02.2
Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage
ERTRAGSLAGE
Das Geschäftsjahr 2008 ist erneut sehr erfolgreich verlaufen, speziell auch unter Berücksichtigung der weltweiten schwierigen wirtschaftlichen Situation. Wir haben unsere Jahresziele erreicht und zum Teil übertroffen und neue Rekordwerte bei Umsatz und Ertrag erzielt. Alle Regionen und Bereiche haben zu unserem Wachstum und damit auch zu einer Festigung unserer Markposition in nahezu allen Geschäftsfeldern beigetragen.
UMSATZ
Fresenius Medical Care verzeichnete im abgelaufenen Geschäftsjahr 2008 erneut ein starkes Umsatzplus von 9 % auf 10,61 Milliarden US-Dollar. Der währungsbereinigte Umsatzzuwachs betrug 8 %. Das organische Umsatzwachstum lag bei 7 %, Akquisitionen haben mit 1 % zum Wachstum beigetragen.
Der Bereich der Dialysedienstleistungen lieferte mit 73 % den insgesamt größten Umsatzbeitrag im Geschäftsjahr 2008 (2007: 74 % ). Mit Dialyseprodukten erzielten wir 27 % des Umsatzes (2007: 26 %).
Der weltweite Umsatz mit Dialysedienstleistungen wuchs im Jahr 2008 um 7 % auf 7,74 Milliarden US-Dollar. Zur Umsatzsteigerung haben das organische Wachstum mit 6 % und Währungsumrechnungseffekte mit 1 % beigetragen.
| Tabelle 02.2.1 | UMSATZ NACH SEGMENTEN |
| in Mio. US-$ | 2008 | 2007 | Veränderung |
|---|---|---|---|
| Nordamerika | |||
| Dialyseprodukte | 758 |
661 |
15 % |
| Dialysedienstleistungen | 6.247 |
6.002 |
4 % |
| GESAMT | 7.005 |
6.663 |
5 % |
| International | |||
| Dialyseprodukte | 2.117 |
1.846 |
15 % |
| Dialysedienstleistungen | 1.490 |
1.211 |
23 % |
| GESAMT | 3.607 |
3.057 |
18 % |
| Weltweit | |||
| Dialyseprodukte | 2.875 |
2.507 |
15 % |
| Dialysedienstleistungen | 7.737 |
7.213 |
7 % |
| GESAMT | 10.612 |
9.720 |
9 % |
Kern der Dialysedienstleistungen sind qualitativ hochwertige Behandlungen von Dialysepatienten in Kliniken. Daher ist die Zahl durchgeführter Dialysebehandlungen von wesentlicher Bedeutung für die Umsatzerlöse in diesem Geschäftsbereich. Zum Ende des Geschäftsjahres 2008 betrieben wir etwa 2.400 Dialysekliniken, 7 % mehr als Ende 2007. Die Zahl der von uns zum Ende des Jahres behandelten Dialysepatienten belief sich auf mehr als 184.000, ein Plus von 6 %. Die Zahl der Behandlungen wuchs im Berichtsjahr um 5 % auf rund 27,87 Millionen.
Der Umsatz mit Dialyseprodukten stieg um 15 % auf 2,87 Milliarden US-Dollar. Währungsbereinigt legten wir hier um 11 % zu. Wesentliche Gründe für diese Steigerung waren der verstärkte Absatz von Hämodialysegeräten, Dialysatoren, Blutschläuchen, Konzentraten, Produkten für die Peritonealdialyse sowie durch gestiegene Umsätze mit dem Phosphatbinder PhosLo und durch Umsätze mit intravenös zu verabreichenden Eisenpräparaten, die Gegenstand der neuen Lizenzvereinbarungen sind. Inklusive des Umsatzes mit eigenen Dialysekliniken erhöhte sich der Umsatz mit Dialyseprodukten um 14 % auf 3,73 Milliarden US-Dollar.
Wie in den Vorjahren erzielten wir in Nordamerika den weitaus größten Umsatzbeitrag mit Dialysedienstleistungen (89 %). Durch den starken Ausbau unseres Kliniknetzwerks hat sich im Segment International das Gewicht leicht in Richtung Servicebereich verschoben, unverändert dominieren hier aber mit einem Umsatzanteil von 59 % die Dialyseprodukte. Die Ursachen dafür, dass sich die Anteile von Service- und Produktgeschäft am Umsatz in Nordamerika so stark von denen im internationalen Geschäft unterscheiden, sind vielschichtig. Ein wesentlicher Grund ist die unterschiedliche Entwicklung und Ausgestaltung der Gesundheitssysteme. Beispielsweise gelten für den Betrieb von Dialysekliniken durch privatwirtschaftlich tätige Unternehmen wie Fresenius Medical Care in bedeutenden internationalen Dialysemärkten wie Japan und Deutschland umfangreiche rechtliche Einschränkungen. Dies erschwert eine Ausweitung unseres Kliniknetzes in diesen Ländern. Zudem haben wir mit der Gründung von Fresenius Medical Care im Jahr 1996 und der Akquisition der National Medical Care (NMC) unser Dienstleistungsgeschäft in Nordamerika sehr schnell ausgeweitet.
Zum Umsatzwachstum im Jahr 2008 haben beide Segmente – Nordamerika und International – beigetragen.
Der Umsatz in Nordamerika stieg um 5 % auf 7,01 Milliarden US-Dollar. Das organische Umsatzwachstum lag ebenfalls bei 5 %. Nordamerika ist nach wie vor die wichtigste Geschäftsregion für Fresenius Medical Care: In diesem Segment haben wir im Berichtsjahr rund 66 % unseres Gesamtumsatzes erzielt; im Vorjahr waren es etwa 69 %.
| Tabelle 02.2.2 | PATIENTEN |
| 2008 | 2007 | Veränderung | |
|---|---|---|---|
| Nordamerika | 125.857 |
121.431 |
4 % |
| Europa / Naher Osten / Afrika | 29.841 |
26.902 |
11 % |
| Lateinamerika | 19.230 |
17.741 |
8 % |
| Asien-Pazifik | 9.158 |
7.789 |
18 % |
| GESAMT | 184.086 |
173.863 |
6 % |
| Tabelle 02.2.3 | BEHANDLUNGEN |
| in Mio. | 2008 | 2007 | Veränderung |
|---|---|---|---|
| Nordamerika | 19,15 |
18,45 |
4 % |
| Europa / Naher Osten / Afrika | 4,46 |
4,07 |
10 % |
| Lateinamerika | 2,92 |
2,71 |
8 % |
| Asien-Pazifik | 1,34 |
1,21 |
11 % |
| GESAMT | 27,87 |
26,44 |
5 % |
| Tabelle 02.2.4 | KLINIKEN |
| 2008 | 2007 | Veränderung | |
|---|---|---|---|
| Nordamerika | 1.686 |
1.602 |
5 % |
| Europa / Naher Osten /Afrika | 400 |
362 |
10 % |
| Lateinamerika | 177 |
169 |
5 % |
| Asien-Pazifik | 125 |
105 |
19 % |
| GESAMT | 2.388 |
2.238 |
7 % |
Der Umsatz mit Dialysedienstleistungen wuchs in der Region Nordamerika um 4 % auf 6,25 Milliarden US-Dollar. Das organische Wachstum lag bei 4 %. Die durchschnittliche Vergütung je Dialysebehandlung in den USA - unserem größten Markt - ist im Berichtsjahr von 327 US-Dollar auf 330 US-Dollar gestiegen. Dieser Anstieg basiert hauptsächlich auf einer Zunahme der Erstattungsraten privater Krankenversicherungen.
Überaus erfolgreich war auch die Entwicklung bei den Dialyseprodukten. Im Segment Nordamerika umfasst dieser Bereich sowohl Produkte für die Hämo- und Peritonealdialyse als auch das Dialysemedikament PhosLo und neu lizensierte intravenös verabreichte Eisenpräparate. Der Umsatz mit Dialyseprodukten wuchs um 15 % auf 758 Millionen US-Dollar, was auf einen starken Absatz fast im gesamten Produktsortiment zurückzuführen ist.
Das Segment International umfasst alle Geschäftsregionen außerhalb Nordamerikas. Im Jahr 2008 haben wir in diesem Segment etwa 34 % des Gesamtumsatzes von Fresenius Medical Care erzielt. Dies ist eine deutliche Erhöhung zum vergleichbaren Vorjahreswert von 31 %.
Der Umsatz legte im Jahr 2008 um 18 % (13 % währungsbereinigt) zu und erreichte 3,61 Milliarden US-Dollar. Das organische Wachstum lag bei 12 %, Akquisitionen haben mit 1 % zum Umsatzwachstum beigetragen.
Der Umsatz mit Dialysedienstleistungen stieg im Segment International um 23 % (18 % währungsbereinigt ) auf 1,49 Milliarden US-Dollar. Aufgrund der unverändert hohen Nachfrage nach Dialysegeräten sowie Dialysatoren und Produkten für die Peritonealdialyse erhöhte sich der Umsatz mit Dialyseprodukten um 15 % auf 2,12 Milliarden US-Dollar (10 % währungsbereinigt).
| Tabelle 02.2.5 | UMSATZENTWICKLUNG NACH SEGMENTEN |
| in Mio. US-$ | 2008 | 2007 | Veränderung | Organisches Wachstum | Wechselkurs- effekte | Akquisitionen / Desinvestitionen | Anteil am Gesamtumsatz |
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Nordamerika | 7.005 |
6.663 |
5 % |
5 % |
– |
– |
66 % |
| International | 3.607 |
3.057 |
18 % |
12 % |
5 % |
1 % ( netto ) |
34 % |
| GESAMT | 10.612 |
9.720 |
9 % |
7 % |
1 % |
1 % (netto) |
100 % |
| Tabelle 02.2.6 | UMSATZ NACH REGIONEN |
| in Mio. US-$ | 2008 | 2007 | Veränderung |
|---|---|---|---|
| Nordamerika | 7.005 |
6.663 |
5 % |
| Europa / Naher Osten / Afrika | 2.510 |
2.116 |
19 % |
| Lateinamerika | 491 |
400 |
23 % |
| Asien-Pazifik | 606 |
541 |
12 % |
| GESAMT | 10.612 |
9.720 |
9 % |
| Grafik 02.2.1 | Umsatzanteil nach Regionen 2008 |
Die größte Geschäftsregion im Segment International ist Europa / Naher Osten /Afrika. Hier stieg der Umsatz um 19 % auf 2,51 Milliarden US-Dollar. Das währungsbereinigte Umsatzplus lag bei 12 %. Der Anteil der Region am Gesamtumsatz betrug 24 % (Vorjahr: 22 %). Aufgrund der guten Geschäftsentwicklung in Europa haben wir unsere Position als größter Anbieter von Dialysedienstleistungen und Dialyseprodukten der Region unterstrichen und weiter ausgebaut. Zum Ende des Berichtsjahres betreuten wir in 400 Dialyseeinrichtungen nahezu 30.000 Patienten, das waren annähernd 3.000 Patienten mehr als zwölf Monate zuvor und entspricht einem Zuwachs von 11 %. Im Geschäftsjahr 2008 haben wir mit Dialysedienstleistungen 948 Millionen US-Dollar umgesetzt, ein Plus von 25 % gegenüber dem Vorjahr. Bereinigt um Wechselkurseffekte betrug das Umsatzplus 18 %. Der Umsatz mit Dialyseprodukten belief sich auf 1,56 Milliarden US-Dollar, ein Wachstum von 15 % (9 % währungsbereinigt).
Das Geschäft in Lateinamerika hat sich ebenfalls positiv entwickelt. Der Umsatz wuchs um 23 % auf 491 Millionen US-Dollar; bereinigt um Währungseinflüsse ergab sich ein Plus von 19 %. Der Anteil am Gesamtumsatz betrug unverändert 4 %. Der Umsatz mit Dialysedienstleistungen legte um 25 % (währungsbereinigt 22 %) zu und betrug 330 Millionen US-Dollar. Mit Dialyseprodukten haben wir 161 Millionen US-Dollar umgesetzt und damit eine Steigerung von 18 % gegenüber dem Vorjahr erzielt (währungsbereinigt 12 %). In den 177 Dialysekliniken dieser Geschäftsregion unterzogen sich zum Ende des Jahres 2008 über 19.000 Patienten einer Dialysebehandlung.
Die Region Asien-Pazifik verzeichnete einen Umsatzanstieg von 12 % auf 606 Millionen US-Dollar. Währungsbereinigt lag das Umsatzwachstum bei 11 %. Der Beitrag dieser Region zum Gesamtumsatz belief sich auf 6 % (Vorjahr: 5 %). Der Umsatz mit Dialysedienstleistungen erhöhte sich um 13 % (währungsbereinigt 10 %) auf etwa 212 Millionen US-Dollar. Der Umsatz mit Dialyseprodukten stieg im Jahr 2008 in dieser Region um 11 % (währungsbereinigt 11 %) auf 394 Millionen US-Dollar.
Der Auftragsbestand ist aufgrund des Geschäftsmodells von Fresenius Medical Care, das zu knapp drei Viertel aus regelmäßig zu erbringenden Dienstleistungen besteht, keine wesentliche Kenngröße. Das Produktgeschäft ist mehrheitlich durch Verbrauchsgüter für die Einmalverwendung gekennzeichnet und wird nicht von projektbezogenen Aufträgen bestimmt, die zu wesentlichen Änderungen des Auftragsbestands innerhalb von Berichtsperioden führen könnten. Fresenius Medical Care berichtet daher nicht auf Basis dieser Finanzkennzahl.
ERGEBNIS
EBITDA. Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) erhöhte sich um 7 % auf 2,09 Milliarden US-Dollar (2007: 1,94 Milliarden US-Dollar).
OPERATIVES ERGEBNIS (EBIT). Das operative Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) stieg im Jahr 2008 um 6 % auf 1,67 Milliarden US-Dollar. Die operative Marge lag bei 15,8 % und damit etwas unter dem Vorjahreswert von 16,3 %. Der Rückgang ist unter anderem zurückzuführen auf gestiegene Personalausgaben, geringere Erstattungssätze für EPO, Anlaufkosten für neue Kliniken und ungünstige Wechselkurseffekte. Außerdem stiegen die Abschreibungen, da die Produktionskapazitäten wegen der starken Nachfrage erweitert wurden. Dank dieser neuen Kapazitäten konnten wir in den europäischen Werken in diesem Jahr während der Sommerpause das turnusmäßige Instandhaltungsprogramm durchführen. Im Vorjahr musste das Programm wegen des Erreichens der Kapazitätsgrenze verkürzt werden; dies hatte zu einem positiven Effekt bei der operativen Marge geführt. Günstig auf die operative Marge wirkte sich das hervorragende Umsatzwachstum aus, sowohl bedingt durch eine steigende Vergütung bei Dialysedienstleistungen als auch durch einen weiterhin über dem Marktdurchschnitt wachsenden Absatz der Dialyseprodukte.
| Grafik 02.2.2 | Quartalsweise Entwicklung des Umsatzes |
Im Segment Nordamerika ist das operative Ergebnis im Jahr 2008 um 3 % auf 1,17 Milliarden US-Dollar gestiegen. Die operative Marge lag bei 16,7 %, nach 17 % im Jahr 2007. Der moderate Rückgang der operativen Marge ist weitgehend eine Folge gestiegener Personalkosten und sonstiger Betriebskosten, sowie geringerer Erstattungssätze für EPO. Dies konnte teilweise durch gestiegene Umsätze mit privaten Versicherern ausgeglichen werden.
Im Segment International verzeichneten wir ein operatives Ergebniswachstum von 13 % auf 616 Millionen US-Dollar. Dazu haben hauptsächlich der Anstieg von Produktabsatzvolumen, Behandlungsvolumen und höhere Erlöse je Behandlung beigetragen. Die operative Marge blieb mit 17,1 % ebenfalls unter dem Vorjahreswert von 17,8 %. Hier wirkten sich hauptsächlich das beschleunigte Wachstum im Dialysedienstleistungsgeschäft mit niedrigeren Margen, die Anlaufkosten für neue Kliniken und die durch Kapazitätsausweitungen bedingten höheren Abschreibungen sowie Währungstransaktionseffekte aus.
Insbesondere bedingt durch den Erwerb der Renal Solutions, Inc. sind im Verlauf des vergangenen Geschäftsjahres auch die Kosten für die Zentralbereiche erwartungsgemäß gestiegen. Sie werden bei der Berechnung des EBITDA und des EBIT der Berichtssegmente International und Nordamerika nicht berücksichtigt. Fresenius Medical Care ist der Ansicht, dass es sich hierbei um Kosten handelt, die nicht der Kontrolle der einzelnen Segmente unterliegen. Sie beinhalten im Wesentlichen Aufwendungen der Konzernzentrale im Rechnungswesen und den Finanzen sowie in weiteren Bereichen wie Forschung und Entwicklung. Der gesamte operative Aufwand für die Zentralbereiche lag im Jahr 2008 bei 112 Millionen US-Dollar, nach 94 Millionen US-Dollar im Vorjahr.
| Tabelle 02.2.7 | OPERATIVES ERGEBNIS (EBIT) |
| in Mio. US-$ | 2008 | 2007 | Veränderung | |
|---|---|---|---|---|
| Nordamerika | 1.168 |
1.130 |
3 % |
|
| International | 616 |
544 |
13 % |
|
| Zentralbereiche | (112) |
(94) |
19 % |
|
| GESAMT | 1.672 |
1.580 |
6 % |
|
| Tabelle 02.2.8 | GEKÜRZTE GEWINN- UND VERLUSTRECHNUNG |
| in Mio. US-$ | 2008 | 2007 | Veränderung |
|---|---|---|---|
| Umsatzerlöse | 10.612 |
9.720 |
9 % |
| Aufwendungen zur Erzielung des Umsatzes | 6.983 |
6.364 |
10 % |
| BRUTTOERGEBNIS VOM UMSATZ | 3.629 |
3.356 |
8 % |
| in % vom Umsatz | 34,2 |
34,5 |
– |
| OPERATIVES ERGEBNIS (EBIT) | 1.672 |
1.580 |
6 % |
| Zinsaufwand (netto) | 336 |
371 |
– 9 % |
| ERGEBNIS VOR STEUERN | 1.336 |
1.209 |
10 % |
| JAHRESÜBERSCHUSS | 818 |
717 |
14 % |
ERGEBNIS VOR STEUERN. Das Ergebnis vor Steuern erhöhte sich auf 1,34 Milliarden US-Dollar, ein Plus von 10 % gegenüber dem Vorjahreswert in Höhe von 1,21 Milliarden US-Dollar.
JAHRESÜBERSCHUSS. Der Jahresüberschuss erhöhte sich im Geschäftsjahr 2008 um 14 % auf 818 Millionen US-Dollar, nach 717 Millionen US-Dollar im Jahr 2007.
ENTWICKLUNG WEITERER WESENTLICHER POSITIONEN DER GEWINN- UND VERLUSTRECHNUNG
BRUTTOERGEBNIS. Das Bruttoergebnis vom Umsatz betrug im Jahr 2008 3,63 Milliarden US-Dollar, ein Plus von 8 % gegenüber dem Vorjahr. Die Bruttogewinnspanne ging im gleichen Zeitraum von 34,5 % auf 34,2 % zurück. Die leicht reduzierte Marge ist hauptsächlich auf höhere Personalkosten und höhere sonstige Kosten, insbesondere Kosten für Heparin als auch geringere Erstattungssätze für EPO und ein Rückgang für die Verabreichung von EPO in Nordamerika zurückzuführen. Beide Segmente verzeichneten aufgrund der Ausweitung der Produktionskapazitäten 2008 höhere Abschreibungen als 2007.
Die Vertriebskosten und die allgemeinen Verwaltungskosten stiegen um 10 % auf 1,88 Milliarden US-Dollar (2007: 1,71 Milliarden US-Dollar). Der Anteil dieser Kosten am Umsatz erhöhte sich im Vergleich zum Vorjahr leicht auf 17,7 % (2007: 17,6 %). Vorteilhaft wirkten sich höhere Umsätze aus, teilweise wurde dies ausgeglichen durch Erhöhungen bei den Personalkosten und höhere Kosten der Zentralbereiche.
Die Abschreibungen beliefen sich im Geschäftsjahr 2008 auf 416 Millionen US-Dollar, im Vergleich zu 363 Millionen US-Dollar ein Jahr zuvor. Der Anstieg ist eine Folge unserer starken Investitionstätigkeit und hier speziell der Ausweitung der Produktionskapazitäten weltweit. Die Forschungs- und Entwicklungskosten erhöhten sich im Jahr 2008 auf 80 Mio. US-Dollar von 67 Millionen US-Dollar im gleichen Zeitraum 2007, hauptsächlich aufgrund zusätzlicher Forschungs- und Entwicklungsprogramme im Zusammenhang mit der Weiterentwicklung von Hämodialysegeräten, Feldtests neuer Produkte sowie Forschungsprojekten im Bereich Heimdialyse.
ZINSERGEBNIS. Die Nettozinsaufwendungen beliefen sich im Geschäftsjahr 2008 auf 336 Millionen US-Dollar, nach 371 Millionen US-Dollar im Geschäftsjahr 2007. Diese positive Entwicklung beruht überwiegend auf niedrigeren durchschnittlichen Zinssätzen in Verbindung mit einer geänderten Finanzierungsstruktur, die sich aus der Ablösung eines Teils der genussscheinähnlichen Wertpapiere ergeben hat. Nähere Angaben zu unserer Finanzlage finden Sie hier sowie im Finanzteil unter Anmerkung 9.
| Grafik 02.2.3 | Quartalsweise Entwicklung des Nettoergebnisses |
STEUERQUOTE. Die Ertragsteuern beliefen sich im Geschäftsjahr 2008 auf 489 Millionen US-Dollar, gegenüber 466 Millionen US-Dollar im Vorjahr. Dies entspricht einer effektiven Steuerquote von 36,6 %, nach 38,5 % im Geschäftsjahr 2007. Der Rückgang der Steuerquote ist hauptsächlich auf die am 1. Januar 2008 in Kraft getretene Unternehmenssteuerreform in Deutschland zurückzuführen.
GEWINN JE AKTIE. Der Gewinn je Aktie (Earnings per share, EPS) stieg im Geschäftsjahr 2008 um 13 % auf 2,75 US-Dollar pro Stammaktie, nach 2,43 US-Dollar im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Diese Zahlen gelten auch je Stamm-ADS (American Depository Share), weil das Verhältnis zwischen Stammaktie und Stamm-ADS seit dem Aktiensplit im Jahr 2007 1:1 beträgt. Die durchschnittlich gewichtete Zahl der ausstehenden Aktien betrug 2008 rund 297,03 Millionen (2007 295,67 Millionen), davon 293,23 Millionen Stammaktien (2007: 291,93 Millionen Stammaktien). Der Anstieg der Zahl ausstehender Aktien resultiert aus der Ausübung von Aktienoptionen. Nähere Erläuterungen zur Herleitung des Gewinns je Aktie finden Sie hier.
WERTSCHÖPFUNGSRECHNUNG
Mit der Wertschöpfungsrechnung werden die von Fresenius Medical Care im Geschäftsjahr 2008 erbrachten wirtschaftlichen Leistungen verdeutlicht. Dazu werden sämtliche Vorleistungen, wie der wertmäßige Verbrauch bezogener Güter und Leistungen sowie die Abschreibungen, von der Unternehmensleistung abgezogen. Die Wertschöpfung von Fresenius Medical Care belief sich im Geschäftsjahr 2008 auf 5,2 Milliarden US-Dollar, nach 4,8 Milliarden US-Dollar im Jahr 2007 – ein Plus von 8 % gegenüber dem Vorjahr. Davon entfielen 67 % bzw. 3,5 Milliarden US-Dollar auf die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, gefolgt von 9 % für die öffentliche Hand. Darlehensgeber erhielten rund 362 Millionen US-Dollar bzw. 7 %. Den Aktionären und anderen Gesellschaftern flossen rund 6 % bzw. 283 Millionen US-Dollar zu. Zur inneren Stärkung des Geschäfts verblieben 564 Millionen US-Dollar der Wertschöpfung im Unternehmen.
| Tabelle 02.2.9 | WERTSCHÖPFUNGSRECHNUNG |
| in Mio. US-$ | 2008 | 2007 | ||
|---|---|---|---|---|
| Entstehung | ||||
| Unternehmensleistung | 10.668 |
100 % |
9.796 |
100 % |
| Vorleistungen | (5.049) |
–47 % |
(4.635) |
– 47 % |
| Brutto-Wertschöpfung | 5.619 |
53 % |
5.161 |
53 % |
| Abschreibungen | (415) |
–4 % |
(363) |
– 4 % |
| NETTO-WERTSCHÖPFUNG | 5.204 |
49 % |
4.798 |
49 % |
| Verwendung1 | ||||
| Mitarbeiter | 3.506 |
67 % |
3.189 |
67 % |
| Öffentliche Hand | 489 |
9 % |
466 |
10 % |
| Darlehensgeber | 362 |
7 % |
400 |
8 % |
| Aktionäre und andere Gesellschafter | 283 |
6 % |
245 |
5 % |
| Unternehmen | 564 |
11 % |
498 |
10 % |
| NETTO-WERTSCHÖPFUNG | 5.204 |
100 % |
4.798 |
100 % |
| 1 Unter Annahme der Zustimmung zur Gewinnverwendung 2008. | ||||








