ausbildung in unserem Unternehmen interessieren. Dabei sprechen wir nicht nur die Schüler, sondern auch die Lehrer an: Für Schüler bieten wir Betriebserkundungen und Bewerbungstrainings an und für Lehrer mehrere Fortbildungen im Rahmen des Arbeitskreises „SchuleWirtschaft“. Mitte September fand unter dem Motto „Ausbildung interaktiv“ zum zweiten Mal ein Tag der offenen Tür zur Berufsausbildung in der Konzernzentrale statt, an dem wir die zahlreichen Besucher über die Ausbildungsberufe und Berufsakademie-Studiengänge, die wir im Konzern anbieten, informieren und sie von der hohen Attraktivität von Fresenius Medical Care als Ausbildungsunternehmen für junge Menschen überzeugen konnten. Diese Marketingmaßnahmen zeigten im vergangenen Jahr schon einen ersten Erfolg: Entgegen dem Trend am Ausbildungsmarkt gingen bei uns für das Ausbildungsjahr 2008 deutlich mehr Bewerbungen mit guter Qualität ein als in den Vorjahren. Dies zeigt uns, dass wir für Schulabgänger, aber auch für Praktikanten und Diplomanden ein attraktiver Arbeitgeber sind.

Anfang Dezember beteiligten wir uns zum ersten Mal mit unseren Auszubildenden am Innovationsspiel „Jugend denkt Zukunft“, das mit Unterstützung von Politikern, Berufs- und Wirtschaftsverbänden bundesweit bei vielen Unternehmen durchgeführt wird. Ziel des Innovationsspiels ist es, Auszubildende anzuregen, über die Zukunft des Unternehmens und mögliche Innovationen nachzudenken. Dabei sollen neue Produkte und Dienstleistungen für den Markt im Jahr 2020 entstehen. In einer Zukunftswerkstatt, in Gesprächen mit Unternehmensvertretern sowie in einem zukunftsorientierten Produktentwicklungs- und Marketingprozess haben die Teilnehmer eine Woche lang das Thema „Innovative Konzepte für den Kundendienst der Zukunft“ bearbeitet und in einer Abschlusspräsentation ihre Ideen und Ergebnisse vorgetragen.

Die Auszubildenden und Berufsakademie-Studenten, die im Jahr 2008 ihre Ausbildung bzw. ihr Studium beendet haben, wurden Ende Oktober bei einer Abschlussfeier in Bad Homburg geehrt. Neben mehreren Kammer- und Landessiegern konnten wir in diesem Jahr auch zwei Studenten für die besten Studienleistungen an der accadis Hochschule, Bad Homburg, auszeichnen.

ERFOLGSBETEILIGUNG

Ein nachhaltiger Erfolgsfaktor unseres Unternehmens ist der hohe Identifikationsgrad unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit Fresenius Medical Care. Zu dieser Identifikation trägt die Beteiligung der Belegschaft am Unternehmensergebnis wesentlich bei. Die Höhe der Erfolgsbeteiligung ist abhängig vom erzielten operativen Ergebnis (EBIT) und bietet somit einen wertorientierten Leistungsanreiz. Im Jahr 2008 betrug die Erfolgsbeteiligung für das vorangegangene Geschäftsjahr 1.527 Euro je berechtigten Mitarbeiter. Zwei Drittel des Betrags erhielten die Mitarbeiter in Form von Aktien; das verbleibende Drittel konnten sie sich bar auszahlen lassen oder zur Finanzierung von weiteren Aktien verwenden.

Tabelle 02.3.7 ERFOLGSBETEILIGUNG
Jahr 2008 2007 2006 2005 2004
           
Wert in €
1.527
1.444
1.000
1.000
1.000
Zahl der Bezugsberechtigten
2.581
2.483
2.101
2.101
1.624
           
Die Erfolgsbeteiligung wird rückwirkend ausgezahlt und gilt für das jeweils im Vorjahr erzielte Konzern-EBIT der Fresenius-Gruppe.

AKTIENOPTIONSPLAN

Die Führungskräfte partizipieren über Aktienoptionspläne am wirtschaftlichen Erfolg des Unternehmens und an der Entwicklung der Fresenius Medical Care-Aktie. Das 2006 implementierte Aktienoptionsprogramm ist dabei unmittelbar an den Unternehmenserfolg gekoppelt. Danach erhalten die Führungskräfte des Konzerns zusammengenommen verteilt über fünf Jahre bis zu fünfzehn Millionen Bezugsrechte auf Inhaber-Stammaktien. Diese können sie erst nach Ablauf einer Wartezeit von drei Jahren ausüben, sofern das vorgegebene Wachstum beim bereinigten Ergebnis je Stammaktie (Earnings per Share – EPS) von mindestens 8 % in jedem Jahr der Wartezeit erzielt wurde. Wird diese Hürde nur in einem oder zwei Jahren genommen, reduzieren sich die Bezugsrechte entsprechend. Wird sie gänzlich verfehlt, verfallen die Bezugsrechte vollständig. Das Aktienoptionsprogramm 2006 beteiligt die Führungskräfte somit sowohl an den wirtschaftlichen Chancen als auch an den Risken des Unternehmens und bietet ihnen eine international konkurrenzfähige Vergütungsstruktur.

Etwa 600 Führungskräfte haben im Jahr 2008 die Gelegenheit erhalten, mit diesem Programm am künftigen Erfolg von Fresenius Medical Care teilzuhaben. Weitere Informationen zur Ausgestaltung des Aktienoptionsplans finden Sie im Finanzbericht.

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