Vertrauen leben

„Weshalb ist für Fresenius Medical Care Qualität so entscheidend?” Und wie sieht die Zukunft der Dialyse aus – sowohl in betriebswirtschaftlicher als auch in medizinischer Hinsicht? Die Marburger Nephrologin Dr. Tanja Maier im Gespräch mit Dr. Ben J. Lipps, dem Vorstandsvorsitzenden von Fresenius Medical Care.

Dr. Ben J. Lipps (Foto)
Dr. Ben J. Lipps
Vorstandsvorsitzender

Dr. Ben J. Lipps (68) ist seit 1999 Vorstandsvorsitzender von Fresenius Medical Care. Von 1985 bis 1999 hatte er verschiedene Positionen bei Fresenius Medical Care inne. Der US-Amerikaner ist seit mehr als 40 Jahren im Bereich der Dialyse tätig. Sein Name ist eng sowohl mit der Entwicklung der heutigen Dialysetechnik als auch mit der Marktführerschaft von Fresenius Medical Care in den USA und darüber hinaus in anderen Ländern verbunden. Auch nach Jahrzehnten als Manager fühlt sich Dr. Lipps heute in einzigartiger Weise dem Wohl der Patienten, die in Einrichtungen von Fresenius Medical Care oder mit Produkten des Unternehmens behandelt werden, persönlich verpflichtet.

Dr. Tanja Maier (Foto)
Dr. Tanja Maier
Nephrologin an der Universität Marburg

Dr. Tanja Maier (41) ist Nephrologin an der Universitätsklinik in Marburg. Nach dem Medizinstudium und der Promotion an der Freien Universität Berlin war sie acht Jahre lang in der nephrologischen Abteilung der Charité, Campus Benjamin Franklin, tätig. Dort hat sie ihre Weiterbildungszeit zur Fachärztin für Innere Medizin mit dem Schwerpunkt Nephrologie und Internistische Intensivmedizin absolviert. Seit 2004 ist sie Oberärztin der Klinik für Nephrologie an der Philipps-Universität Marburg und verantwortliche Oberärztin für das Transplantationszentrum Marburg. Auch in Zeiten zunehmender ökonomischer und administrativer Anforderungen ihres Berufs und der anspruchsvollen Vernetzung von Klinik, Lehre und Forschung sieht Frau Dr. Maier den Schwerpunkt ihrer Arbeit in der Betreuung und Begleitung der Patienten.

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T. Maier

HERR DR. LIPPS, MÖGEN SIE FÜR MICH EINEN KURZEN BLICK ZURÜCK WERFEN? WIE WAR DAS DAMALS IN DER ANFANGSZEIT DER DIALYSE?

B. Lipps

Mitte der 70er Jahre hatte unser Forschungsteam schon einige Durchbrüche in der Therapie bei Nierenerkrankungen erzielt, die der Dialyse, wie wir sie heute kennen, den Weg geebnet haben. Die Nephrologie, die Behandlung von Nierenerkrankungen, war damals, vor mehr als 40 Jahren, noch ein ganz neuer Zweig der Medizin. Ein paar Jahre später haben wir dann die erste künstliche Hohlfasermembran hergestellt. Als sehr besonders habe ich zu der Zeit den engen Kontakt zu den Patienten erlebt. Wir haben damals ja zunächst mit einer sehr kleinen Zahl von Nierenkranken gearbeitet.

T. Maier

QUALITÄT – SEIT WANN GILT DIESES PRINZIP FÜR SIE UND AUCH FÜR DAS UNTERNEHMEN FRESENIUS MEDICAL CARE ALS OBERSTE PRIORITÄT?

B. Lipps

Das hat wohl damals schon angefangen. Weil es zu Beginn erst so wenige Patienten waren, konnten wir Ärzte und Ingenieure sie sehr intensiv betreuen, und so entstand eine extrem enge Gemeinschaft. Technische Fortschritte konnten wir umgehend bewerten; machten wir Fehler, dann passierten sie in unserem direkten Umfeld, und das hat Qualität zu unserem wichtigsten Anliegen werden lassen. Daran hat sich bis heute nichts geändert.

T. Maier

WIE HABEN SIE DIE ENTWICKLUNG DER NIERENTHERAPIE ERLEBT?

B. Lipps

Es war für mich ein Glücksfall, dass ich beim Bau einiger der ersten Dialysemaschinen mitwirken durfte. Damals hatten wir im Vergleich zu heute sehr bescheidene Ziele. Bedenken Sie, dass noch in den frühen 70er Jahren Nierenversagen ein Todesurteil war. Im Laufe der Zeit konnten wir mit Hilfe der Dialyse die Lebenserwartung der Patienten um einen Monat verlängern. Später wurden daraus zwei, dann drei Monate, danach Jahre – und heute können es sogar Jahrzehnte sein.

T. Maier

MESSEN SIE IHRE ERFOLGE DENN ALLEIN DARAN, WIE VIELE LEBENSJAHRE IHRE PATIENTEN GEWINNEN?

B. Lipps

Nein. Unser Ziel ist, das Leben von Dialysepatienten möglichst lebenswert zu gestalten. Am Anfang stand natürlich erst einmal die Verlängerung der Lebenserwartung im Mittelpunkt. Nach den ersten Erfolgen konnten wir uns dann auch darauf konzentrieren, die Dialysebehandlung möglichst schonend zu gestalten. Die Maschinen, Medikamente und Methoden, über die wir heute verfügen, spielen qualitativ – wenn ich mich da sprachlich mal beim Sport bedienen darf – in einer ganz anderen Liga als die, die wir vor einigen Jahrzehnten hatten – falls es sie damals überhaupt schon gab. Nierenversagen ist heute zwar nicht mehr unbedingt ein Todesurteil, aber dennoch eine Belastung für den Dialysepatienten. Diese Belastung wollen wir verringern, und daran arbeiten wir noch immer, täglich und stündlich.

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