01.4

Kapitalmarkt und Aktie

AKTIENMARKT

Die weltweiten Aktienmärkte entwickelten sich im Jahr 2008 sehr schwach, ausgelöst durch die Hypothekenkrise in den USA ab Mitte 2007 und verstärkt durch die damit einhergehende Bankenkrise sowie die negativen Effekte für die Realwirtschaft. Nach einem sehr schnell verlaufenden starken Einbruch bereits zu Beginn des Jahres konnten sich die Aktienmärkte ab März noch einmal kurz erholen. Ab Mai folgten weitere heftige Kurseinbrüche mit anschließend nur noch kurzen Stabilisierungsphasen. Per Saldo mussten weltweit die führenden Aktienindizes, so auch der deutsche DAX, der US-amerikanische Dow Jones und der japanische Nikkei, während des Jahres gleichlaufende Entwicklungen und Abschläge von deutlich mehr als 30 % hinnehmen. Das Jahr 2008 wurde nicht nur durch die Kurseinbußen, sondern vor allem auch durch die massiven Kursschwankungen geprägt.

Von den weltweit führenden Aktienindizes schnitt der US-amerikanische Dow-Jones-Index noch am besten ab. Die etwas bessere Entwicklung des Dow-Jones-Index speziell im Vergleich zu einigen europäischen Aktienindizes kann zum Teil auf die für exportierende US-Unternehmen vorteilhaftere Notierung des US-Dollar gegenüber anderen Währungen zurückgeführt werden. Ein weiterer Grund dürfte sein, dass die US-amerikanische Notenbank (Fed) die Leitzinsen im Vergleich zu anderen Notenbanken schneller und stärker senkte, was die Erwartung auf eine bessere Entwicklung des US-Aktienmarktes stützte. Der Dow-Jones-Index lag zum Ende des Jahres 2008 bei 8.776 Punkten - ein Minus von 34 % gegenüber dem Stand zu Jahresbeginn, der gleichzeitig aber auch den Jahreshöchststand darstellte.

Nach fünf aufeinanderfolgenden Jahren mit Kurssteigerungen musste der deutsche Aktienindex DAX 2008 einen starken Rückgang von 40 % hinnehmen; er zählte damit allerdings noch zu den Indizes, die sich 2008 am besten entwickelten. Der Stand von 8.067 Punkten zu Beginn des Jahres war der Jahreshöchstwert - analog zur Entwicklung des Dow Jones. Darauf folgte eine scharfe Abwärtsbewegung und ein Minus von mehr als 20 % innerhalb weniger Handelstage auf einen Indexstand von unter 6.500 Punkten. Der anschließenden Seitwärtsbewegung in einer breiten Range von rund 6.200 bis 7.000 Punkten folgte ab September 2008 ein weiterer signifikanter und schneller Rückgang, diesmal um mehr als 30 % innerhalb weniger Wochen. Zum Jahresende erholte sich der DAX etwas und schloss das Jahr mit einem Stand von 4.810 Punkten.

Tabelle 01.4.1 Aktienindex/Aktie
  Land / Region 1.1.2008 31.12.2008 Veränderung Hoch Tief
 
DAX
Deutschland
8.067
4.810
‑ 40 %
8.067
4.127
Dow Jones
USA
13.265
8.776
‑ 34 %
13.265
7.552
Nikkei
Japan
15.308
8.860
‑ 42 %
15.308
7.163
CAC
Frankreich
5.614
3.218
‑ 43 %
5.614
2.881
FTSE
Großbritannien
6.457
4.434
‑ 31 %
6.479
3.781
STOXX 50
Europa
4.400
2.451
‑ 44 %
4.400
2.166
DJ EURO STOXX Healthcare
Europa
394
320
‑ 19 %
414
296
             
Fresenius Medical Care-Stammaktie in €
Deutschland
36,69
33,31
‑ 9 %
39,10
29,73
Fresenius Medical Care ADS in US - $
USA
52,75
47,18
‑ 11 %
59,01
39,84
 
Quelle: REUTERS-Daten, eigene Berechnungen

Auch an den anderen europäischen Börsen war der Trend sehr negativ, teilweise mussten weitaus größere Kursrückgänge als bei Dow Jones und DAX hingenommen werden. Der anfänglichen Hoffnung, dass sich die asiatischen Märkte von der Entwicklung in Europa und USA abkoppeln könnten, wurde mit immer schwächer werdenden Konjunkturdaten ab Mitte 2008 recht schnell ein Ende gesetzt. Mit dem besonders starken Einbruch des Wachstums der kleineren und damit von Außeneinflüssen stärker abhängigen Volkswirtschaften kamen auch deren Börsen unter Druck. Die Kursverluste des Singapurer Straits-Times-Index sowie des Hongkonger Hang-Seng-Index lagen 2008 bei mehr als 50 %. Der japanische Nikkei-Index schloss das Jahr bei 8.860 Punkten, einem Minus von 42 %.

Das Börsenjahr 2008 wartete mit sehr heterogenen Entwicklungen für die einzelnen Branchen auf. Infolge der Finanz- und Bankenkrise mussten Finanztitel wie Bank- und Versicherungsaktien erhebliche Kursverluste hinnehmen. Massive Einbußen verzeichneten auch Aktien von Minen- und Ölkonzernen aufgrund der konjunkturellen Abkühlung und der damit einhergehenden Preisrückgänge für deren Produkte. Gleiches war für solche Aktien zu beobachten, die gemeinhin als zyklisch eingestuft werden, wie zum Beispiel stärker exportorientierte Sektoren. Demgegenüber schnitten Werte aus der Gesundheitsbranche (dem „Healthcare-Sektor“) noch mit am besten ab. Auch war 2008 eine zunehmende Risikoaversion der Anleger zu beobachten. Viele Marktteilnehmer befürchteten, dass gerade kleinere Unternehmen von der absehbaren Rezession stärker betroffen sein könnten, und reagierten mit einem Abbau ihrer Aktienpositionen vor allem aus dem sogenannten Small- und Midcap-Bereich.

Suche

suchen