02.1

Geschäftstätigkeit und Rahmenbedingungen

Dialysemarkt

In einem kontinuierlich wachsenden Markt haben wir unsere weltweit führende Marktposition im Dialysegeschäft 2008 gefestigt. Als vertikal integrierter Anbieter haben wir die besten Voraussetzungen und Chancen, unsere Position nachhaltig zu festigen und sowohl unser Produkt- als auch das Dienstleistungsgeschäft zukünftig weiter auszubauen.

BRANCHENSPEZIFISCHE RAHMENBEDINGUNGEN - DIALYSEMARKT

Für Fresenius Medical Care, dem weltweit führenden Unternehmen bei Dialyseprodukten und -dienstleistungen, ist es wichtig, verlässliche und aktuelle Informationen über den Status quo und die Entwicklung der Patientenzahlen und des Marktes auf globaler, regionaler und nationaler Ebene verfügbar zu haben. Diese Patienten- und Marktdaten werden für verschiedene interne und externe Zwecke genutzt.

Um diese Informationen zu sammeln und zu analysieren, hat Fresenius Medical Care ein internes Informationsinstrument entwickelt, den MCS (Market & Competitor Survey). Der MCS dient der Sammlung, Analyse und Kommunikation von relevanten Markt- und Wettbewerbsdaten des Dialysemarktes weltweit. Beweggrund für die Entwicklung des MCS war, dass Daten aus anderen Quellen entweder nicht zeitnah, detailliert oder verlässlich genug waren, um die Informationsanforderungen von Fresenius Medical Care zu erfüllen. In vielen Ländern werden Informationen zu den unterschiedlichen Aspekten des terminalen Nierenversagens sowie demografische Patientendaten und entsprechende Trends von offiziellen Organisationen (Renal Registries, Patientenregister) veröffentlicht, zum Beispiel vom United States Renal Data System (USRDS) oder der Japanese Society for Dialysis Therapy (JSDT). Darüber hinaus publizieren multinationale Organisationen wie die European renal Association (ERA) – European Dialysis and Transplant Association (EDTA) demografische Patientendaten.

Allerdings sind die folgenden Defizite beim Verwenden von öffentlich verfügbaren Daten zur Analyse der Entwicklung von Patientenzahlen zu beobachten:

  • Nicht in allen Ländern gibt es Organisationen, die Patientenzahlen analysieren und veröffentlichen. 2008 war das lediglich in 37 Ländern der Fall - einschließlich der Länder, die ihre Daten indirekt über eine multinationale Organisation veröffentlichen -, während Dialysebehandlungen in mehr als 145 Ländern durchgeführt werden.

  • Einige Organisationen veröffentlichen Patientenzahlen lediglich für bestimmte Regionen eines Landes und nicht bezogen auf das ganze Land.

  • Zwischen dem Zusammentragen der Daten und ihrer Veröffentlichung liegt oft ein längerer Zeitraum. Eine unternehmensinterne Analyse im August 2008 ergab, dass zu diesem Zeitpunkt lediglich eine der 37 Organisationen Daten für das Jahr 2007 publiziert hatte, für 30 Länder lagen bis dahin nur Daten aus dem Jahr 2006 vor, für die restlichen sechs Länder lediglich Daten aus 2005 oder früher.

Dies verdeutlicht, dass aus den konsolidierten Daten der einzelnen berichtenden nationalen Organisationen kein vollständiges und aktuelles Bild der Patientenzahlen weltweit abgeleitet werden kann. Darüber hinaus werden Zahlen über die Verwendung von Dialyseprodukten wie Dialysatoren oder Lösungen für die Peritonealdialyse von den Organisationen grundsätzlich nicht dokumentiert. Unseres Wissens existieren für die Dialysebranche auch keine Dienstleistungen, die mit Datenbanken von privaten Unternehmen wie beispielsweise IMS Health vergleichbar wären. IMS Health beliefert die pharmazeutische Industrie mit allgemein anerkannten Verkaufsstatistiken zu Pharmaprodukten.

Der MCS wird aus diesem Grund innerhalb von Fresenius Medical Care als Instrument zum Erfassen und Verarbeiten von grundlegenden aktuellen und genauen Informationen über den Dialysemarkt und seine Entwicklungstrends sowie die Marktposition von Fresenius Medical Care und die der Wettbewerber genutzt. Am Ende jedes Kalenderjahres werden in den einzelnen Ländern Daten zur Zahl der Dialysepatienten, zur gewählten Behandlungsmethode, den verwendeten Produkten, dem Ort der Behandlung sowie der Struktur der erbrachten Dienstleistungen erhoben. Diese Erhebungen wurden in den vergangenen Jahren regelmäßig angepasst, um den Detaillegrad zu erhöhen und beobachteten Veränderungen bei der Entwicklung von Produkten und Therapien rechnung zu tragen. Der modulare Aufbau der Erhebungen ermöglicht eine Konsolidierung der länderspezifischen Daten. Die Fragebögen werden an qualifizierte Ansprechpartner aus der Dialysebranche verteilt, die entweder selbst länderspezifische Marktdaten liefern oder im jeweiligen Land Input von Kontakten mit entsprechendem Know-how sammeln können. Die Daten aus den Fragebögen werden anschließend zentral validiert, indem sie mit offiziellen Angaben nationaler Verbände und mit Daten aus vergangenen Umfragen ab geglichen werden. Zusätzlich findet ein Konsistenzcheck der Antworten in den Fragebögen statt. Alle Informationen werden schließlich konsolidiert, um Aussagen über Patienten und Märkte weltweit und für verschiedene Regionen treffen zu können. Darüber hinaus werden diese Informationen analysiert und gemeinsam mit öffentlich zugänglichen Daten unserer Mitbewerber berichtet.

PATIENTEN - EINE GLOBALE SICHTSWEISE

Wenn nicht anders angegeben, basieren die Daten auf internen Schätzungen des oben beschriebenen Market Competitor Survey (MCS).

Chronisches Nierenversagen hat eine globale Dimension: Bis zum Ende des Jahres 2008 wurden circa 2,300 Millionen Patienten behandelt. rund 1,770 Millionen Patienten erhielten in mehr als 145 Ländern eine Nierenersatztherapie in Form einer Dialyse. rund 530.000 Nierenpatienten leben mit einer transplantierten Niere.

Die Patientenzahlen der einzelnen Länder können anhand der Prävalenz, also der relativen Zahl der an terminaler Niereninsuffizienz erkrankten und behandelten Menschen pro Land, verglichen werden. Die Prävalenz weist dabei eine große Schwankungsbreite von weit unter 100 bis über 2.000 Patienten pro Million Einwohner (P.M.E.) auf.

Die höchste Prävalenz mit einem Wert von 2.420 P.M.E. weist Taiwan auf, gefolgt von Japan mit rund 2.380 P.M.E. und den USA mit rund 1.780 P.M.E. Der Durchschnitt in den 27 Ländern der Europäischen Union (EU) liegt bei rund 960 P.M.E.

Die weitaus geringere durchschnittliche Prävalenz weltweit von rund 340 P.M.E. lässt sich wie folgt erklären: Auf der einen Seite unterscheiden sich die Demografien der Länder - die Altersstrukturen der Bevölkerung variieren weltweit ebenso wie die Verbreitung von Risikofaktoren für Nierenerkrankungen wie Diabetes und Bluthochdruck sowie die genetische Disposition für Nierenerkrankun gen; hinzu kommen kulturelle Unterschiede wie die Ernährung. Auf der anderen Seite ist der Zugang zu Dialysebehandlungen in vielen Ländern weiterhin begrenzt, sodass eine Vielzahl von Menschen mit terminaler Niereninsuffizienz nicht behandelt und somit auch nicht in der P.M.E.-Kalkulation erfasst werden.

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Tabelle 02.1.6 PATIENTEN MIT CHRONISCHEM NIERENVERSAGEN
Anzahl in Millionen  
   
Patienten mit chronischem Nierenversagen
2,300
davon Dialyse
1,770
Hämodialyse (HD)
1,580
Peritonealdialyse (PD)
0,190
davon Transplantationen
0,530
 
Weltbevölkerung: 6,7 Milliarden

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Tabelle 02.1.7 WELTWEITE PRÄVALENZ
Patienten pro Million Einwohner (P.M.E.) 2008 2007 2006 2005 2004 2003 2002 2001 2000 1999 1998
                       
Chronisches Nierenversagen
342
326
310
295
280
265
251
237
224
212
200
Dialyse
263
249
236
224
213
202
192
182
172
163
155
                       

Die steigende weltweite Prävalenz zeigt, dass bezogen auf die Gesamtbevölkerung im Laufe der Jahre immer mehr Menschen eine Nierenersatztherapie erhalten haben. Dies lässt sich auf viele Faktoren zurückführen, wie das verstärkte Auftreten von nierenschädigenden Krankheiten (Diabetes und Bluthochdruck), die allgemeine Alterung der Weltbevölkerung sowie eine allmähliche Verbesserung des Zugangs zur Dialysebehandlung. Ein Vergleich der nationalen Wirtschaftskraft, gemessen am Bruttoinlandsprodukt (BIP), mit den Prävalenzwerten der Länder lässt vermuten, dass wirtschaftliche Faktoren nicht nur die demografischen Entwicklungen beeinflussen, sondern auch die Behandlungsmöglichkeiten einschränken können. Vor allem in Ländern mit einem jährlichen BIP pro Kopf von weniger als 10.000 US-Dollar ist zu beobachten, dass nicht jeder Erkrankte Zugang zu einer Behandlung hat. Dagegen ist in Ländern, in denen das BIP über diesem Wert liegt, keine Wechselbeziehung zwischen Wirtschaftskraft und Prävalenz zu erkennen.

Grafik 02.1.5 ESRD Prävalenz ausgewählter Länder
ESRD Prävalenz ausgewählter Länder

 

Tabelle 02.1.8 PATIENTEN - REGIONALE ENTWICKLUNG
  2008 Veränderung
     
Nordamerika
445.000
4 – 5 %
USA
370.000
3 – 4 %
Europa / Naher Osten / Afrika
520.000
5 – 6 %
EU
300.000
3 – 4 %
Asien-Pazifik
620.000
10 – 11 %
Japan
290.000
3 – 4 %
Lateinamerika
185.000
7 – 8 %
WELTWEIT
1.770.000
7 %
     

PATIENTEN - DIE REGIONALE ENTWICKLUNG

Zum Jahresende 2008 lag die Zahl der Patienten, die regelmäßig eine Dialysebehandlung erhalten, bei weltweit 1,770 Millionen. Von diesen Patienten wurden ca. 21 % in den USA, 17 % in der EU und 16 % in Japan behandelt. Die verbleibenden 46 % aller Dialysepatienten verteilten sich auf 120 Staaten in den unterschiedlichen Regionen dieser Welt.

Die Zahl der Dialysepatienten weltweit stieg im Jahr 2008 erwartungsgemäß um circa 7 %, allerdings sind die regionalen Unterschiede nach wie vor erheblich: In den USA, in Japan sowie in West- und Mitteleuropa verzeichneten wir unterdurchschnittliche Zuwachsraten bei der Zahl der Patienten. In diesen Regionen ist die Prävalenz bereits relativ hoch und der Zugang zu einer ent sprechenden Behandlung, zumeist der Dialyse, sichergestellt. In ökonomisch schwächeren Regionen dagegen sind die Wachstumsraten überdurchschnittlich und erreichten zweistellige Werte – ein Hinweis darauf, dass der Zugang zur Dialysebehandlung in diesen Ländern derzeit noch beschränkt ist und sich schrittweise verbessert.

PATIENTEN – ENTWICKLUNG DER BEHANDLUNGSMETHODEN

Von den 1,770 Millionen Patienten, die zum Jahresende 2008 eine Dialysebehandlung erhielten, wurden 1,580 Millionen – das sind über 89 % – mittels der Hämodialyse und circa 190.000 mittels der Peritonealdialyse behandelt. Im weltweiten Vergleich der Behandlungsmethoden dominiert somit die Hämodialyse deutlich. In der Gruppe der 15 Länder, in denen zusammengenommen mehr als drei Viertel aller Dialysepatienten leben, ist die Hämodialyse in jedem einzelnen Land – mit Ausnahme von Mexiko – das vorherrschende Behandlungsverfahren.

Grafik 02.1.6 Hämodialyse-Patienten 2008
Hämodialyse-Patienten 2008

 

Grafik 02.1.7 Peritonealdialyse-Patienten 2008
Peritonealdialyse-Patienten 2008

Die neben den beiden genannten Dialysetherapien dritte Möglichkeit der Behandlung von Patienten mit terminaler Niereninsuffizienz ist die Transplantation. Circa 530.000 Patienten lebten zum Jahresende 2008 mit einer transplantierten Niere. Allerdings ist die Zahl der verfügbaren Spenderorgane weltweit seit Jahren deutlich geringer als die Zahl der Patienten auf den Wartelisten für eine Transplantation, sodass weniger als ein Viertel der Patienten mit terminaler Niereninsuffizienz mit einem Spenderorgan leben. Trotz anhaltender und umfangreicher Bemühungen durch regionale Initiativen, das Bewusstsein und die Bereitschaft für eine Nierenspende zu erhöhen, hat sich der Anteil der Transplantationen an den Behandlungsmethoden in den vergangenen zehn Jahren nicht wesentlich verändert.

DIALYSEDIENSTLEISTUNGEN

Der weltweite Markt für Dialysedienstleistungen und -produkte ist 2008 um ungefähr 5 % auf etwa 65 Milliarden US-Dollar gewachsen. Der Markt kann in Dialyseprodukte mit einem Umsatz von rund 10,5 Milliarden US-Dollar und Dialysedienstleistungen (inklusive Dialysemedikamente) mit circa 55 Milliarden US-Dollar gegliedert werden.

Die meisten Hämodialyse-Patienten wurden im vergangenen Jahr weltweit in einem der rund 28.000 Dialysezentren behandelt, durchschnittlich etwa 55 Patienten pro Zentrum. Je nachdem, ob die Gesundheitssysteme in den einzelnen Ländern eher staatlich oder privatwirtschaftlich organisiert sind, unterscheiden sich die Organisationsstrukturen der Zentrumsbetreiber erheblich: In den USA und der EU gibt es jeweils rund 5.000 Dialysekliniken, aber während sich in den USA nur circa 1 % der Dialysekliniken in öffentlicher Trägerschaft befinden, be läuft sich dieser Anteil in der Europäischen Union auf rund 62 %.

In Japan dagegen spielen private Nephrologen eine wichtige Rolle; sie betreiben etwa 75 % der Dialysekliniken. In Osteuropa wiederum ist die Zahl der Kliniken, die von privaten Unternehmen betrieben werden, in jüngster Vergangenheit besonders deutlich gestiegen. Dies könnte darauf hindeuten, dass privatwirtschaftlich geführte Unternehmen bei der Modernisierung und Kapazitätserweiterung von Kliniken effizienter agieren können als öffentliche Träger.

In den USA ist der Konzentrationsgrad bereits relativ hoch. Fresenius Medical Care und der zweitgrößte Anbieter, DaVita, betreuen zusammengenommen etwa 63 % aller Dialysepatienten in den USA. Im Berichtszeitraum hat Fresenius Medical Care seine marktführende Position beibehalten und behandelt mit mehr als 122.000 Patienten circa 33 % der Dialysepatienten in den USA.

Grafik 02.1.8 Dialysedienstleistungen weltweit
Dialysedienstleistungen weltweit

 

Grafik 02.1.9 Betreiber von Dialysekliniken 2008
Betreiber von Dialysekliniken 2008

 

Grafik 02.1.10 Betreiber von Dialysekliniken in Osteuropa
Betreiber von Dialysekliniken in Osteuropa

 

Grafik 02.1.11 Die Top 5-Dialysedienstleister weltweit 2008
Die Top 5-Dialysedienstleister weltweit 2008

 

Grafik 02.1.12 Fresenius Medical Care 2008
Fresenius Medical Care 2008

Außerhalb der USA ist das Dialysedienstleistungsgeschäft wesentlich stärker fragmentiert. Mit mehr als 700 Dialysekliniken und mehr als 60.000 Patienten in über 30 Ländern betreibt Fresenius Medical Care das mit Abstand größte und internationalste Kliniknetz.

Wie in den Vorjahren sahen sich auch 2008 viele Gesundheitssysteme einem ständig steigenden Druck ausgesetzt, bei möglichst verbesserter Behandlungsqualität die Gesundheitskosten stabil zu halten. Unter diesen Bedingungen sind zuverlässige Produktlieferungen, Qualität und Innovationsfähigkeit entscheidende Erfolgsfaktoren für die Marktteilnehmer. Fresenius Medical Care bietet dabei nicht nur das gesamte Produktspektrum im Bereich Dialyse, sondern auch qualitativ hoch wertige Behandlungen in eigenen Dialysezentren weltweit. Ein vertikal integrierter Anbieter wie Fresenius Medical Care hat die besten Voraussetzungen und Chancen, seine Position im gegenwärtigen und zukünftigen Dialysemarkt kontinuierlich zu verbessern. Fresenius Medical Care hat seine klare Führungsposition weiter ausgebaut und behandelte zum Ende des Jahres 2008 weltweit 184.086 Dialysepatienten in 2.388 Kliniken.

Grafik 02.1.13 Dialyseprodukte 2008
Dialyseprodukte 2008

 

Grafik 02.1.14 Hämodialyse-Produkte 2008
Hämodialyse-Produkte 2008

 

Grafik 02.1.15 Peritonealdialyse-Produkte 2008
Peritonealdialyse-Produkte 2008

Die Vergütungssysteme für die Dialysebehandlung unterscheiden sich von Land zu Land. Oft variieren die Vergütungsstrukturen sogar innerhalb einzelner Länder. Kriterien bei der Vergütung sind zum Beispiel regionale Bedingungen, die Behandlungsmethode, regulative Aspekte oder der Status des Dialysedienstleisters (öffentlich oder privat). Weiterhin im Mittelpunkt der Diskussionen steht die Vergütung nach qualitativen Kriterien. Ziel dieses Vergütungsmodells ist die Gewährleistung der Behandlungsqualität bei gleichbleibenden Gesamtkosten für die Behandlung eines Dialysepatienten. Fresenius Medical Care ist in mehr als 30 Ländern mit unterschiedlichen Gesundheitssystemen und Vergütungsstrukturen aktiv. Dank dieser internationalen Erfahrung sind wir in der Lage, die Bemühungen der nationalen Gesundheitssysteme, passende Vergütungsstrukturen zu schaffen, zu unterstützen, unser Geschäft den lokalen Gegebenheiten anzupassen und dabei profitabel zu agieren.

DIALYSEPRODUKTE

Vom Gesamtvolumen des weltweiten Dialysemarktes in Höhe von rund 65 Milliarden US-Dollar entfallen etwas mehr als 16 %, das heißt etwa 10,5 Milliarden US-Dollar, auf den Markt für Dialyseprodukte. Zu den wichtigsten Produkten zählen Dialysatoren, Maschinen für die Hämodialyse, Konzentrate und Dialyselösungen sowie spezielle Produkte für die Peritonealdialyse. Der Marktanteil der drei größten Hersteller von Dialyseprodukten lag im Jahr 2008 weltweit bei insgesamt knapp 70 %. Allein Fresenius Medical Care kam auf einen Anteil von rund 32 % und war damit Marktführer, gefolgt von Baxter und Gambro. Der Marktanteil der restlichen, mehrheitlich japanischen Anbieter für Dialyseprodukte lag jeweils im einstelligen Prozentbereich.

Dialysatoren bilden mit Abstand die größte Produktgruppe im Dialysemarkt. Das Absatzvolumen belief sich 2008 auf rund 180 Millionen Stück. Mehr als 80 Millionen dieser Dialysatoren hat allein Fresenius Medical Care im Berichtsjahr produziert – eine Tatsache, die unsere führende Marktposition unterstreicht.

Abhängig vom Material der Dialysemembran werden Dialysatoren generell in zwei Kategorien eingeteilt – zellulosebasierte und synthetische Dialysatoren. Dabei bestätigte sich im Berichtsjahr der Trend zur verstärkten Nutzung von Dialysatoren mit synthetischer Dialysemembran. Ihr Anteil belief sich Ende 2008 auf über 80 % des Gesamtmarktes. Der Abbau von Kapazitäten im Bereich zellulosebasierter Dialysatoren lässt darauf schließen, dass der Marktanteil von synthetischen Dialysatoren in den kommenden Jahren weiter steigen wird. Unsere Pionierarbeit bei der Entwicklung und Produktion synthetischer Dialysatoren hat hier entscheidende Grund lagen geschaffen und die Richtung vorgegeben, der nun auch die wichtigsten Wettbewerber folgen.

Dialysemaschinen sind ein weiteres wichtiges Segment im Produktgeschäft von Fresenius Medical Care. Hier nehmen wir ebenfalls eine führende Position ein. Von den etwa 65.000 Dialysemaschinen, die im Jahr 2008 verkauft wurden, stammen über 55 % von Fresenius Medical Care. Dazu hat auch die neue Generation von Hämodialyse-Maschinen, die 5008-Serie, beigetragen, die wir 2005 international eingeführt haben, sowie die 5008S-Maschine, die wir im Berichtsjahr neu auf den Markt gebracht haben. Dank ihrer innovativen Nutzerführung und weiterer Technologien, die neue Standards in der Dialyse gesetzt haben, sind die 5008 und die 5008S vom Markt überaus positiv aufgenommen worden. Mit den neuen Dialysemaschinen festigen wir nicht nur unsere starke Position im Markt – sie eröffnen uns auch glänzende Perspektiven für künftige Marktanteilsgewinne.

Tabelle 02.1.9 MARKTPOSITION BEI WESENTLICHEN PRODUKTGRUPPEN 2008
  1. Position 2. Position 3. Position
       
Dialysatoren
Fresenius Medical Care
Gambro
Asahi
Dialysemaschinen
Fresenius Medical Care
Gambro
Nikkiso
Konzentrate für die Hämodialyse
Fresenius Medical Care
Fuso
Gambro
Blutschlauchsysteme
Fresenius Medical Care
Gambro
Kawasumi
Produkte für die Peritonealdialyse
Baxter
Fresenius Medical Care
Pisa
       

In den USA, unserer wichtigsten Geschäftsregion, belief sich unser Marktanteil bei diesen beiden Produktgruppen, also Dialysatoren und Dialysemaschinen, im unabhängigen Markt auf über 70 %. Als unabhängigen Markt definieren wir alle Dialysekliniken, die nicht von einem größeren und USA-weit agierenden Dialysedienstleistungsunternehmen wie Fresenius Medical Care oder DaVita betrieben werden.

Den Absatz unserer Dialysemaschine 2008K haben wir im Jahr 2008 um mehr als 14 % gesteigert. Die 2008K ist das dominierende Dialysesystem in den USA: über 15.000 Einheiten haben wir dort insgesamt schon verkauft. Auch bei den Dialysatoren können wir auf eine überdurchschnittliche Entwicklung zurückblicken: Mit mehr als 30 Millionen verkauften Dialysatoren im vergangenen Geschäftsjahr haben wir in den USA einen Absatzrekord erreicht.

Die Zahl der Peritoneldialyse-Patienten stieg im vergangenen Jahr weltweit um etwa 7 % auf rund 190.000, die Zahl der Patienten, die mit unseren Produkten behandelt wird, auf über 35.000. Insgesamt verfügen wir in diesem Markt, der noch von Baxter dominiert wird, über einen weltweiten Anteil von 18 %. In den USA belief sich unser Marktanteil auf 26 %. Weitere Informationen zu unserer Position im Markt für Heimdialyse, die sowohl die Heim-Hämodialyse als auch die Peritonealdialyse umfasst, finden Sie im Abschnitt „Heimdialyse“.

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